Asterix und Obelix gegen Caesar

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Filmdaten
Deutscher Titel Asterix und Obelix gegen Caesar
Originaltitel Astérix et Obélix contre César
Produktionsland Frankreich, Deutschland, Italien
Originalsprache Französisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Claude Zidi
Drehbuch Claude Zidi
Produktion Claude Berri
Pierre Grunstein
Musik Jean-Jacques Goldman
Roland Romanelli
Kamera Tony Pierce-Roberts
Schnitt Nicole Saunier
Hervé de Luze
Besetzung

Asterix und Obelix gegen Caesar ist der erste Realfilm der Comicreihe Asterix aus dem Jahr 1999, der keinen bestimmten Asterixband als Vorlage hat, in dem jedoch viele Elemente aus verschiedenen Bänden enthalten sind. Der Film wurde den Asterix-Erfindern Albert Uderzo und René Goscinny gewidmet.

Handlung[Bearbeiten]

50 v. Chr. Der römische Imperator Caesar will, im Glauben, seine Armee hätte ganz Gallien besetzt, Britannien erobern. Jedoch erfährt er vom Steuereintreiber Incorruptus, dass ein kleines gallisches Dorf dem römischen Imperium immer noch Widerstand leistet. Wütend beauftragt er seinen Präfekten Destructivus, sich rasch einen Plan einfallen zu lassen.

Derweil hält im römischen Fort vor den Toren des gallischen Dorfes der Steuereintreiber Roms Einzug, dessen Eskorte die Truhe mit den Einnahmen beschützt. Unglücklicherweise fällt ein Goldstück aus der Truhe, das der Taugenichts Lügnix sich unter den Nagel reißt. Er vermutet die ganze Truhe voller Münzen und fasst einen gerissenen Plan, um auch an den Rest der Münzen zu kommen. Er gibt sich bei den Galliern als Seher aus und sieht voraus, dass ein großer Schatz in das Dorf kommen wird. Asterix misstraut ihm, doch als der Steuereintreiber, wie von Lügnix vorausgeplant, im Dorf erscheint und, von den Dorfbewohnern verjagt, das Gold hinterlässt, wird Asterix’ Zweifeln an Lügnix’ Glaubwürdigkeit kein Gehör mehr geschenkt. Lügnix sieht ein, dass er für seine Pläne, an das Gold zu kommen, irgendwie Asterix loswerden muss. Daher verzaubert er ihn mit einem vergifteten Pilzomelett. Nun sieht dieser in Obelix keinen Geringeren als den großen Imperator Cäsar und versucht, ihn zu erledigen. Das ganze Dorf gerät in Aufruhr, als Asterix einfach nicht von Obelix ablassen will. Im ganzen Durcheinander nimmt Lügnix sein Glück in die Hand und macht sich mit den Steuereinnahmen davon. Nach Nachlassen der Wirkung der Pilze müssen die Dorfbewohner nüchtern erkennen, dass Lügnix sie ausgenutzt hat.

Nach einigen vergeblichen Angriffen auf das gallische Dorf drängt Cäsar mittlerweile immer vehementer auf eine rasche Lösung des Problems; Präfekt Destructivus kommt die geniale Idee: Ohne Druide kein Zaubertrank, ohne Zaubertrank kein Widerstand – Cäsar gibt den Auftrag, Miraculix zu entführen. Der bereitet sich gerade auf seinen Marsch zur Druidenversammlung im heiligen Wald vor, bei dem ihn Asterix und Obelix begleiten werden. Da nur Druiden den heiligen Wald betreten dürfen, folgt Obelix’ Hund Idefix Miraculix unauffällig in den Druidenwald und wird Zeuge, wie als Druiden getarnte Römer Miraculix entführen. Eiligst holt er die beiden Gallier zum Tatort, doch finden sie von Miraculix keine Spur.

Zur gleichen Zeit rennen die Römer auf das Dorf an, in der Hoffnung, dass der Zaubertrank ohne den Druiden bald zur Neige gehen wird. Die Zeit wird allmählich knapp; Asterix muss sich etwas einfallen lassen. Zusammen mit Obelix schmiedet er einen Plan, in dem Obelix einen Legionär spielt und Asterix als gefangenen gallischen Spion zum heimlich von Destructivus eingekerkerten Cäsar bringen soll. Der solle dann – ebenfalls gekidnappt – im Austausch mit Miraculix den Sieg sichern.

Asterix wird anstatt zu Cäsar aber in die Folterkammer gebracht, in der Destructivus das Geheimnis des Zaubertrankes aus Miraculix herausbekommen will. Schließlich gibt der Druide nach und braut mit seinem vermeintlichen Assistenten Asterix den Zaubertrank für die Römer. Als dieser fertig ist, übernimmt Destructivus die Kontrolle über das Lager, indem er Cäsar vorübergehend „erkranken lässt“. Zur Feier des Tages sollen Spiele stattfinden, bei denen Asterix sich gegen Schlangen, Löwen, Krokodile, Vogelspinnen, einen Elefanten und einen wilden Menschen durchsetzen muss. Obelix sieht dabei tatenlos zu, da er denkt, immer noch die Rolle des Römers spielen zu müssen. Als es dann für Asterix aber doch brenzlig wird, besinnt er sich und befreit Asterix, Miraculix und einen Gefangenen.

Das Dorf steht nun allerdings einer Übermacht von Römern gegenüber und hat als Gegenmaßnahme nur noch eine winzige Menge Zaubertrank zur Verfügung. Als letzte Möglichkeit sucht Miraculix zusammen mit Obelix und Asterix seinen Urgroßvater Patriarchix auf, der im Besitz der wertvollen Milch des zweiköpfigen Einhorns ist. Unter größter Anspannung müssen die drei zwei Rätsel des Alten lösen, um ihm die Milch abzunehmen. Eiligst wird die Milch dem letzten Schluck Zaubertrank zugemischt, und Asterix und Obelix teilen den Trank unter sich auf. Aufgrund seiner magischen Wirkung verdoppeln sich Asterix und Obelix bei jedem Schluck und bilden allmählich ein einzige Armee aus Asterixen und Obelixen. So werden die Römer geschlagen, und der mittlerweile als Cäsar entpuppte Gefangene bestraft Destructivus (der sich erfolglos versucht rauszuwinden, indem er Brutus als „Verräter“ bezeichnet) und versichert den Galliern als Belohnung für seine Befreiung ihren Sonderstatus im römischen Imperium.

Film und Comic[Bearbeiten]

  • Geld von einem Steuereintreiber wurde in Asterix und der Kupferkessel gestohlen, dort wurde dies von Asterix selbst durchgeführt, da er so eine Ehrenschuld gegenüber dem Dorf erfüllen musste.
  • Tullius Destructivus ist der Hauptfeind im Comic Streit um Asterix, in dem er überall Zwietracht sät. Inhaltlich haben die beiden jedoch nichts gemein.
  • Destructivus erfährt vom Zenturio Gaius Bonus Informationen über die Gallier und den Zaubertrank. Passenderweise ist Gaius Bonus der erste Zenturio, der sowohl im Comic und dem Film Asterix der Gallier überhaupt von der Existenz des Wundermittels erfuhr.
  • Der heilige Karnutenwald ist im Comic Asterix und die Goten ein Schauplatz. Auch Miraculix’ Druidenkollege Florix ist dort zu sehen. Obelix als Legionär Obelus ist auch dort vertreten.
  • Hier wirkt der Zaubertrank nur einige Minuten, im Comic dagegen einige Stunden.
  • Im Film kommt vor, dass Obelix sich in Falbala verliebt, was sich auch schon im Trickfilm Sieg über Cäsar und im Comic Asterix als Legionär, das Sieg über Cäsar teilweise als Vorlage diente, ereignete.
  • Am Ende des Films bekommt Obelix als Geburtstagsgeschenk eine „Torte“ bestehend aus Römern. Dies ist an den Beginn des Comics Obelix GmbH & Co. KG angelehnt, in dem er eine gesamte Legion als „Geschenk“ bekommt.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film wurde von der Presse durchschnittlich aufgenommen, jedoch bemängelt fast jede Kritik das Fehlen des Humors der Comicvorlage. „Eingefleischte Fans der gezeichneten Version werden eher enttäuscht sein“, schrieb moviemaster.de, da der subtile Humor des Comics in der Realverfilmung nicht zum Wirken komme.[1] „Das funktioniert nicht. Die Phantasie des Comics geht verloren“, urteilte die Liberation. Der Film würde zu viele Hollywood-Effekte und zu wenig feinsinnige Elemente enthalten, die den Witz der Asterixbände ausmachen.

BR-online schrieb: „Christian Clavier und Gerard Depardieu mühen sich nach Kräften, die Bühnenbildner haben extrem gute Arbeit geleistet, die Trickspezialisten sich völlig verausgabt, aber es bleibt dabei: Gegen die blitzgescheiten, unübertroffen witzigen Comics, hat der Film nicht die geringste Chance. Nur selten, meist in den Szenen mit dem wunderbaren Roberto Benigni und dem köstlich tuntigen Gottfried John, blitzt die einzigartige Ironie der Asterix-Väter Goscinny und Uderzo durch – der Rest ist Langeweile.“[2] Laut dem film-dienst krankt der Film „an seiner Gigantomanie und Ausstellungssucht, die den intelligenten Charme der Vorlagen vermissen läßt und die ausgeklügelten Comic-Charaktere verflacht.“[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1999 die Goldene Leinwand und den Bogey Award in Silber. Ein Jahr später erhielt Gottfried John den Bayerischen Filmpreis als bester Nebendarsteller. Bei der Verleihung des César 2000 war der Film für das Beste Szenenbild (Jean Rabasse) nominiert.

Filmmusik[Bearbeiten]

Die Musik zum Film komponierten die Franzosen Jean-Jacques Goldman und Roland Romanelli. Das Lied Elle ne me voit pas wurde von verschiedenen Künstlern in deren Muttersprache aufgenommen. Das Original singt Goldman, Riccardo Cocciante die italienische Version Lei non vede me und Marcel Kapteijn das niederländische Ze Ziet Me Niet Staan. Das deutsche Sie sieht mich nicht, getextet von Moses Pelham und interpretiert von Xavier Naidoo, erreichte Platz 2 der Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet.

Die Titelliste der in Deutschland veröffentlichten Version des Soundtracks (in Klammern die Originaltitel):

  • Sie sieht mich nicht – 4:26 (Xavier Naidoo)
  • Asterix und Obelix gegen Cäsar (Asterix et Obelix contre César) – 2:20
  • Der Hinterhalt (L'embuscade) – 2:07
  • Die Liebe (L'amour) – 3:52
  • Nochmals der Zirkus (Le cirque encore) – 5:15
  • Die goldene Sichel (La serpe d'or) – 4:07
  • Falbala – 1:48
  • Die Machenschaften des Tullius Destructivus (La machination de Détritus) – 1:58
  • Die geordnete Schlacht (La bataille rangée) – 2:40
  • Der Wahrsager (Le devin) – 2:43
  • Der Zirkus (Le cirque) – 4:04
  • Ewige Liebe (L'amour toujours) – 3:45
  • Die Halluzinationen des Asterix (Les hallucinations d'Astérix) – 2:56
  • Der Zaubertrank (La potion magique) – 3:14
  • Das zweiköpfige Einhorn (La licorne a 2 têtes) – 5:50
  • Belenos – 7:18
  • Belenos (Remix) – 4:04
  • Obelix – 3:44
  • Elle ne me voit pas – 4:26 (Jean-Jacques Goldman)
  • Lei non vede me – 4:26 (Riccardo Cocciante)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik auf moviemaster.de
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.br-online.deFilmkritik auf br-online.de
  3. Filmkritik auf bs-net.de