Astert

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Astert
Astert
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Astert hervorgehoben
50.6957.7783333333333235Koordinaten: 50° 42′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 2,39 km²
Einwohner: 237 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57627
Vorwahl: 02688
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 204
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.hachenburg-vg.de
Ortsbürgermeister: Erich Wagner
Lage der Ortsgemeinde Astert im Westerwaldkreis
Karte

Astert ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen in der Kroppacher Schweiz, die ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Nistertal ist. Durch den Ort fließt die Große Nister. Die Gemarkung umfasst 239 ha, davon sind etwa 50 % Wald und 38 % landwirtschaftliche Nutzfläche (Stand 2012).[2] Nachbarorte sind Limbach im Norden, Atzelgift im Osten, das Kloster Marienstatt im Südosten und Müschenbach im Süden des Ortes. Im Westen von Astert liegt der Aßberg (327 m).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Oberdorf und Unterdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

1282 wurde Astert erstmals in einer Urkunde des Klosters Marienstatt als Asterode erwähnt. Als Rodungsdorf dürfte es schon im 10. Jahrhundert oder davor entstanden sein. Im 18. Jahrhundert hat sich Asterode auf „Astert“ abgeschliffen. Bedingt durch die vielen Dachschiefergruben waren in Astert vom 16. bis 18. Jahrhundert viele Leyendecker ansässig. Im Jahr 1579 hatte der Ort 13 Häuser. Eine ehemalige Dachschiefergrube (Hardt) bestand bis etwa 1911 und wurde nach 1945 endgültig aufgegeben.[3]

Spannungen gab es im Ort durch zugewanderte Katholiken aus dem Bergischen und Wildenburger Land, die vom Kloster Marienstatt und dem katholischen Grafen Salentin Ernst von Manderscheid begünstigt wurden. Erst nach Jahrzehnten, meist durch Heirat, wurden sie voll berechtigte Bürger. Ein Prozess beim Reichskammergericht Wetzlar 1732 brachte ihnen die völlige Religionsfreiheit. Die dauernden Streitigkeiten der Religionsgruppen drückten sich auch in einer räumlichen Trennung aus, während man Katholiken fast ausschließlich im Unterdorf fand, siedelten sich die Reformierten im nun entstehenden Oberdorf an. 1793 hatte der gesamte Ort 20 Häuser mit 125 Einwohnern. Nach den Koalitionskriegen verarmte die Bevölkerung, die auch in der nassauischen Zeit anhielt. 1926 entstand die erste Schule in Astert.[4] Wirtschaftlich bedeutsam waren die Schiefergruben, die von 1730 bis 1760 und von 1840 bis 1860 in Betrieb waren. Vom beginnenden Wohlstand des Ortes zeugt die 1894 entstandene Brücke über die Nister.[5]

1985 wurde Astert in dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden zum schönsten Ort in Rheinland-Pfalz gewählt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Astert, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 152
1835 150
1871 175
1905 200
1939 225
1950 220
Jahr Einwohner
1961 199
1970 206
1987 214
1997 259
2005 249
2013 237

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Astert besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Wappen durch silbernen schräglinken Wellenbalken geteilt, oben in Rot schräggekreuzt, silberner Dachdeckerhammer und Rodehacke, unten in Blau drei goldene Ähren aus dem Schildrand wachsend“.

Die Ähren symbolisieren die Bedeutung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten, die Rodehacke deutet auf den alten Ortsnamen Asterode als Rodungsdorf hin und der Dachdeckerhammer auf die hier im 16. und 17. Jahrhundert zahlreich ansässigen Leyendecker und die Schiefergruben in der Gemarkung.

Das blaue Feld verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Nassau (1806–1866), das rote Feld auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Grafschaft Sayn und zu Sayn-Hachenburg (bis 1799). Das silberne Wellenband symbolisiert die Große Nister.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

Zu den bemerkenswerten Häusern zählen:

  • Die Alte Schule, Alte Dorfstraße 3 (Fachwerkhaus, 18. Jhdt., 1826 von der Gemeinde angekauft und zur Schule umgebaut),
  • Haus Thiel, Alte Dorfstraße 12, (Fachwerkhaus, 18. Jhdt. mit Niederlass),
  • Haus Strauch, Alte Dorfstraße 15 (Fachwerkhaus, 19. Jhdt.),
  • Haus Ahlhäuser, Zur Ley 2, (Fachwerkhaus, 18. Jhdt.).

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Bodenerhebungen der Ehemaligen Ziegelei, westlich des Orts unterhalb der Straße von Astert nach Heuzert,
  • Alte Brücke, Straße von Astert nach Heimborn über die Große Nister, wurde 1894 aus Basalt erstellt, Reste eines ehemaligen Bachüberganges bachabwärts.[3]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Astert

Naturobjekte[Bearbeiten]

  • Küppermüllchen, 500 m westlich des Ortes, Felsformation 40 m oberhalb der Großen Nister,
  • Hohe Ley, 700 m nordöstlich Asterts, Felsformation, 50 m oberhalb der Großen Nister, Aussichtspunkt mit weithin sichtbaren weißem Kreuz.[3]

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Astert

Verkehr[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hrsg.): Westerwälder Beiträge 1, 1981.
  • Dieter Trautmann (Hrsg.): 700 Jahre Astert. Beiträge zur Geschichte eines Dorfes in der Kroppacher Schweiz., Astert 1982.
  • Dieter Trautmann: 700 Jahre Astert, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 25 (1982), S. 160–163.
  • Dieter Trautmann: Astert in seinen früheren Urkunden, in: Von Land und Leuten an der Nister 14 (2004), S. 1–36.
  • Dieter Trautmann: Die Asterter Leyendecker und ihre Schiefergruben, in: Von Land und Leuten an der Nister 33 (2010), S. 1–43.
  • Dieter Trautmann: Die Dachschiefergrube Hardt und andere Kaulen in der Gemarkung Astert, in: Von Land und Leuten an der Nister 16 (2005), S. 1–40.
  • Dieter Trautmann: Die Geschichte der Schule zu Astert und ihrer Lehrer bis zur Auflösung im Jahre 1966, Astert 2013.
  • Dieter Trautmann: Die historischen Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts in Astert. Frühe Erwähnung von Höfen, in: Wäller Heimat (2013), S. 42–47.
  • Literatur über Astert in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Astert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b c Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hrsg.): Westerwälder Beiträge 1. 1981, S. 38ff.
  4. Dieter Trautmann: Die Geschichte der Schule zu Astert und ihrer Lehrer bis zur Auflösung im Jahre 1966, Astert 2013.
  5. Dieter Trautmann: 700 Jahre Astert. In: Heimatjahrbuch des Kreises Altenkirchen 25 (1982), S. 160-163.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen