Aspirationspneumonie

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Klassifikation nach ICD-10
J69 Pneumonie durch Aspiration von festen oder flüssigen Substanzen
J69.0 Pneumonie durch Nahrung, Milch oder Erbrochenes
J69.1 Pneumonie durch Öle und Extrakte (Lipidpneumonie)
J69.8 Pneumonie durch Aspiration von sonstigen festen oder flüssigen Substanzen (z. B. Blut)
P24.9 Aspirationssyndrom beim Neugeborenen, nicht näher bezeichnet
Neonatale Aspirationspneumonie o. n. A.
J95.4 Mendelson-Syndrom
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Aspirationspneumonie (lateinisch: aspiratio, zu aspirare ‚anhauchen‘, ‚anwehen‘, aus ad ‚zu‘, ‚an‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘) ist eine Lungenentzündung, die dadurch entsteht, dass erbrochener Mageninhalt oder andere Stoffe in die Lunge gelangen und dort durch ihre spezifischen Eigenschaften Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Zur Aspirationspneumonie kommt es z. B. häufig im Rahmen einer kardiopulmonalen Reanimation, im Schock, bei Bewusstlosigkeit oder bei Schlucklähmungen durch neurologische Ausfälle.

feingewebliches Bild einer Aspirationspneumonie

Unter dem Mendelson-Syndrom versteht man eine Aspirationspneumonie, die durch die Aspiration von saurem Mageninhalt bei narkotisierten Patienten hervorgerufen wird. Im ICD wird sie im Gegensatz zu den anderen Aspirationspneumonien unter den Schäden "nach medizinischen Maßnahmen" gelistet. Bei ca. 50 % der Aspirationsfälle führt die Aspiration des Mageninhalts zu einer Pneumonie. Hierzu muss der pH-Wert <2,5 sein und die Aspirationsmenge mehr als 20 ml betragen. Ursprünglich trat das Mendelson-Syndrom vorwiegend bei Entbindungen unter Vollnarkose auf. Die Magensäure verursacht eine Alveolitis. Es kann zu Bronchospasmus, Atelektasen, Schock und ARDS kommen.[1]

Die Letalität des Mendelson-Syndroms liegt je nach Klinik zwischen 20-50 %.




Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. Rossaint, C. Werner, B. Zwißler, U. Nollert Die Anästhesiologie: Allgemeine und spezielle Anästhesiologie, Schmerztherapie und Intensivmedizin Springer Verlag, 1. Auflage (2004) ISBN 3-540-00077-1
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