Ashoka (Organisation)

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Ashoka
Gründer Bill Drayton
Gründung 1980
Sitz Headquarters in Arlington, Virginia, USA
Stiftungsvermögen über $32 Mio. $
Motto Deutschland: Heimat der Changemaker
Website www.ashoka.org

Ashoka ist eine internationale Non-Profit-Organisation zur Förderung von sozialem Unternehmertum.

Die Organisation sucht und fördert in ca. 70 Ländern Sozialunternehmer, d. h. Menschen, die sich innovativ, pragmatisch und langfristig für einen wesentlichen, positiven Wandel einer Gesellschaft einsetzen. Die von der Organisation Ashoka Fellows genannten Stipendiaten erhalten von Ashoka finanzielle Unterstützung, Beratung und Anschluss an Netzwerke im sozialen Sektor sowie in Wirtschaft und Wissenschaft, damit sie ihre Projekte verbreiten können.[1]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name der Organisation (Sanskrit für: ohne Sorge [2]) geht auf den indischen Fürsten Ashoka zurück, der sich im 3. Jahrhundert vor Christus nach Jahren kriegerischer Herrschaft auf dem indischen Subkontinent für Versöhnung, Toleranz, Freiheit und ökonomischen Wohlstand einsetzte.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Ashoka wurde 1980 von Bill Drayton in Washington, D.C. gegründet.

Ashoka Fellows sind Social Entrepreneurs, die innovative Ideen und das Potenzial haben, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Sie teilen folgende Eigenschaften: Sie haben ein Konzept zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems, sie sind unternehmerisch und kreativ in Bezug auf Zielsetzung und Zielerreichung und sie wollen ihr Vorhaben verbreiten. Ihr Ansatz hat das Potenzial, viele Menschen zu erreichen, direkt (z. B. durch Bildungsreform) oder indirekt (z. B. durch Umweltschutzmaßnahmen).

Seit 1980 hat Ashoka rund 2000 Social Entrepreneurs in mehr als 70 Ländern als ‚Fellows‘ ausgewählt und gefördert. Manche von ihnen entwickeln ihre Projekte im Laufe der Zeit zu profitablen Unternehmungen, re-investieren ihre Gewinne aber wieder, um das gesellschaftliche Ziel weiter zu verfolgen. Andere bleiben von Spenden und Zuwendungen abhängig, weil sie in Feldern arbeiten, in denen ihr Werk auf dem freien Markt kein finanzielles Einkommen generiert – z. B. beim Kampf gegen Kinderprostitution oder Ausländerfeindlichkeit.[4]

Der bekannteste Ashoka Fellow und zugleich Gründungsmitglied der Global Academy von Ashoka ist Muhammad Yunus. Er und die von ihm gegründete Grameen Bank wurden 2006 für ihr Mikrokredit-Programm mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.[5]

Ein weiterer bekannter Fellow ist Jimmy Wales.[6]

Geförderte Projekte[Bearbeiten]

Von Ashoka gefördert werden beispielsweise:

  • Bildung (334 „Fellows“): Die Entwicklung neuer Lehr- und Lernmethoden sowie neue pädagogische Ansätze sollen unterstützt werden. Dabei sollen neue Schulformen, Lehrpläne und Programme entwickelt werden, die bei Kindern die Fähigkeiten Probleme lösen, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Teamfähigkeit und Kreativität fördern.
  • Bürgerinitiativen (375 „Fellows“): Die Meinungen der einzelnen Bürger sollen angehört und eine Kultur der Anteilnahme und gegenseitigen Unterstützung gefördert werden.
  • Gesundheit (311 „Fellows“): Der Gesundheitsstandard soll durch die Unterstützung des Gesundheitssystems gesteigert werden, dies soll durch einen besseren Zugang zur medizinischen Basisversorgung und durch Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Institutionen geschehen.
  • Menschenrechte (422 „Fellows“): Innovationen sollen gefördert werden, die den vollen Erhalt der zivilen, politischen und sozialen Rechte sicherstellen.
  • Umwelt (258 „Fellows“): Es sollen Lösungen gefunden werden, die die Umwelt schützen und sich zugleich der zugrundeliegenden sozialen Probleme annehmen.
  • Wirtschaftliche Entwicklung (411 „Fellows“): Durch den Ausbau der wirtschaftlichen Möglichkeiten, der Steigerung der Durchsetzungsstärke in Tarifverhandlungen und der Entwicklung von neuen Märkten für die ärmere Bevölkerung sollen alle Menschen wirtschaftliche Unabhängigkeit erreichen können.

Anzahl „Fellows“ nach Kontinenten[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 verteilten sich die Unterstützungen auf folgende Kontinente[7]:

Kontinent Fellows %
Asien 638 ca. 34 %
Südamerika 571 ca. 31 %
Afrika 293 ca. 16 %
Europa 192 ca. 10 %
Nordamerika 167 ca. 9 %
Weltweit 1,861 100 %

Die Ashoka-Jugendinitiative (Youth Venture)[Bearbeiten]

Das von Ashoka angeleitete Programm "Youth Venture" verfolgt das Ziel der gesellschaftlichen Aktivierung Jugendlicher in den Bereichen Partizipation, Unternehmertum und Persönlichkeitsentwicklung. Ashoka erkannte, dass der effektivste Weg der Verbesserung der Lebensbedingungen Jugendlicher sei, sie dazu zu befähigen, selbst Agent sozialen Wandels zu werden und die Welt zumindest im Kleinen zu verändern. Die Jugendlichen erleben, dass sie ihr Umfeld positiv beeinflussen und zum Motor ihrer eigenen Entwicklung werden können. So erlernen sie spielerisch auch für ihren weiteren Lebensweg wichtige Fähigkeiten (z.B. Kommunikation, Führung, Teaming, Projektmanagement, etc. ). Diese Erfahrungen helfen ihnen zukünftig, schwierige Situationen nicht als ausweglose Probleme, sondern als Herausforderungen zu begreifen und aktiv zu agieren statt passiv zu reagieren. [8]

Ashoka unterstützt ca. 3.000 kleine, soziale Unternehmungen von Jugendlichen in 17 Ländern. Die jungen Changemaker werden mit Peers rund um die Welt über die internationale Online-Community vernetzt.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist das Programm Youth Venture als Ashoka-Jugendinitiative auf zwei Ebenen gegliedert:

  • die Förderung Jugendlicher beim Start eigener sozialer Projekte, z.B. in Stuttgart, Friedrichshafen und Berlin
    • die Ausbildung junger Menschen (18-25 Jahre) zu ehrenamtlichen Trainern
    • die Unterstützung Jugendlicher (12-20 Jahre) im Rahmen von Workshops, individueller Coachings und der Vergabe von

Startfinanzierungen bei der Gründung sozialer Projekte

    • Durchführung thematischer und offener Online-Wettbewerbe [9]
  • Veränderung der Rahmenbedingungen für sozialen Wandel mit und durch Jugendliche mit dem Leading Changemaker-Projekt [10]

Unterstützte Projekte (Auswahl)[Bearbeiten]

Ashoka unterstützt nicht die eigentlichen Projekte, sondern die Personen, die hinter den Projekten stehen. Beispiele für solche Projekte sind:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was wir machen.. Ashoka Deutschland. Archiviert vom germany.ashoka.org Original am 5. April 2009. Abgerufen am 7. August 2009.
  2. Ashoka auf vorname.com
  3. ashoka.org History. Zugriff am 7. August 2009.
  4. germanyashoka.org Ashoka Fellows. Zugriff am 7. August 2009.
  5. nobelpeaceprize.org Nobel Peace Prize 2006. Zugriff am 7. August 2009.
  6. http://www.ashoka.org/fellow/jimmy-wales
  7. http://www.ashoka.org/sites/ashoka/files/SOR_2007_Compressed.pdf Ashoka 2007 Summary of Results
  8. Informationsbooklet von Ashoka. (PDF) Zugriff am 14. Januar 2009.
  9. Ashoka Jugendinitiative. Zugriff am 14. Januar 2009.
  10. Ashoka Jugendinitiative Leading Changemaker Projekt. Zugriff am 14. Januar 2009.