Asien-Afrika-Institut

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Das Asien-Afrika-Institut ist eine Einrichtung der Universität Hamburg mit Abteilungen für Afrikanistik, Äthiopistik, Austronesistik, Indologie, Iranistik, Islamwissenschaft, Japanologie, Koreanistik, Sinologie, Thaiistik, Tibetologie, Turkologie und Vietnamistik.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hamburgisches Kolonialinstitut

Abteilungen des Asien-Afrika-Instituts[Bearbeiten]

Abteilung für Sprache und Kultur Japans[Bearbeiten]

  • Japanologie

Der erste deutsche Lehrstuhl für Sprache und Kultur Japans wurde 1914 in Hamburg eingerichtet. Das Hauptinteresse seines Gründungsordinarius Karl Florenz galt zwar der Literatur und Religion der Vormoderne, in der Lehre jedoch kam das moderne Japan keineswegs zu kurz. 1936 übernahm Wilhelm Gundert die Leitung, wurde 1945 jedoch auf Grund seiner universitätspolitischen Rolle während der NS-Zeit seiner Lehrverpflichtungen entbunden. Von den 1950er bis in die 1980er Jahre lehrten Oscar Benl als Literaturwissenschaftler und Übersetzer und Günther Wenck (1916-1992) als Sprachwissenschaftler. Von 1957 bis 1978 unterrichteten Geza S. Dombrady (Literatur), von 1983 bis 2005 Roland Schneider (Sprache und Literatur des Mittelalters), von 1987 bis 1993 Klaus Antoni (Kulturanthropologie), ab 1994 Manfred Pohl (Staat, Politik und Gesellschaft), von 1995 bis 1999 Kay Genenz (Kulturelle Entwicklung und Sprachdidaktik) und seit 2006 Jörg B. Quenzer (Literatur, Geistes- und Kulturgeschichte) am Seminar.

Neben den Veröffentlichungen der OAG Hamburg (Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (NOAG)), Mitteilungen der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (MOAG) betreut die Abteilung zusammen mit der Sinologie auch die ostasienwissenschaftliche Zeitschrift Oriens Extremus.

Abteilung für Sprache und Kultur Chinas[Bearbeiten]

Die Abteilung für Sprache und Kultur Chinas verfügt über einen Arbeitsbereich für Koreanistik. Die Abteilung gibt die referierte Fachzeitschrift 'Oriens Extremus' heraus.

  • Sinologie

Hauptsächlich bietet die Abteilung für Sprache und Kultur Chinas die zwei Studiengänge "Internationaler Bachelor of Arts Ostasien / Sinologie" sowie "Wirtschaft und Kultur Chinas (B.A.)", sowie ein Masterprogramm der Sinologie an.

Der auslaufende Magister Sinologie ist in Hamburg in die Studiengänge "Sprache und Literatur Chinas" (Sinologie I) und "Staat und Gesellschaft Chinas" (Sinologie II) unterteilt. Studierende hatten die Möglichkeit, jeweils eine der beiden Richtungen als Haupt-, die andere als Nebenfach zu wählen.

Die zwei Professuren im Bereich der Sinologie werden von Michael Friedrich und Kai Vogelsang ausgefüllt. Außerdem existiert eine Professur des Arbeitsbereiches Koreanistik.

  • Koreanistik

Der Arbeitsbereich für Koreanistik besitzt eine Professorenstelle, die seit 2012 von Yvonne Schulz Zinda ausgefüllt wird.

Abteilung für Sprachen und Kulturen Südostasiens[Bearbeiten]

  • Austronesistik (Indonesische und Südseesprachen)

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Sprachraum der Austronesistik reicht bis zum Hamburger Kolonialinstitut (gegründet 1908) zurück. Im Jahre 1931 wurde die Austronesistik als unabhängiger Bereich, mit der damaligen Bezeichnung „indonesische und ozeanische Studien“, etabliert. Unter dem ersten Direktor der Abteilung, Otto Dempwolff, waren die historische und komparative Linguistik Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Dempwolffs Publikationen zur Phonologie und sein Lexikon des Proto-Austronesischen legten das Fundament für gegenwärtige historische Studien. Seine Nachfolger Walther Aichele, Hans Kähler and Lode F. Brakel rückten literarische und kulturelle Themen stärker in den Vordergrund. Im Jahre 1990 nahm Rainer Carle seine Tätigkeit als Professor für Austronesistik auf. Er wurde auf dem Gebiet der Austronesistik promoviert und habilitierte sich mit einer Arbeit zur Opera Batak, dem Wandertheater der Toba-Batak in Nord-Sumatra. Er wurde langjährig von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Martina Heinschke und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Arndt Graf unterstützt sowie von dem Lektor für die indonesische Sprache Dami Toda, der im Jahre 2006 plötzlich verstarb. Seit April 2009 ist Monika Arnez Juniorprofessorin für Austronesistik und seit April 2010 hat Yanti Mirdayanti das Lektorat für die indonesische Sprache inne. Die Einbindung der Austronesistik in die Südostasien-Abteilung, die 2005 gemeinsam mit der der Thaiistik und Vietnamistik erfolgte, die gemeinsamen BA- und MA-Studiengänge sowie die Zusammenarbeit mit benachbarten Fächern am Asien-Afrika-Institut bieten eine Vielzahl an Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten des Faches. Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte bilden die moderne Literatur Indonesiens sowie Entwicklungen in den Religionen der Region, speziell des Islam. In der Lehre möchten wir die gesamte Breite des Faches abbilden, so dass eine Vielzahl an Themen in den Bereichen Sprache, Literatur, Kultur und Geschichte abgedeckt wird. Vier Promovenden verfassen derzeit Dissertationen in den Bereichen Religion, Medizin und Sprachwissenschaft.

Arbeitsbereich Sprachen und Kulturen des südostasiatischen Festlandes

  • Thaiistik

Die Anfänge der Hamburger Thaiistik gehen auf das Jahr 1958 zurück. Auf Initiative des Japanologen Oscar Benl wurde ein Lektorat für die thailändische Sprache am Chinesischen Seminar eingerichtet. Beim Aufbau der Thaiistik spielte in den Anfangsjahren der Lektor Luang Kee Kirati, der schon in den 1930er Jahren unter Walter Trittel in Berlin Thai unterrichtet hatte, eine herausragende Rolle. Ihm zur Seite stand der promovierte Jurist Klaus Wenk, der sich vor allem der Erforschung der klassischen Literatur und der thailändischen Kunst widmete. 1970 erhielt Wenk einen Ruf als Professor für Sprachen und Kulturen des südostasiatischen Festlands an der neu gegründeten Abteilung Thailand, Burma und Indochina, deren Leitung er während der folgenden 22 Jahre innehatte. Ebenfalls von 1970 an, bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1988, war Klaus Rosenberg, dessen Schwerpunkt im Bereich der thailändischen Philologie lag, als Professor in der Abteilung tätig. Als im August 1997 auch seine Mutter starb, hatte sie testamentarisch verfügt, dass ihr Vermögen für eine Klaus-Rosenberg-Stiftung bestimmt sei. Einziger Zweck der Stiftung ist es, Studierende der Abteilung für Studienzwecke nach Thailand zu schicken oder thailändische Studenten nach Hamburg kommen zu lassen. Wenks Nachfolger wurde 1992 der international renommierte Ethnologe und Historiker Barend Jan Terwiel, der zuvor u. a. in Canberra und München gelehrt hatte. Terwiel bereicherte das Feld der Thaiistik durch die Einbeziehung der Kulturen der außerhalb Thailands lebenden Tai-Völker (u.a. Shan und Ahom) beträchtlich. Er führte ein, daß jeder Thaiistik-Student einige Zeit in Thailand verbringt, um dort die Sprache und Kultur besser verstehen zu lernen. Nach einer zweijährigen Vakanz wird die Thaiistik seit dem WS 2009/10 durch Volker Grabowsky vertreten, der 1996 in Hamburg mit „Bevölkerung und Staat in Lan Na“ habilitiert worden war. Als Teil der 2005 gegründeten Südostasien-Abteilung bietet die Thaiistik gemeinsam mit Austronesistik und Vietnamistik BA- und MA-Studiengänge zu Sprachen und Kulturen Südostasiens an. Die Zusammenarbeit mit benachbarten Fächern am Asien-Afrika-Institut eröffnet eine Vielzahl an Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten des Faches. Das Lektorat, das nach Luang Kee Kiratis Tod im Jahre 1967 zunächst Ampha Otrakul (bis 1978) und danach Patcharee Kaspar-Sickermann (bis 2009) innehatte, ist seit dem WS 2010/11 durch Herrn Watcharit Kongpien M.A., neu besetzt worden. In der Lehre wird die gesamte Breite des Faches in Sprache, Literatur, Geschichte und Gesellschaft abgedeckt. Die gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte bilden die Geschichte von Thailand und Laos sowie die Manuskriptkulturen der Tai. Sechs Promovende verfassen derzeit Dissertationen in den Bereichen Geschichte, Kultur und Sprachwissenschaft

  • Vietnamistik

Die Vietnamistik hat an der Universität Hamburg eine Tradition, die bis in das Jahr 1972 zurückreicht, als das erste Vietnamesisch-Lektorat an der damaligen Abteilung Thailand, Burma und Indochina des China-Seminars eingerichtet wurde. Dieses Lektorat entwickelte sich im Jahre 1982 zu einem eigenständigen Magisterstudiengang, wobei die Lektorenstelle zu einer Professur aufgewertet wurde. Seit 1972 vertrat Vũ Duy Từ das Fach Sprache und Kultur Vietnams in Lehre und Forschung, zunächst als Lektor für die vietnamesische Sprache und von 1982 bis 1999 als Professor. Er forschte über die christlich-europäische Einflussnahme auf Vietnam und schrieb ein Lehrbuch der vietnamesischen Sprache. Von 1999 bis 2002 war diese Stelle nicht besetzt. Mit der Neubesetzung im Jahre 2002 waren die Bemühungen zum Erhalt des Faches – ein Unikat im deutschsprachigen Raum – von Erfolg gekrönt. Die Einbindung der Vietnamistik, gemeinsam mit Thaiistik und Austronesistik, in die 2005 gegründete Südostasien-Abteilung und in die gemeinsamen BA-und MA-Studiengänge sowie die Nachbarschaft zu den großen und wichtigen Fächern der Asien- und Afrikawissenschaften, vor allem der Sinologie, der Japanologie und Koreanistik, aber auch der Indologie und Islamwissenschaften, ermöglichen der Lehre und dem Studium der Sprache und Kultur Vietnams deutschlandweit einzigartig günstige Entwicklungsbedingungen. Im Jahre 2002 begann Jörg Thomas Engelbert seine Tätigkeit als Professor für vietnamesische Sprache und Kultur. Er wurde auf dem Gebiet der Vietnamistik promoviert und habilitierte sich in Geschichte Südostasiens. Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte bilden die moderne Geschichte Vietnams unter besonderer Berücksichtigung des Südens, ethnische Entwicklungen und die Beziehungen zwischen Vietnam, Laos und Kambodscha, Vietnam und China sowie die Volksliteratur der Việt. In der Lehre wird das Bemühen darauf gerichtet sein, das Fach in seiner ganzen Breite unter besonderer Berücksichtigung der Sprache, Literatur und Geschichte zu vertreten. Seit 2006 gibt es endlich auch ein festes Vietnamesisch-Lektorat, das Herr Cao Quang Nghiệp M.A., Absolvent der Hamburger Vietnamistik, ausfüllt. Er arbeitet gegenwärtig auch an einer Promotion zur Literaturgruppe „Tự Lực Văn Đoàn“. Vier weitere Promovenden schreiben zurzeit Dissertationen über Sprachwissenschaft und Literatur.

Abteilung für Sprache und Kultur Indiens und Tibets[Bearbeiten]

  • Indologie
  • Tibetologie

Ganze vier Universitäten in Deutschland bieten derzeit Tibetologie als Studienfach an: Universität Hamburg, Universität München, Universität Leipzig und Universität Bonn. Der Fachbereich in Hamburg beinhaltet einen Lehrstuhl für Buddhismuskunde.

Abteilung für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients[Bearbeiten]

Die Abteilung wurde 1908 im Rahmen des Hamburgischen Kolonialinstitutes gegründet. Der erste Direktor war der Begründer der deutschen Islamwissenschaft, Carl Heinrich Becker, dessen historische Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg durch Bertold Spuler, dann Albrecht Noth weitergeführt wurde und die seit 2001 von Lawrence I. Conrad vertreten wird. Ursprünglich sollte das Seminar Kaufleute und Beamte durch sprach- und landeskundliche Kurse auf den Einsatz im Orient vorbereiten. Neben die zeitgeschichtliche Forschung und die Einführung in Sprache und Landeskunde sind allgemeine historische und philologische Studien getreten.

  • Arbeitsbereich Islamwissenschaft

Die Islamwissenschaft beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur der islamischen Welt von den Anfängen bis zur Gegenwart. Grundlage sind überwiegend schriftliche Zeugnisse in den Literatursprachen dieses Raumes (Arabisch, Türkisch, Persisch). Schwerpunkte der Arbeit in diesem Arbeitsbereich sind: frühislamische Geschichte und Quellenkritik. Dazu kommt das Thema "Geschichte der Medizin in der islamischen Welt". Unter Einbeziehung der historischen Perspektive konzentriert sich weitere Arbeit auf das Thema "Feindbild" vom Muslim/Araber/Türken im Westen sowie vice versa vom Christen/Europäer in der islamischen Welt. Dazu kommt als Forschungsschwerpunkt die arabische Presse. Im Arbeitsbereich wird "Der Islam", eine der ältesten orientalistischen Fachzeitschriften, herausgegeben.

  • Arbeitsbereich Turkologie

Gegenstand der Turkologie ist die Sprache, Geschichte und Kultur der Türken. Die Forschungsinteressen in Hamburg richten sich vor allem auf: Geschichte und Kultur des Osmanischen Reiches und die moderne Geschichte der Türkei, osmanische und moderne türkische Literatur sowie türkische Migranten in Deutschland; bei den Zentralasienstudien wird Aserbaidschan besonders berücksichtigt. Erst mit der Ernennung von Annemarie von Gabain zur außerplanmäßigen Professorin 1948 wurden türkische Studien aus der Islamkunde herausgelöst und als eigenes Hauptfach verankert, zunächst mit dem Schwergewicht auf der allgemeinen Turkologie (Alttürkisch, zentralasiatische Turksprachen) und in enger Verbindung mit der Altaistik, Finno-Ugristik und Sinologie (chinesischer und zentralasiatischer Buddhismus). Unter ihrer Nachfolgerin Barbara Flemming kamen das Türkeitürkische in sprachwissenschaftlicher, historischer und literaturwissenschaftlicher Richtung hinzu, Hanna Sohrweide (1980) pflegte insbesondere die Osmanistik. Mit der Berufung von Petra Kappert 1979 wurde die Turkologie zu einem eigenen Arbeitsbereich am Seminar.

  • Arbeitsbereich Iranistik

Das Fach Iranistik wurde 1919 bis 1930 von Heinrich Junker und H. Reichelt vertreten, dann von 1937 bis 1954 von Jehangir Tavadia. 1948 wechselte es mit der Berufung von W. Lentz vom Sprachwissenschaftlichen und Indologischen zum Orientalischen Seminar über, wo es 1966 ein selbständiger Arbeitsbereich wurde. Die früheren Fachvertreter am Arbeitsbereich Iranistik waren vor allem auf zwei Forschungsgebiete spezialisiert: das Khotanische mit seiner buddhistischen Literatur und das Schāhnāme.

Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik[Bearbeiten]

Professoren der Abteilung[Bearbeiten]

Carl Meinhof

1909 wurde in Hamburg am damaligen Hamburgischen Kolonialinstitut eine Professur für afrikanische Sprachen eingerichtet. Hamburg kann damit für sich in Anspruch nehmen, den ältesten Lehrstuhl dieser Art auf der Welt geschaffen zu haben. Besetzt wurde diese Stelle mit Carl Meinhof (1857–1944). Ursprünglich Pastor in Zizow, einem Dorf in Pommern, der sich in seiner freien Zeit seinen vielseitigen philologischen Interessen widmete, hatte Meinhof durch Zufall über ein benachbartes Rittergut Kontakt mit afrikanischen Sprachen bekommen: Er sollte einem dort lebenden Duala-Jungen Deutschunterricht erteilen.

In seinen in ihren Grundzügen heute noch nicht überholten Arbeiten (im Jahre 1984 ist in dritter Auflage die "Vergleichende Lautlehre der Bantusprachen" in englischer Übersetzung wieder herausgegeben worden) hat Meinhof die Prinzipien der vergleichenden Sprachwissenschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf Sprachen übertragen, die auf keine schriftliche Überlieferung zurückschauen konnten.

August Klingenheben

Nachfolger Meinhofs wurde 1936 August Klingenheben (1886–1967), der nach dem Studium der Semitistik und Theologie als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Jahre 1911 an das Hamburger Seminar kam. Zusammen mit Meinhof unternahm er von hier aus eine längere Studienreise in den Sudan. Nach dem Kriegsdienst (ab 1917 als türkischer Oberleutnant im Vorderen Orient) promoviert er 1920 über einen Hausa-Dialekt. Klingenheben konzentrierte seine wissenschaftlichen Interessen auf die Gebiete, in denen ein deutscher Afrikanist nach dem Ersten Weltkrieg ohne Schwierigkeiten arbeiten konnte: die nichtkolonisierten Staaten Afrikas, Äthiopien und Liberia.

Johannes Lukas

Nachfolger Klingenhebens wurde Johannes Lukas (1901–1980), der als Hauslehrer zu einem längeren Aufenthalt nach Ägypten ging, wo er an der Al-Azhar-Universität mit zahlreichen Studenten aus zentralafrikanischen Ländern Kontakt aufnehmen konnte. Er gewann sie als erste Informanten für die Arbeit an ihren Muttersprachen.

Ernst Hammerschmidt

Als Nachfolger von Lukas kam 1970 der Äthiopist Ernst Hammerschmidt an das Institut. Seine Leistungen liegen in der Erschließung grundlegender Quellen und Arbeitsmittel für die Äthiopistik, für deren Veröffentlichung er in der von ihm begründeten Reihe "Äthiopistische Forschungen" als Herausgeber Sorge trug. Als Nachfolger Hammerschmidts wurde der Äthiopist Siegbert Uhlig berufen, der nunmehr den Arbeitsbereich "Äthiopistik" innerhalb der Afrikanistik vertritt. Neben dem Lehrstuhl für Afrikanische Sprachen und Kulturen besteht seit 1949 eine zweite Professur.

Emmi Kähler-Meyer

Bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1969 nahm die Bantuistin Emmi Kähler-Meyer diese Professur ein. Als ehemalige Sekretärin Meinhofs hatte sie (ab 1927) parallel zu ihrem Beruf das Studium der Afrikanistik absolviert. Frau Kähler-Meyer fühlte sich während ihres langen akademischen Schaffens in besonderer Weise dem Erbe Meinhofs verpflichtet, das sie vor allem als langjährige Herausgeberin und Schriftleiterin der von Meinhof 1910 begründeten Zeitschrift "Afrika und Übersee" (heutiger Name) bewahrte.

Anton Vorbichler

Von 1970 bis 1974 nahm der Steyler-Pater Anton Vorbichler die zweite afrikanistische Professur wahr. Neben der Behandlung bantuistischer Themen lenkte er die Aufmerksamkeit seiner Hörer vor allem auf die Sprachenwelt Zaires, wo er zwischen 1954 und 1960 als Missionar tätig gewesen war.

Ludwig Gerhardt

Im Jahre 1975 trat Ludwig Gerhardt die Nachfolge Vorbichlers an. Gerhardt vertritt nicht nur die traditionsgemäß mit dieser Professur verbundene engere Bantuistik, sondern erweitert sie wesentlich um die mit den Bantusprachen Ost- und Südafrikas weitläufig verwandten Sprachen Westafrikas der Niger-Kongo-Sprachfamilie.

Ekkehard Wolff

Von 1983 bis 1994 verfügte das Institut über eine dritte Professur. Mit deren Wahrnehmung durch H. Ekkehard Wolff waren damit wieder jene Forschungs- und Lehrbereiche vertreten, die seit dem Ausscheiden von Johannes Lukas (1970) weitgehend verwaist waren: die tschadischen Sprachen innerhalb des Afroasiatischen und die saharanischen Sprachen innerhalb des Nilo-Saharanischen sowie das Berberische.

Forschung der Abteilung[Bearbeiten]

Zu der Abteilung gehört der Sonderforschungsbereich für "Umbrüche in Afrikanischen Gesellschaften und ihre Bewältigung"

Zugehörige Einrichtung: Zentrum für Buddhismuskunde (ZfB)[Bearbeiten]

Seit 2007 verfügt das Asien-Afrika-Institut mit dem Zentrum für Buddhismuskunde (ZfB) über eine interdisziplinäre Einrichtung, die sich der Erforschung des Buddhismus aus den Perspektiven der Indologie, Japanologie, Koreanistik, Sinologie, Thaiistik, Tibetologie und Vietnamistik widmet und Lehrveranstaltungen für Studierende und Öffentlichkeit anbietet.

Interdisziplinäre Forschung am Asien-Afrika-Institut[Bearbeiten]

Seit 2011 fördert die DFG am Asien-Afrika-Institut den Sonderforschungsbereich 950 'Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa'.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Ruppenthal: Kolonialismus als Wissenschaft und Technik. Das Hamburgische Kolonialinstitut 1908 bis 1919 (Historische Mitteilungen Beihefte 66), Stuttgart 2007 ISBN 9783515090049.
  • Ludwig Paul (Hg.): Vom Kolonialinstitut zum Asien-Afrika-Institut. 100 Jahre Asien- und Afrikawissenschaften in Hamburg (Deutsche Ostasienstudien 2), Gossenberg: Ostasienverlag 2003 ISBN 9783940527110.

Weblinks[Bearbeiten]