Astarte

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Dieser Artikel behandelt die Göttin; zu dem nach ihr benannten Asteroiden siehe (672) Astarte. Außerdem gibt es eine gleichnamige Muschelgattung aus der Gruppe der Veneroida.
altsyrische Darstellung einer Liebesgöttin

Astarte, ugaritisch ʿAthtartu, phönizisch: ʿštrt, griechisch: Αστάρτη (Astártē), hebräisch Aschtoret, aramäisch: ʿAthtar; war die Himmelskönigin und Liebesgöttin mehrerer westsemitischer Völker. Auf einer Inschrift von Delos wird die Astarte von Askalon zusammen mit Aphrodite als die Göttin der Seefahrer genannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verbreitung des Kultes

Aštart wurde in Syrien und an der levantinischen Küste verehrt. In Emar am mittleren Euphrat, war sie neben Išḫara und dNIN.KUR die wichtigste Göttin [1]. In Ugarit wird sie vor allem mit Ba'al verbunden[2]. Sie ist jedoch der Anat untergeordnet[3]. In der 18. Dynastie wurde der Kult der Astarte auch in Ägypten eingeführt[4]. Aštart kann auch als Beiname von Meret verwendet werden[5].

Nach Sanchuniathon soll Astarte einen aus der Luft gefallenen Stern aufgehoben und auf der heiligen Insel Tyros geweiht haben.[6]

[Bearbeiten] Mythen

Der Papyros Astarte und das unersättliche Meer erzählt den vermutlich syrischen Mythos vom Kampfe der Götter gegen den Meeresgott Jam in einer ägyptischen Version. Astart, als Tochter des Ptah bezeichnet, ist hier die Botin, die Jam besänftigen soll.

[Bearbeiten] Verwandte Götter

Eine verwandte Rolle spielten die ägyptische Isis, die babylonische Ištar, die altarabische, besonders in Palmyra verehrte Al-Lat, sowie die griechischen Göttinnen Aphrodite und Demeter. In Ägypten wurde Astarte als Liebes- und Kriegsgöttin verehrt. Dem Namen nach ist sie auch mit dem ugaritischen ʿAthtar verwandt. Der Kult um die Liebesgöttin gelangte mit der Ausbreitung der phönizischen Kolonien nach Westen über Karthago bis in den Norden Marokkos. In der Antike wurde Astarte mit Hera[7] oder Aphrodite gleichgesetzt, letzteres zum Beispiel im sizilianischen Eryx[8].

Der im marokkanischen islamischen Volksglauben gefürchtete weibliche Besessenheitsgeist Aisha Qandisha hat vielleicht im Tempelkult Astartes seine Wurzeln.

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Christliche Autoren des Mittelalters entwickelten aus Astarte den männlichen Gott/Dämonen Astarot.

[Bearbeiten] Astarte in der Bibel

König Salomo förderte zeitweise die Verehrung der Astarte (1. Könige Kap. 11, Vers 5).

„Da schrien sie zum Herrn und sagten: Wir haben gesündigt; denn wir haben den Herrn verlassen und den Baalen und Astarten gedient. Befrei uns jetzt aus der Gewalt unserer Feinde; wir wollen wieder dir dienen“[9]. Das Volk Israel verstieß mit der Verehrung von Astarte gegen das erste Gebot der Bibel (2. Mose 20, 3; 5. Mose 5, 7). In der Bibel finden sich keine direkten Hinweise darauf, dass Astarte eine Gefährtin JHWHs war.

Von anhaltender Bedeutung der joschianischen Kultreform war der Versuch, einen bildlosen JHWH als einzig erlaubten Gegenstand der Verehrung zu etablieren und die Verehrung anderer Götter oder Mächte in sichtbarer Form zu verhindern. Die Archäologen Finkelstein und Silberman sind aber der Ansicht, dass dieser Versuch nicht besonders erfolgreich war. Als Beleg nennen sie zahlreiche Götterfiguren, die überwiegend mit der Göttin Astarte identifiziert werden, die in Privathäusern aus dem 7. Jh. vor Chr. gefunden werden konnten.[10]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Daniel Fleming: Nābû and Munabbiātu: Two new Syrian religious Personnel. Journal of the American Oriental Society 113/2, 1993, 175–183
  2. Jean Leclant, Astarté a cheval d'après les représentations égyptiennes. Syria 37, 1/2, 1960, 1
  3. Jean Leclant, Astarté a cheval d'après les représentations égyptiennes. Syria 37, 1/2, 1960, 2
  4. Jean Leclant, Astarté a cheval d'après les représentations égyptiennes. Syria 37, 1/2, 1960, 3
  5. B. van de Walle, La déesse semitique Istar dans un texte egyptien. La Nouvelle Clio 8/9, 1955-1957, p. 282
  6. Sanchuniathon's phönizische Geschichte: nach der griechischen Bearbeitung des Philo von Byblos, Lübeck 1837, S.12
  7. Stephanie L. Budin, A Reconsideration of the Aphrodite-Ashtart Syncretism. Numen 51/2, 2004, 96
  8. Stephanie L. Budin, A Reconsideration of the Aphrodite-Ashtart Syncretism. Numen 51/2, 2004, 95-145
  9. 1. Samuel Kap. 12, Vers 10; aus Neue Jerusalemer Bibel Einheitsübersetzung
  10. Israel Finkelstein / Neil A. Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, C. H. Beck, München 2003, S. 309

[Bearbeiten] künstlerische Umsetzung

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Astarte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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