Ask.com

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Ask.com-Zentrale in Oakland, USA.

Ask.com ist ein Internetportal, das ursprünglich als Suchmaschine funktionierte, inzwischen aber nur noch Antworten aus einem festen Frage-Antwort-Reservoir generiert. Heute ist Ask.com synonym mit der Ask Toolbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Ask.com wurde 1996 von Garrett Gruener und David Warthen in Berkeley, Kalifornien, gegründet und hieß anfangs (bis Februar 2006) Ask Jeeves.[1] Dies sollte auf die Idee der Firma hinweisen, Suchergebnisse über die Eingabe von Fragen in ganzen Sätzen zu erhalten. Die Suchergebnisse von Ask basierten auf der algorithmischen Suchtechnologie Teoma, die an der Rutgers University in New Jersey entwickelt wurde. Im März 2004 übernahm Ask.com die Firma Excite@Home.[2] Douglas Leeds wurde 2010 zum CEO von Ask.com ernannt. Unter seiner Führung kehrte die Website zu ihrer ursprünglichen Form als Frage-und-Antwort-Service (Q&A) zurück und gab ihre Technologie zur Standard-Internetsuche auf.[3] Kritik zog Ask.com durch seine offensive Art auf sich, ohne explizite Zustimmung des Anwenders - und damit in vielerorts gesetzeswidriger Weise – eine Suchleiste in den Kopf des Internet-Browsers in Form der Ask Toolbar zu installieren, die sich nur mit besonderem Aufwand wieder entfernen lässt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Ask.com gehörte zu Barry Dillers InterActiveCorp (IAC) und ist in den USA die viertgrößte Suchmaschine nach Google, Yahoo und Bing.[4] Ask.com hat nach Angaben der Website Alexa.com derzeit Rang 47 der weltweit am meisten besuchten Websites inne (Stand September 2012). In den USA liegt Ask.com auf Rang 22.[5] Seit 25. Januar 2006 steht unter Ask.de auch eine deutsche (Beta-)Version der Suchmaschine zur Verfügung.[6] Nach einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Nielsen Netratings war Ask.de im ersten Quartal 2009 in Deutschland die zweithäufigst genutzte Suchmaschine.[7] Es gibt weiterhin Beta-Versionen für Großbritannien, Italien, Spanien, Japan und die Niederlande.

Ask-Plug-ins[Bearbeiten]

Seit Ende 2007 wurde ein Internet-Explorer-Aufsatz angeboten, der eine anonymisierte Suchfunktion bereitstellt und keine Daten über das Suchverhalten des Nutzers speichert.[8] 2008 übernahm IAC die Lexico Publishing Group LLC mit deren Webseiten Dictionary.com (Wörterbuch), Thesaurus.com (Roget’s new Millennium Thesaurus of English Works and Phrases) und Reference.com (Lexikon) sowie der freien Software CleverKeys zur Suche in den Seiten.[9]

Ebenfalls im Angebot ist die Ask-Toolbar, eine Browser-Erweiterung, die eine Internetsuche von beliebigen Internetseiten aus ermöglicht und personalisierte Suchen speichern lässt.

Seit Ende 2010 gibt es auch eine Q&A-App für iPhones von Ask.com.[10]

Kritik[Bearbeiten]

Kritik besteht an der Ask-Toolbar (Malware bzw Schadprogramm) und an den äußerst mangelhaften Suchergebnissen der Ask-Internetsuche. Die Suchergebnisse umfassen nahezu ausschließlich gewerbliche Kaufseiten und kostenpflichtige Abo-Angebote. Die Browser-Erweiterung fügt sich so tief in das System ein, dass eine normale Deinstallation nicht möglich ist. Computerbenutzer sehen sich deshalb meistens gezwungen, ihr Betriebssystem neu zu installieren. Weitere Möglichkeiten der Entfernung bestehen durch Programme, die darauf spezialisiert sind, Toolbars zu entfernen, sowie durch eine Systemwiederherstellung.

Die Ask-Toolbar ist Bestandteil der Standardinstallation vieler Freeware-Programme, Programminstaller von bestimmten Softwareanbietern und teilweise sogar von kostenpflichtigen Programmen wie Nero oder AntiVir. Auch in der Java-Installation ist die Malware enthalten, die explizit ausgeschaltet werden muss. In der 2012er-Freeware-Version von Avira AntiVir wird die Malware unter der Bezeichnung Avira SearchFree Toolbar zusätzlich installiert, wenn die Funktion Browserschutz (in früheren Versionen unter der Bezeichnung Webguard bekannt) installiert werden soll; das ist nur durch mehrfache Ablehnung vermeidbar.

Weil sich die Ask Toolbar meist ungewünscht im Verbund mit einer vom Anwender primär gewünschten Software installiert, spricht man auch von einem Craplet oder von Crapware.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ask Jeeves ist eine Anspielung auf den allwissenden Diener Jeeves, eine Romanfigur des britisch-amerikanischen Schriftstellers P. G. Wodehouse.
  2. http://iac.com/media-room/press-releases/ask-jeeves-acquires-excite-europe
  3. http://iac.mediaroom.com/index.php?s=20&item=2491
  4. comScore Releases July 2008 U.S. Search Engine Rankings, Comscore
  5. http://www.alexa.com/siteinfo/ask.com#
  6. Pressemitteilung zum Start der deutschen Beta-Version
  7. Suchmaschinen-Ranking: Google bleibt an der Spitze, Ask.com auf Platz 2 auf horizont.net
  8. pressetext.deutschland: Suchmaschine verwischt Surfspuren und IP-Adressen (pte/20. Juli 2007/12:05)
  9. Ask.com buys Dictionary.com parent Lexico, REUTERS
  10. http://www.geek.com/articles/mobile/ask-com-has-an-iphone-app-that-lets-you-ask-and-get-local-answers-20100924/
  11. Siehe dazu Crapware in der englischen Wikipedia