Aschersleben
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | ||||
| Landkreis: | Salzlandkreis | ||||
| Verwaltungsge- meinschaft: |
Aschersleben/Land | ||||
| Höhe: | 114 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 116,03 km² | ||||
| Einwohner: | 29.527 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 254 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 06449 | ||||
| Vorwahl: | 03473 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | SLK | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 89 015
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| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 06449 Aschersleben |
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| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeister: | Andreas Michelmann (parteilos) | ||||
Aschersleben ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist die älteste urkundlich erwähnte Stadt in Sachsen-Anhalt sowie drittgrößte Stadt des Salzlandkreises. Aschersleben liegt am Nordostrand des Harzes im Tal der Eine. Aufgrund der geografischen Lage wird Aschersleben auch als das „Tor zum Harz“ bezeichnet.
Aschersleben war der Sitz der Askanier, die ihren Namen von Ascharia, dem latinisierten Name Ascherslebens ableiteten[1] Im 12. Jahrhundert wurde es unter dem Askanier Albrecht dem Bären zum Mittelpunkt des damaligen Fürstentums Anhalt. Die Stadt besitzt, als eine von wenigen Städten Deutschlands, eine sehr gut erhaltene Stadtbefestigungsanlage aus dem Mittelalter und eine weitgehend intakte Innenstadt.
Die Stadt befindet sich mitten im Stadtumbau und ist Teil der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau 2010. 2010 wird sie Gastgeberin der Landesgartenschau Sachsen-Anhalt sein. Durch die Eingemeindungen von Freckleben, Drohndorf und Mehringen zum 1.Januar 2008 hat sich die Einwohnerzahl auf über 28.000 erhöht. Aschersleben hat den Rang eines Mittelzentrums.
Bedingt durch eine günstige klimatische Lage im Regenschatten des Harzes wurde die Stadt zum Zentrum des Majorananbaus in Deutschland.
[Bearbeiten] Geografie
Aschersleben liegt zwischen dem Harz und der Magdeburger Börde, etwa 50 Kilometer südwestlich von Magdeburg, sowie etwa 50 Kilometer nordwestlich von Halle (Saale). Die Stadt liegt in einer schmalen Flussniederung der Eine, die im Süden und Südwesten vom Wolfsberg begrenzt wird und südöstlich der Stadt in die Wipper fließt. Ein in Nordwest-Südost-Richtung verlaufender, etwa zwei Kilometer langer Muschelkalkrücken, der als Alte Burg bezeichnet wird, erhebt sich im Mittel etwa 40 Meter über der Stadt und erreicht an der Westdorfer Warte seinen höchsten Punkt (160 m ü. NN).
Die Umgebung der Stadt ist von hügeligem Ackerland geprägt. Nordwestlich liegen mit dem Concordiasee und dem Königsauer See zwei große geflutete Tagebauflächen. Westlich der Stadt existiert noch ein Rest des einst bis Gatersleben reichenden Aschersleber Sees.
Bis 1945 war Aschersleben im Westen, Osten und Südosten vom Herzogtum Anhalt umgeben. Die Landesgrenze, deren alte Grenzsteine noch sichtbar sind, war teilweise nur zwei Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Südlich von Aschersleben verläuft die Sprachgrenze zwischen den deutschen Dialekten Ostfälisch und Thüringisch, die sogenannte Benrather Linie.
[Bearbeiten] Stadtgliederung und Ortsteile
Die mittelalterliche Stadt um das Jahr 1000 entwickelte sich zunächst aus zwei voneinander unabhängigen Stadtteilen, der Bischofsstadt und der Grafenstadt der askanischen Grafen. Die Bischofsstadt war im Besitz des Halberstädter Bischofs und umfasste das Gebiet zwischen Breiter Straße im Norden und Hopfenmarkt im Süden. Sie beinhaltete die erste romanische Stephanikirche und einen relativ großen Marktplatz um diese Kirche herum. Sie wurde deshalb auch Stephansstadt genannt. Im 12. Jahrhundert war es Albrecht dem Bären gelungen, sich 3000 Lehnshufen des Klosters Fulda anzueignen, wozu auch der Aschersleber Besitz Fuldas gehörte. Er befand sich südwestlich der Bischofsstadt. Später kamen Erweiterungen hinzu, die bis zum heutigen Schuhstieg reichten und somit an die Bischofsstadt grenzten. Zu den askanischen Besitzungen gehörten weiterhin die sogenannte Neustadt und die Ortsteile Uber dem Wasser und Über den Steinen, sowie der Bereich des Kiethofes in der späteren Wasservorstadt am Apothekergraben.
Während das Suburbium überwiegend dörflichen Charakter trug, hatte der Markt um die romanische Kirche in der Civitas durch die Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten schon städtischen Charakter. Diese verwaltungsmäßige Besonderheit Ascherslebens mit zwei Stadtherren hatte bis zum Jahr 1262 Bestand und führte zu jahrzehntelangen Reibereien zwischen den Halberstädter Bischöfen und den askanischen Grafen. Erst in diesem Jahr bekam Heinrich II. von Aschersleben die Civitas nach einem Vergleich zugesprochen und Aschersleben stand nun unter einheitlicher Verwaltung. 1263 wurde die Aschersleber Bischofsstadt dann als bischöfliches Lehen unter askanischer Herrschaft bezeichnet.
Die nächste Erweiterung nach dem Aussterben der Askanier in Aschersleben erfolgte im östlichen Bereich und umfasste die heutigen Straßen Ritterstraße und Badstuben. Dieser Erweiterung schloss sich dann etwa bis zum Bau der Stadtbefestigungsanlage im Jahre 1322 die nördliche Bebauung der Tie-Vorstadt an. In diesem Bereich ist auch der heutige Markt als großer Platz angelegt worden. Als letzte Erweiterungen der Altstadt sind die Bereiche von Vorder- und Hinterbreite sowie des Holzmarktes zu nennen.
Seit März 2004 ist Winningen ein Ortsteil der Stadt Aschersleben. Am 1. Januar 2005 wurde die Gemeinde Klein Schierstedt eingemeindet, am 24. Februar 2006 folgte Wilsleben und am 1. Januar 2008 die Gemeinden Drohndorf, Freckleben und Mehringen.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Aschersleben grenzt an dreizehn sachsen-anhaltische Städte und Gemeinden sowie Ortsteile der Stadt. Beginnend im Norden sind das im Uhrzeigersinn: die Stadt Hecklingen, die Stadt Güsten, die Gemeinde Giersleben, im Osten die Ortsteile Klein Schierstedt und Mehringen, im Süden die Ortschaften Westdorf und Quenstedt, im Südwesten die Stadt Falkenstein/Harz, im Westen die Stadt Hoym und der Ort Nachterstedt, sowie im Nordosten die Ortsteile Wilsleben und Winnigen und die Gemeinde Neu Königsaue.
[Bearbeiten] Geologie
Als Ascherslebener Sattel wird die herzynisch streichende sattelförmige Aufwölbung des Zechsteins und der Trias bezeichnet, welche sich in der Subherzynen Senke von Sandersleben unter Mehringen und Aschersleben nach Nordwesten erstreckt.
Entstanden ist dieser Sattel gemeinsam mit dem Höhenzug Alte Burg durch gebirgsbildende Vorgänge, wie Faltung und Heraushebung in der ausgehenden Kreidezeit vor etwa 80 Millionen Jahren. Der sogenannte Aschersleber Sattel und der Staßfurt-Egelner Sattel sind Randstrukturen der Aschersleben-Staßfurter Schrägscholle. Die seitlichen Ausdehnungen des Hauptsattels in erzgebirgischer Richtung fallen besonders auf, so dass der Bereich von Aschersleben als Breitsattel bezeichnet wird.
Die Nordostflanke wird von Mittlerem Buntsandstein überlagert und auf seiner Südwestflanke stehen Mittlerer und Oberer Buntsandstein und der gesamte Muschelkalk an, dessen südliche Erhebung der Muschelkalkrücken der Alten Burg darstellt. Der Mittlere Buntsandstein streicht im Bereich von Schadeleben unter tertiären und quartären Schichten umlaufend und geht nach Westen in die Winninger Buntsandsteinfläche über. Das tektonisch aktivierte Zechstein- und Keupersalinar bildete über tektonischen Schwächezonen Salzkissen aus Kalisalz. Der Anschnitt der Zechsteinbildungen des aufsteigenden Sattels durch Erosion erfolgte für den Aschersleber Salzsattel im Mitteleozän.[3]
In den absinkenden Randsenken des aufsteigenden Salzstockes von Aschersleben kam es im Eozän (vor 49–37 Millionen Jahren) zur Bildung eines ausgedehnten Moores. Die größeren Braunkohlenlagerstätten bei Frose, Nachterstedt und ein kleineres Flöz nördlich von Aschersleben konnten so entstehen.
[Bearbeiten] Klima
Die Stadt liegt in der gemäßigten Klimazone und im Regenschatten des Harzes. In diesem Gebiet fallen pro Jahr im langjährigen Mittel nur 492 Millimeter, in der Hauptvegetationszeit von April bis Oktober nur um 350 Millimeter Niederschlag. Der Oberharz erhält dagegen die zwei- bis dreifache Menge. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 61 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 24 Millimeter. Die mittlere Juli-Temperatur liegt um 18 °C, das Januar-Mittel um 0 °C. Die relativ hohen Sommertemperaturen haben eine starke Verdunstung und damit eine verstärkte Austrocknung zur Folge. Man spricht vom Mitteldeutschen oder Herzynischen Trockengebiet.
Die Vegetationszeit mit einer durchschnittlichen Temperatur über 5 °C ist mit 230 Tagen relativ lang. Die Jahressumme der Nebeltage beträgt ungefähr 52 mit jährlichen Schwankungen zwischen 20 und 80 Tagen. Die Sonnenscheindauer beträgt im Mittel etwa 1.535 Sonnenstunden pro Jahr, die relative Luftfeuchte etwa 79 Prozent. Die Monatsmittel schwanken dabei zwischen 72 und 84 Prozent.[4]
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Monatliche Durchschnittsniederschläge für Aschersleben
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[Bearbeiten] Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aschersleben
[Bearbeiten] Frühgeschichte
Die klimatisch günstige Lage im Regenschatten des Harzes zog bereits in der Frühzeit Menschen in die Gegend des heutigen Ascherslebens. Das Einetal, das hier aus dem Vorharz tritt, und der sehr fruchtbare Boden spielten eine bedeutende Rolle für eine frühe Besiedlung der Gegend.
Zur Zeit der Völkerwanderung ließen sich die Warnen in der Gegend nieder. Ortschaften mit der Endung leben deuten darauf hin. Der Name Aschersleben setzt sich aus dem Personennamen Asceger (Escherner Wurfspeer ger = Speer) und -leben (lev = Erbe, Hinterlassenschaft) zusammen
[Bearbeiten] Aufstrebende Stadt im Mittelalter
753 wurde Aschersleben als Ascegereslebe im Codex Eberhardi erstmals erwähnt. Die Quelle war eine Schenkungsurkunde des Passauer Chorbischofs Madalwin, der seine Besitzung in Aschersleben „samt den Hörigen“ dem Heiligen Bonifatius (Kloster Fulda) übertrug.
Im 11. Jahrhundert ging die Stadt in den Besitz des Geschlechtes der Askanier über, deren Name von Ascania oder Ascharia, der latinisierten Form der Stadt Aschersleben, herrührt. Albrecht der Bär stand an der Spitze der Askanier. Er ging durch die Eroberung der Nordmark und der Mark Brandenburg in die deutsche Geschichte ein und gilt als Begründer des Hauses Anhalt. Aschersleben wurde unter Albrecht dem Bären der Mittelpunkt des von den Askaniern regierten Verwaltungs- und Gerichtssprengels. Quellen der Zeit künden von zahlreichen Gerichten in und um Aschersleben. So findet die gravescap to aschersleve im mittelalterlichen Rechtsbuch Sachsenspiegel Erwähnung.
Als Albrecht der Bär am 18. November 1170 vermutlich in Stendal starb, gehörten die Askanier zu den bedeutendsten Fürstengeschlechtern im Heiligen Römischen Reich. Er hinterließ ein weiträumiges Herrschaftsgebiet. 1252 wurde Anhalt nach dem Tod Heinrichs I. in drei Fürstentümer aufgeteilt: Anhalt-Aschersleben, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen. Sitz des Fürstentums Anhalt-Aschersleben wurde der Ort Aschersleben mit Heinrich II. an der Spitze. Die Bedeutung des Ortes wuchs nun: aus einem Bauerndorf wurde ein Städtchen. Heinrich II. verlieh 1266 Aschersleben das Stadtrecht. Als Heinrich 1266 starb, beerbte ihn sein Sohn Otto I.(Anhalt) und nach dessen Tod 1304 wurde Otto II. der Regent über Aschersleben. Im Jahre 1315 starb Otto II., Graf von Ascharien und Fürst von Anhalt. Er hinterließ zwei Töchter, Elisabeth und Katharina, jedoch keine männlichen Erben.
Von nun an entbrannte ein jahrzehntelanger Kampf um das Aschersleber Erbe. Im Dezember 1316 belehnte der Bischof Albrecht I. von Halberstadt seinen Bruder, Graf Bernhard II. von Anhalt-Bernburg, mit Haus und Stadt Aschersleben. Der Bernburger erkannte damit die lehnsrechtliche Oberhoheit des Bischofs an. König Ludwig IV. belehnte zwei Jahre später Bernhard II. mit all dem Besitz, den Otto II. vom Reiche zu Lehen gehabt hatte. 1322 weitete sich der Streit um Aschersleben zwischen Bernhard III. von Anhalt-Bernburg und dem Halberstädter Bischof Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg zu einem erbitterten Rechtskampf aus. Obwohl Kaiser Ludwig IV. der Bayer mehrmals zugunsten Bernhards intervenierte, verblieb Aschersleben beim Bistum Halberstadt.
1322 wurden die Arbeiten zur Errichtung der Stadtbefestigungsanlage begonnen, nachdem Elisabeth, die Witwe des letzten Aschersleber Grafen, die Erlaubnis dazu erteilt hatte. 1326 schloss sich die Stadt mit Halberstadt und Quedlinburg zu einem Dreistädtebund zusammen, der 150 Jahre andauern sollte. 1406 begann der Bau der Stephanikirche, der bis zum Jahre 1507 dauerte. 1415 trat die Pest zum ersten Mal in Aschersleben auf. 1426 wurde Aschersleben Mitglied der Hanse. Diese Mitgliedschaft dauerte bis 1518. 1428 erhielt die Stadt das Schultheißenamt und 1443 Burg und Vogtei. Zwischen 1440 und 1470 wurden große Teile der Stadtbefestigung fertiggestellt.
Die Einwohner der Stadt waren überwiegend kirchentreu, so wurden auch hier im Jahre 1454 Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Aber auch in Aschersleben regte sich Protest gegen die Praktiken der Kirche beim Eintreiben des Ablasses. Nachdem Martin Luther seine Thesen zu Wittenberg an die Schlosskirche geschlagen hatte, dauerte es nicht lange, bis auch im Bistum Halberstadt, zu dem Aschersleben gehörte, die Lehre Luthers Einzug hielt. Ausgangspunkt der Reformation in Aschersleben war die 1325 gegründete Lateinschule an der Stephanikirche.
Dass Thomas Müntzer an dieser Lateinschule Hilfslehrer oder Hilfsgeistlicher (lateinisch: Collaborator) gewesen sein soll, belegt kein Dokument. Einzig seine durch Folter erpresste Aussage am 16. Mai 1525 ist ein Hinweis auf seinen Aufenthalt in der Stadt: Zu Aschersleben und Halla do habe er in der jugent, als er collaborator gewest, auch eyn verbuntus gemacht. Dar innen seyn/ Peter Blinde zu Aschersleben… Als im Jahre 1525 der Deutsche Bauernkrieg begann, kam es in einigen Städten und Dörfern der Gegend zu Aktionen der Bauern, wobei die Stadt Aschersleben die Gelegenheit zu ihrem Vorteil nutzte. Die Aktionen waren vor allem gegen die zwei in Aschersleben beheimateten Klöster und deren Grundbesitz in verschiedenen Dörfern gerichtet. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes und der Hinrichtung der Führer dauerte es bis zum Jahre 1541, ehe sich die Reformation im Bistum Halberstadt endgültig durchgesetzt hatte. Wie überall in Europa grassierte die Pest in dieser Zeit auch in Aschersleben. 1528 und 1566 kam es zu erneuten Pestepidemien. 1566 starben dabei etwa 1400 Menschen. Die Krankheit grassierte nochmals 1625, diesmal mit fast 2800 Todesopfern.
[Bearbeiten] Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum 19. Jahrhundert
Nachdem im Mai 1618 mit dem Prager Fenstersturz der Dreißigjährige Krieg ausgelöst worden war, quartierten sich am 7. August desselben Jahres die ersten Truppen unter Graf Otto von der Lippe in der Stadt ein.
Vom 30. Dezember 1625 bis zum 4. Januar 1626 weilte General Wallenstein erstmals in Aschersleben. Er schlug hier für einige Zeit sein Hauptquartier im Krukmannschen Haus am Markt auf. Bereits im Januar 1626 hatten Wallensteins Truppen starke Positionen an der Mittelelbe bezogen. Zwei Regimenter unter Aldringen und Collalto waren in Anhalt eingerückt und hatten Dessau und die Elbbrücke bei Roßlau besetzt, die mit starken Befestigungen versehen wurde. Wallenstein selbst verblieb in seinem Hauptquartier in Aschersleben und leitete die Werbungen, die ihm vom Kaiser genehmigt worden waren, um die Größe des Heeres auf 60.000 Mann zu verdoppeln. Auch vor und nach der Schlacht an der Dessauer Brücke bezog Wallenstein sein Quartier in Aschersleben.
1632 kam das Stift Halberstadt und somit auch Aschersleben unter schwedische Herrschaft. Das Bistum Halberstadt mit Aschersleben kam im Mai 1635 als Folge des Prager Friedens an Sachsen. Die Stadt wurde in den folgenden Jahren mehrmals von schwedischen und kaiserlichen Truppen geplündert.
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 fiel Aschersleben mit dem Bistum Halberstadt an Brandenburg. Trotz zahlreicher Versuche der anhaltischen Fürsten, Ansprüche auf Aschersleben geltend zu machen, blieb eine der ersten Grafschaften Anhalts für das Haus Anhalt verloren.
1722 wurde Aschersleben zur Garnisonsstadt.[5] Das Kavallerieregiment, nach General Gustav von Anhalt-Dessau benannt, zog am 1. Mai 1722 hier ein.
Im Oktober 1760 war die Stadt für einige Tage fest in französischer Hand und konnte sich nur durch Zahlung von 23.000 Talern, die Übergabe von Dutzenden Pferden, sowie zeitweiser Einquartierung und Beköstigung der Franzosen vor Brandschatzung und Plünderung schützen.
Im Januar 1778 gründete sich in der Stadt die Freimaurerloge Zu den Drei Kleeblättern, deren Tempel noch heute im städtischen Museum zu besichtigen ist.
Dreimal rückte das ansässige Kürassierregiment unter Friedrich II. aus, so beispielsweise 1792 beim Feldzug in der Champagne. Der Chef des Regiments war seit 1794 Herzog Carl August von Weimar im Range eines Generalleutnants. Auch Johann Wolfgang von Goethe weilte in dieser Zeit mehrmals mit seinem fürstlichen Freund in Aschersleben, so in den Jahren 1789, 1792 und 1798. Beide bewohnten das Gebäude der Regimentskommandantur am Tie 29, Ecke Hohe Straße, wo noch heute eine Gedenkplatte daran erinnert. Der romantische Dichter Friedrich de la Motte Fouqué war von 1794 bis 1802 als Kadett und später als Leutnant Angehöriger des 6. preußischen Kavallerieregiments und bewohnte während seiner Aufenthalte das Gebäude des Lederer-Bräustübls. In seiner Autobiographischen Lebensgeschichte beschreibt Fouqué die Stadt und seine damaligen Gedanken über die Stadt ausführlich.[6]
→ siehe auch Artikel: Husarenregiment Nr. 10
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert bis 1945
Im Zuge der Napoleonischen Kriege fiel Aschersleben am 9. Juli 1807 durch den Frieden von Tilsit dem französischen Satellitenstaat Königreich Westphalen zu. An die Spitze der Stadt trat ein Maire. Der code civil, französisches Münzrecht und Gerichtsordnung galten nun auch für Aschersleben, die Gilden und Zünfte wurden aufgehoben. Vom Februar 1809 bis April des Jahres lagerte in der Stadt ein französisches Chasseurregiment. Vom April bis November 1811 weilte das zweite westfälische Kürassierregiment in den Mauern der Stadt. Als Napoléon 1812 nach Russland zog, mussten auch etwa 900 Aschersleber Bürger teilnehmen, von ihnen kamen nur 40 lebend zurück.
Im März 1813 zog sich um Quedlinburg eine französische Armee unter dem Vizekönig von Italien, Eugène de Beauharnais, zusammen. Vom 12. bis zum 15. April zog er mit seinem Generalstab in Aschersleben ein.
Der König von Westphalen, Jérôme Bonaparte, der Bruder Napoléons, weilte 1813 zu einem Kurzbesuch in Aschersleben. Nach dem Abzug der Franzosen wurde Aschersleben am 4. November 1813 wieder preußisch. Sogleich erteilte König Friedrich Wilhelm III. am 19. November die Erlaubnis, ein Freiwilliges Husarenregiment zu bilden, das später das Husarenregiment Nr. 10 wurde.
Nach der Völkerschlacht von Leipzig und dem Wiener Kongress 1815 wurde Aschersleben der neu geschaffenen preußischen Provinz Sachsen zugeordnet. Im Revolutionsjahr 1848 gab es auch hier politische Unruhen, das ansässige Husarenregiment wurde zur Bekämpfung der Unruhen nach Magdeburg geschickt.
1865 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen (Bahnstrecke von Dessau nach Halberstadt). Das führte zu einem industriellen Aufschwung. Industriezweige wie Zuckerrübenverarbeitung, Kali- und Salzabbau, Papierindustrie sowie Maschinenbau siedelten sich in der Stadt an, vor allem nach Gründung des Deutschen Reiches 1871.
Im Jahre 1884 endete die Zeit als Garnisonsstandort, denn das hiesige Husarenregiment wurde nach Stendal verlegt.
Die bauliche Entwicklung der Stadt setzte sich, wie überall im Reich, mit der fortschreitenden Industrialisierung weiter fort. Besonders die Kaliindustrie nahm in Aschersleben mit der Inbetriebnahme von insgesamt sieben Schächten außerhalb der Stadt eine rasante Entwicklung. 1890 wurde in Aschersleben erstmals Majoran angebaut und verarbeitet. 1905 trat die Stadt dem Deutschen Städtetag bei und zwischen 1901 und 1948 war Aschersleben kreisfreie Stadt.
Im Ersten Weltkrieg war in der Eisenbahnmeisterei von Aschersleben eine Außenstelle des Kriegsgefangenenlagers Quedlinburg eingerichtet.[7] Am 4. August 1914 fuhr der erste Mobilmachungszug mit 600 Reservisten und Freiwilligen an die Westfront. Insgesamt sind etwa 1000 Männer aus Aschersleben im ersten Weltkrieg gefallen, 513 Aschersleber Bürger gerieten in feindliche Gefangenschaft. Zahlreiche Turnhallen wurden während des Krieges zu Lazaretten umfunktioniert, sogar das Bestehornhaus diente als Lazarett.
Nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht ergriffen hatten, in Aschersleben war die NSDAP mit 42,5 Prozent gewählt worden, wurden in Aschersleben Betriebe der Rüstungsindustrie angesiedelt. So entstanden 1936 die Heeresmunitionsanstalt (MUNA), sowie das Zweigwerk der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke auf dem Gelände der ehemaligen Ascherslebener Maschinenbau AG (AMA). Im Jahre 1937 wurde eine Artilleriekaserne im Nordosten der Stadt errichtet, die als solche bis 1945 diente. In der Nähe der Rüstungsbetriebe befand sich von Juli 1944 bis April 1945 eine Außenstelle des KZ Buchenwald mit dem Codenamen „AL“. Mehrere in der Stadt verteilte kleinere Barackenkomplexe dienten außerdem den Häftlingen als Unterkunft. Bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken leisteten etwa 450 Männer sowie 500 Frauen - zum überwiegenden Teil Jüdinnen - im Rahmen des Jägerprogramms Zwangsarbeit. Kurz vor Ende des Krieges im April 1945 mussten sie sich auf einen Todesmarsch[8] begeben, der in Richtung Torgau-Mühlberg führte und mehrere Tage dauerte.
Wegen der beiden Rüstungsbetriebe wurden erstmals am 1. September 1940 auch auf Aschersleben Bomben abgeworfen. Anfang 1944 wurden die beiden Rüstungsbetriebe des Öfteren von der US Air Force angegriffen, so beispielsweise am 22. Februar 1944.[9] und am 29. Juni 1944.[10]. Am 31. März 1945 erlitt die Stadt einen weiteren schweren Angriff auf den Bahnhof und die Johannisvorstadt. Am Vormittag des 17. April 1945 rückten die ersten Einheiten der US-Armee von Osten her in die Stadt ein. Der letzte Widerstand der Verteidiger wurde relativ schnell am 18. April gebrochen. Schließlich verhinderte der amerikanische Major Harlan W. Newell, heute Ehrenbürger der Stadt, die völlige Zerstörung durch einen Bombenangriff. Später kamen für fünf Wochen britische Truppen in die Stadt und ab 1. Juli 1945 war die Rote Armee für die Stadt zuständig.
Insgesamt ließen 1200 Bürger der Stadt an der Front ihr Leben, 250 Opfer forderten die Bombenangriffe. Unter den ausländischen Zwangsarbeitern gab es ca. 200 Tote. 352 Wohnungen wurden zerstört.
[Bearbeiten] Seit 1945 bis zur Gegenwart
In den Jahren 1946/47 mussten etwa 15.000 Umsiedler vorwiegend aus Schlesien und dem Sudetenland aufgenommen werden. Die Einwohnerzahl stieg von etwa 30.000 vor dem Zweiten Weltkrieg auf etwa 45.000.
Zu DDR-Zeiten gab es in Aschersleben einige Bildungsstätten mit überregionaler Bedeutung; so die ehemalige Offiziersschule des MDI der DDR. Aus einer Liegenschaft einer Artilleriekaserne der Wehrmacht (1937 bis 1945) wurde die Zentralschule der Deutschen Volkspolizei (1951 bis 1958). Später im Jahre 1958 zog bis 1963 die mittlere Polizeischule ein, ab 1963 führte sie die Bezeichnungen Zentrale Lehranstalt des Ministeriums des Innern (MdI) der DDR (1963 bis 1965), der Fachschule des MdI (1965 bis 1976) bis hin zur Offiziersschule des MdI (1976 bis 1990).
Aufgrund der Neuordnung der Verwaltungsstruktur am 1. September 1952 wurde der Kreis Aschersleben gegründet, Aschersleben wurde Kreisstadt. Der Kreis gehörte bis 1990 zum Bezirk Halle. 1990 wurde der Partnerschaftsvertrag mit der Stadt Peine unterzeichnet. Im Jahre 1994 wurden die Altkreise Staßfurt und Aschersleben zum neuen Landkreis Aschersleben-Staßfurt zusammengeführt.
Am 17. Juni 1953 gab es auch in den großen Betrieben der Stadt Arbeitsniederlegungen und Streiks, daraufhin rückten Truppen der Sowjetarmee in die Stadt ein und verhängten eine befristete Ausgangssperre über die Stadt.
Aufgrund des akuten Wohnungsmangels in der Stadt begann man Mitte der 1950er Jahre mit dem Bau neuer Wohngebiete und Stadtteile. Kultureller Höhepunkt dieser Zeit waren die Feiern zum 1200-jährigen Stadtjubiläum im Jahre 1953. In den 1960er Jahren wurden große Neubaugebiete im Norden der Stadt in Plattenbauweise errichtet. Dazu baute man eigens ein Plattenwerk, das bis zum Ende der DDR existierte. Während viele Plattenbausiedlungen in der Stadt entstanden, vernachlässigte man allerdings die Altstadt. Ganze Straßenzüge wurden vor allem in den achtziger Jahren abgerissen. So verschwanden viele denkmalgeschützte Häuser von Alt-Aschersleben unwiederbringlich, so unter anderem das Geburtshaus des Schriftstellers und Diplomaten Adam Olearius.
Auch in Aschersleben begannen im Herbst 1989 im ganzen Stadtgebiet Demonstrationen und Dialog-Gespräche. Dabei waren die Bürgeraussprachen in der ehemaligen Stadthalle der Höhepunkt. Im November 1989 gründete sich nach rund 43 Jahren wieder die erste SPD-Ortsgruppe. Erste frei gewählte Bürgermeisterin der Stadt wurde Siegrid Tabbert von der CDU.
Der erste große Höhepunkt im neuen Jahrtausend war die 1250-Jahrfeier der Stadt im Jahre 2003. 2004 fand in der Stadt unter dem Motto: Aschersleben - überraschend anders, der 8. Sachsen-Anhalt-Tag statt. Aufgrund demographischer Probleme nimmt die Stadt seit 2005 an der Internationalen Bauausstellung 2010 [11] teil. Diese hat die Problematik schrumpfender Städte und deren Zukunft zum Schwerpunktthema. Wegen der großen Anstrengungen beim Stadtumbau[12], in Verbindung mit der Wirtschaftsförderung und Millionen-Investitionen in den Bildungsstandort, bekam Aschersleben Ende 2006 vom Ostdeutschen Sparkassenverband den Preis: Kommune des Jahres.
Anfang 2006 erhielt die Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2010[13]. Am 1. Juli 2007 wurde Aschersleben dem neugeschaffenen Salzlandkreis zugeordnet und verlor den Status einer Kreisstadt.
[Bearbeiten] Religion
[Bearbeiten] Christentum
Der überwiegende Teil der Ascherslebener Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Die ehemals drei protestantischen Gemeinden umfassen etwa 18 bis 20 Prozent der Stadtbevölkerung und haben sich im Evangelischen Kirchspiel Aschersleben zusammengeschlossen, das ein Teil der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen ist. Etwa fünf Prozent der Stadtbevölkerung gehören zur katholischen St. Michaels-Gemeinde, einer Pfarrei im Bistum Magdeburg.
Im Jahre 1999 feierte die Evangelisch-Reformierte Gemeinde zu Aschersleben ihr 300-jähriges Bestehen. Begründet wurde die Ascherlebener Reformierte Gemeinde von Anhaltern, Pfälzern und Franzosen. Die Anfänge gehen auf den 10. August 1696 zurück, als sich drei reformierte Handwerker mit der Bitte an den Kurfürsten Friedrich III von Brandenburg wandten, eine Kommission aus den Räten der Regierung Halberstadt einzusetzen, welche dafür sorgen möge, dass die ca. 70 Gläubigen des reformierten Bekenntnisses „... zur Bewahrung ihrer Glaubensfreiheit“ ein Gotteshaus und einen Prediger erhalten. 1975 musste die Kirche am Markt an die Katholische Gemeinde verkauft werden, da die Reformierte Gemeinde nicht in der Lage war, die finanziellen Mittel für die Sanierung des Gebäudes aufzubringen. Seit dieser Zeit finden die Gemeindeveranstaltungen im Gemeindehaus am Markt statt.
[Bearbeiten] Judentum
Die im Mittelalter in Aschersleben sesshaften Juden wurden 1494 auf Befehl des Halberstädter Bischofs vertrieben. Erst unter französischer Herrschaft seit 1808 hatte die Stadt wieder eine kleine jüdische Gemeinde, die im Jahre 1840 etwa 69 Mitglieder zählte. 1852 wurde eine Synagoge in der Nähe des Stumpfen Turmes errichtet und in der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Von den 106 Juden, die hier 1933 lebten, wurden 27 zur Auswanderung gedrängt und 26 deportiert und ermordet. Seitdem gibt es keine praktizierende Gemeinde mehr. Es existiert aber noch der 1877 angelegte Jüdische Friedhof mit 80 Grabsteinen. Einst stand hier eine Aussegnungshalle, die ebenfalls von den Nazis zerstört wurde. Das Wohnhaus des Vorbeters und Lehrers der jüdischen Gemeinde, das gleichzeitig mit der Synagoge 1852 errichtet wurde, ist erhalten.
[Bearbeiten] Andere Religionsgemeinschaften
In der Stadt gibt es eine Gemeinde der Neuapostolische Kirche und seit 2005 einen Saal der Zeugen Jehovas.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1805
Die folgende (unvollständige) Liste zeigt die Namen der (Ober-)Bürgermeister von Aschersleben seit 1805.
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Im Landtag wird Aschersleben durch Detlef Gürth (CDU) und Bernward Rothe (SPD) vertreten. Das Bundestagsmandat für den Wahlkreis 70 (Börde) hat Ulrich Kasparick (SPD) inne.
[Bearbeiten] Stadtrat
Seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ist die Sitzverteilung im Stadtrat (in Klammern Wahlergebnisse 1999) folgendermaßen:[15]
| Partei | Sitze | Stimmen 2004 | Stimmen 1999 |
|---|---|---|---|
| CDU | 11 | 27,1 % | 33,7 % |
| Die Linke | 5 | 19,8 % | 20,0 % |
| SPD | 5 | 15,0 % | 23,8 % |
| FDP | 1 | 3,6 % | 3,8 % |
| GRÜNE | 1 | 2,9 % | 2,2 % |
| DSU | 2 | 3,5 % | 5,0 % |
| NPD | 1,7 % | ||
| Offensive D | 0,9 % | ||
| WIDAB | 9 | 25,5 % | 11,5 % |
| InitAs | 2 | Abspaltung der Die Linke |
Die Wahlbeteiligung lag bei 34,9 % (1999: 44,8 %) und zählt damit zu den niedrigsten Werten in Deutschland.
[Bearbeiten] Wappen und Stadtfarben
Blasonierung: „In Rot eine silberne gezinnte Burg mit zwei gezinnten spitzbedachten beknäuften Türmen, das offene rundbogige Tor schrägrechts mit einem schwarzsilbern geschachten Schild belegt. Hinter der Toröffnung eine sich über den Türmen ausbreitende bewurzelte grüne Eiche mit silbernen Eicheln, in den Zweigen drei schwarze Vögel, der vordere links, die beiden anderen rechts gewendet.“
Die Darstellung geht auf ein Siegel des 14. Jahrhunderts zurück, in dem jedoch kein Schachschild im Tor gezeigt wird. Dieses Schild des Schultheißenamtes wurde erst eingesetzt, nachdem die Stadt von ihrem Grundherrn, dem Bischof von Halberstadt, die Burg und die Vogtei erkauft hatte. [16]
Bis zum Jahre 1900 waren die Stadtfarben weiß-schwarz,entlehnt aus dem Grafenschild im Stadtsiegel. Da diese Farben alleine nicht charakteristisch genug waren, da sie mit den preußischen Landesfarben zusammenfielen, wählte man, bezugnehmend zur grünen Eiche im Stadtwappen, die Farbe Grün hinzu. Mit dem damaligen Beschluss des Rates der Stadt wurden im Jahre 1900 die Farben in schwarz-weiß-grün geändert.
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge der Stadt zeigt die Farben Schwarz-Silber (Weiß)-grün mit dem aufgelegten Stadtwappen.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Bis 1900 handelt es sich meist um Volkszählungsergebnisse, danach um amtliche Fortschreibungen der jeweiligen statistischen Ämter[17] oder der Stadtverwaltung selbst.
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1 Ohne die am 1. Januar 2008 eingemeindeten Ortsteile Freckleben, Drohndorf und Mehringen.
[Bearbeiten] Partnerstädte
Aschersleben unterhält seit 1990 partnerschaftliche Beziehungen zur Stadt Peine in Niedersachsen sowie seit September 2002 zum slowakischen Kurort Trencianske Teplice.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Theater und Museen
[Bearbeiten] Bestehornhaus
Das Bestehornhaus in der Hecknerstraße ist ein Veranstaltungsort, in dem Theateraufführungen, Empfänge, Konzerte, Bälle, Faschingssessionen oder Gastauftritte bekannter Künstler stattfinden. Im Jahre 1908 erbaut, ist es der Unternehmerfamilie Bestehorn zu verdanken, die das Haus der Stadt zur Verfügung stellte. Die Familie war mit der Herstellung von Verpackungsmaterialien zu Reichtum gelangt und gab so einen Teil ihres Wohlstandes an die Aschersleber zurück. Im Jahre 1938 wurde das Bühnenhaus mit Ostgiebel durch Stadtbaurat Hans Heckner erweitert. Das Haus besitzt einen großen Saal mit einer Kapazität von 480 Personen, einen kleinen Saal für 120 Personen und andere kleinere Gesellschaftsräume. Seit 2005 ist das Bestehornhaus Heimstatt des jährlich im November stattfindenden Bundeskabarettfestivals. Theateraufführungen werden von Ensembles der Nachbarstädte Bernburg (Saale), Halberstadt und Thale veranstaltet.
[Bearbeiten] Städtisches Museum
Das Städtische Museum am Markt ist der Stadtgeschichte gewidmet. Die Ausstellung zeigt im Erdgeschoss eine prähistorische Sammlung mit Exponaten des Neolithikums, der Bronzezeit und der Eisenzeit. Bemerkenswert ist das einzige römische Arztbesteck aus dem 3. Jahrhundert, das außerhalb des Römischen Reiches gefunden wurde. Weiter werden die Themen Herrschaft der Askanier, mittelalterliche Funde, Bauernkrieg, Dreißigjähriger Krieg, französische Fremdherrschaft und beide Weltkriege behandelt. Ein gotischer Altar mit geschnitzten Figuren gilt als herausragendes Exponat. Die paläontologische Sammlung von Professor Dr. Martin Schmidt mit dem Skelett eines ca. 175 Millionen Jahre alten Fischsauriers komplettiert das Museum. In der dritten Etage liegt der einzige in Deutschland ständig zugängliche Tempel des Freimaurerordens Zu den drei Kleeblättern. Eine kleine Ausstellung gibt Auskunft über die Geschichte der Freimaurer und der Loge in Aschersleben. Neben der ständigen Ausstellung führt das Museum Sonderausstellungen durch. Veranstaltungen wie Konzerte, Theater, Vorträge und vor allem die Museumsnacht vervollständigen das Angebot des kleinen Museums.
[Bearbeiten] Kriminalpanoptikum
Das Kriminalpanoptikum im 1896 eingerichteten ehemaligen Stadtgefängnis am Gerichtsgebäude zeigt die Geschichte der Kriminalpolizei in Deutschland. Es berichtet von Gaunergeschichten am authentischen Ort, denn das Gebäude war bis 1982 Untersuchungsgefängnis der Stadt. Im Jahre 2003 wurde im sanierten Haus das Museum eröffnet, in dem Tatwerkzeuge, Schlagstöcke, eine Fesselsammlung mit Hand- und Fußfesseln und Folterinstrumente aus dem Mittelalter, aber auch Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der nationalen und internationalen Polizei ausgestellt sind. Eine eingerichtete Gefängniszelle, ein Verbrecheralbum sowie Bilder und Requisiten der Kriminalfotografie und der Daktyloskopie werden ebenfalls gezeigt. Kuriose Kriminalfälle und Geschichten rund um das Gefängnismilieu werden anschaulich und verständlich dargestellt.
[Bearbeiten] Baustile
In Aschersleben sind die verschiedensten Baustile der letzten Jahrhunderte vertreten. So bestimmen die historische Altstadt Bauten der Romanik (Grauer Hof) und Gotik (St. Stephanikirche) sowie der Renaissance (Rathaus, Krukmannsches Haus) und des Barocks. Wie ein Ring schließen sich Bauten des Klassizismus und Jugendstils um die historische Altstadt. Diese werden wiederum durchsetzt und ergänzt durch Bauten der frühen Moderne (wie z. B. die von Stadtbaurat Hans Heckner), sowie Gebäude aus der DDR-Zeit. Große Neubaugebiete gibt es vor allem im Norden und Südosten der Stadt. Es gibt wenige Fachwerkbauten in der Altstadt von Aschersleben. Gutes Steinmaterial in der Nähe und geringer Waldbesitz, sowie zahlreiche Brände vor dem 16. Jahrhundert sind Gründe dafür. Dennoch gibt es zahlreiche Gebäude, die ein hohes, massives Untergeschoss besitzen, das, meist zweistöckig, ein Fachwerkobergeschoss trägt.
[Bearbeiten] Historische Bauwerke
[Bearbeiten] Kirchen
Die St.-Stephani-Kirche (15./16. Jahrhundert) ist eine gotische Hallenkirche und beherrscht das Stadtbild. Sie ist Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich wurde sie mit zwei Türmen geplant, der zweite nördliche Turm fiel jedoch dem sandigen Bauuntergrund zum Opfer. Tatsächlich steht auch der südliche Turm in einer gewissen Neige. Regelmäßig wird überprüft, ob sich der Turm weiter neigt. Eine weitere kulturhistorisch wertvolle Kirche ist die St.-Margarethen-Kirche, die ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Nach völliger Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg ist sie im Zustand des Wiederaufbaus im 16. Jahrhundert. Die Heilig-Kreuz-Kirche am Markt war einst Kirche des hier ansässigen Franziskanerklosters und stellt den einzigen erhaltenen Teil des Klosters dar. Von 1905 wurde die St.-Johannis-Kirche gebaut, 1952 bis 1954 die Neuapostolische Kirche und die St.-Michaels-Kirche im Jahr 1863. Die St.-Michaels-Kirche ist das Gemeindezentrum der katholischen Kirche. Die Stadt hatte auch eine jüdische Gemeinde, deren Synagoge 1852 erbaut und 1938 zerstört wurde. Eine Gedenkplatte in der Altstadt erinnert an das Gotteshaus.
[Bearbeiten] Stadtbefestigungsanlage
Aschersleben ist eine der wenigen Städte Deutschlands, in der die Stadtbefestigungsanlage zum großen Teil erhalten blieb, auch wenn diese ihre praktische Bedeutung am Ende des Mittelalters verloren hatte. Dennoch wurden vor allem im 19. Jahrhundert zahlreiche Stadttore und Türme abgebrochen, um dem zunehmenden Fuhrwerksverkehr Herr zu werden und den Handel zu fördern. Von einst 51 Türmen und Schalen sind noch etwa 15 erhalten. Das Rondell wurde von 1507 bis 1583 erbaut. Das Bauwerk stellt einen mächtigen vierstöckigen Festungsturm dar, der einen 1846 aufgesetzten Fachwerkoberbau trägt. Seine Wandstärke beträgt 3,7 bis 4,0 Meter. Er hat mehrere Schießscharten, die ungewöhnlich groß sind, weil sie für zehn Geschütze bestimmt waren. Der Turm hatte eine dreifache Feuerlinie, wovon die obere für Handfeuerwaffen und Armbrüste gedacht war. Insgesamt ist der Festungsturm 23 Meter hoch. Er war mit der größten Zwingeranlage der Stadt verbunden. Dass der Turm an der Südostecke der Stadt diese Ausmaße hatte, lässt darauf schließen, dass man hier den bedrohtesten Punkt der Stadt sah.
Weitere noch erhaltene Bauwerke der Stadtbefestigung sind:
Der Johannisturm von 1380 ist von den einst fünf Stadttoren der einzig erhaltene Torturm der Stadt. Er ist mit Helm 42 Meter hoch und war im Vergleich zu den bereits abgerissenen Türmen der mächtigste Stadtturm. Stadtauswärts schmücken über der Einfahrt zwei Ratswappen das Mauerwerk, das Stadtwappen befindet sich auf der Stadtseite. Die Wetterfahne trägt den Preußenadler mit den Initialen von Friedrich Wilhelm von Brandenburg.
Der Schmale Heinrich steht unweit des mächtigen Johannisturms, ist 32 Meter hoch und stammt aus dem Jahre 1442. Bemerkenswert ist die Wetterfahne. Sie zeigt einen Kranich, der seit der Antike das Symbol der Wachsamkeit ist. Ursprünglich trug er in den Krallen einen Stein. Die Überlieferung sagt dazu: Mit diesem Stein wollte der Kranich verhindern, dass er einschliefe. Würde er dennoch einschlafen, würde er durch das Herunterfallen des Steines wach werden. Diese Wetterfahne war die weithin sichtbare Mahnung an die Bürger der Stadt, in ihrer Wachsamkeit nicht nachzulassen.
Der Rabenturm wurde im Jahre 1442 erbaut. Seine Höhe beträgt 31 Meter. Er war besonders stark bestückt und hat 21 Schießscharten, die auf die Stärke der Wachmannschaft schließen lassen. Er gilt als der am besten erhaltene Turm der Stadtbefestigung. Der Name bezieht sich auf seine Nähe zur Hinrichtungsstätte, dem Galgen.
Zwischen dem Schmalen Heinrich und dem Rabenturm befindet sich der Schimmelpfennigsche Turm, der keinen Helm mehr besitzt. Er steht auf dem hier gut erhaltenen Zwinger und bedarf noch einer Sanierung. Unweit des Turmes steht mit nur zwei Metern Breite das schmalste Haus der Stadt.
Am Burgplatz befindet sich die beeindruckendste Anlage der Stadtbefestigung - eine große Rundschale. Mit einem Durchmesser von 7,2, einer Mauerstärke von 1,25 und einer Höhe von 12 Metern war sie die mächtigste Befestigung nach Südwesten.
Die Malzmühle liegt direkt an der Eine. Neben ihrer Funktion, Malz für Brauereien zu mahlen, diente sie als Bastion im Verteidigungssystem der Stadt. Zwei Stockwerke der Mühle weisen Schießscharten auf. An der Ostseite befindet sich eine hufeisenförmige, zur Stadt hin offene Schale mit drei Feuerlinien. Das noch immer erhaltene Wehr am Fluss diente zum schnellen Aufstauen des Wassers für den Stadtgraben.
Der Stumpfe Turm an der Malzmühle wurde 1440 erbaut. Er ist 23 Meter hoch und zählte zu den stärksten Pfeilern in der Stadtbefestigung. Im Keller befand sich ein heute unzugängliches Verlies mit Tonnengewölbe. Er ist am Tag des offenen Denkmals für die Öffentlichkeit zugänglich.
An die Nordostseite der Wassertormühle grenzt der Elisabethzwinger. Er hatte die Aufgabe, das bis dahin ungeschützte Terrain zwischen der Eine und der Stadtmauer zu sichern und die Wasservorstadt fester mit der restlichen Stadt zu verbinden.
Den nördlichen Abschluss des Elisabethzwingers bildet der Krappsche Turm. Der schmale Bau ist nur noch 15 Meter hoch und immer noch gut zu erkennen, obwohl er jetzt Teil eines Wohnhauses ist.
Der Liebenwahnsche Turm von 1442 ist 27,5 Meter hoch und stand direkt am 1831 abgebrochenen Liebenwahnschen Torturm. Eine Besonderheit bildet die goldene Kugel auf der Spitze, die, einem alten Brauch folgend, alte Dokumente für die Nachwelt beinhaltet. Der Turm am Marsfelde wurde von 1432 bis 1465 erbaut und ist 26,5 Meter hoch. Er ruht auf einem Tonnengewölbe, das einst als Verlies diente. Vor dem Tor lag im damals freien Gelände das Marsfeld, (heute Herrenbreite).
Die Stadtmauern weisen eine einheitliche Stärke von einem Meter, eine Höhe von acht Metern und eine Länge von 2,3 Kilometern auf. Sie sind nicht mehr vollständig erhalten.
Außerhalb der Stadt befanden sich einst elf Warttürme, von denen noch zwei erhalten sind, die Westdorfer Warte im Süden auf dem Gelände der Alten Burg und im Nordosten die Stassfurter Warte, direkt an der einstigen Grenze zu Anhalt-Bernburg.
[Bearbeiten] Rathaus
Das Aschersleber Rathaus zeugt vom einstigen Reichtum und von der Macht der Stadt. Es stammt aus verschiedenen Bauetappen. Im Jahre 1517 wurde damit begonnen, an der gleichen Stelle das alte Rathaus abzubrechen und ein neues zu errichten. 1518 wurde Richtfest gefeiert. 1730 wurde das Gebäude mit gelber Kalkfarbe gestrichen und mit neuen Fenstern ausgestattet. 1885 kaufte die Stadt einige Grundstücke in der Nachbarschaft und errichtete auf dem geräumten Areal einen zweistöckigen Anbau. Den letzten Anbau errichtete man 1935 auf der Marktseite. Der Entwurf stammte vom Stadtbaumeister Hans Heckner. Der Kern der ganzen Anlage ist der aus gotischer Zeit stammende Hauptturm, der nach 1518 erhöht wurde. An der Südseite des Komplexes befindet sich ein Treppenturm, der ehemals der Aufgang zum Stadtverordnetensaal war. Der Turm erstreckt sich über vier Geschosse und hat ein halbes Achteck als Grundriss. Im oberen Stockwerk ist spätgotisches Maßwerk zu sehen. Zwischen dem Treppenturm und dem höheren Uhrenturm an der Westseite besaß das Haus Mauerbögen, ähnlich denen an der Stadtmauer. Beim ersten Umbau wurden diese entfernt. Der weithin sichtbare Uhrenturm ist der