Astypalea

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Gemeinde Astypalea
Δήμος Αστυπαλαίας (Αστυπάλαια)
Astypalea (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis
Regionalbezirk: Kalymnos
Geographische Koordinaten: 36° 35′ N, 26° 22′ O36.58065833333326.369075Koordinaten: 36° 35′ N, 26° 22′ O
Fläche: 114,077 km²
Einwohner: 1.334 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 11,7 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Astypalea
Sitz: Chora Astypalea
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: keinef7
Lokale Selbstverwaltung: keinef7f12f12
Website: www.astypalaia.gr
Lage in der Region Südliche Ägäis
Datei:2011 Dimos Astypaleas.png

f9f8

Astypalea (griechisch Αστυπάλαια [astiˈpalɛa] (f. sg.)) ist eine 96,42 km²[2] große griechische Insel der Südlichen Sporaden in der Ägäis. Die Hauptinsel bildet zusammen mit etwa 45 unbewohnten Inseln und Felseninseln eine Gemeinde (δήμος, Dimos) innerhalb der Region Südliche Ägäis.

Lage[Bearbeiten]

Als westlichste Insel des Dodekanes stellt Astypalea eine Brücke zu den Kykladen dar. Die nächstgelegene Dodekanes Insel Kos liegt etwa 44 km nordöstlich. Zu den Kykladeninseln Amorgos beträgt die Entfernung 41 km nach Nordwest und Anafi 45 km nach Südwesten.

Astypalea

Astypalaea untergliedert sich in zwei Teile. Die östliche Mesa Nisi (Μέσα Νησί ‚Innere Insel‘) und die westliche Exo Nisi (Έξω Νησί ‚Äußere Insel‘) sind durch eine fast 5 km lange Landbrücke verbunden, die an der schmalsten Stelle etwas über 100 m misst. Begrenzt durch die beiden Inselteile und die Landbrücke bilden sich zwei große Buchten, die Nördliche Bucht und Südliche Bucht von Astypalea (Βόρειος Κόλπος Αστυπάλαιας, Νότιος Κόλπος Αστυπάλαιας). Insgesamt ist die Küstenlinie der Insel durch zahlreiche weitere größere und kleinere Buchten gegliedert und wird von etlichen kleinen Felseninseln umsäumt. Die Entfernung vom Kap Armeno (Ακρωτήριο Άρμενο) im Westen bis zum Kap Poularis (Ακρωτήριο Πούλαρης) im Osten beträgt knapp mehr als 19 km.

Blick über Skala, den Hafen von Chora

Der größere Inselteil Exo Nisi hat vom Kap Liani Pounda (Ακρωτήριο Λιανή Πούντα) im Nordwesten zum Kap Echili (Ακρωτήριο Εχειλή) im Südosten eine Ausdehnung von 13,7 km und in West- Ost- Richtung vom Kap Armeno zur Landbrücke etwa 8 km. Von der Inselmitte entwässern mehrere Bäche, je nach Niederschlägen zum Teil auch ganzjährig. Der Kakos Potamos (Κάκος Ποταμός) entspringt im Gebiet von Messaria, fließt nach Norden und mündet in der Bucht Pachia Ammos (Όρμος Παχεία Άμμος). Das Wasser des Bachs von Livadia (Ρέμα των Λιβαδιών) wird in einem Stausee gespeichert. Das Mündungsgebiet liegt im Osten in der Bucht Livadi (Όρμος Λιβάδι). Im Südwesten von Astypalea, westlich der Quellgebiete liegen die höchsten Erhebungen der Insel. Mehrere Berge erreichen Höhen über 400 Meter, die Vardia (Βάρδια ‚Wache‘) ist mit 482 Metern[3] der Höchste der Insel.

Mesa Nisi ist der kleinere Inselteil. Vom Kap Flouda im Norden zum Kap Poularis im Südosten beträgt die Entfernung 11,2 km und von dort nach Westen zur Landbrücke 6,3 km. Insgesamt ist Mesa Nisi weniger bergig. Im Norden erreicht der Agios Thomas (Άγιος Θωμάς) 210 m, der Kastellanos (Καστελλάνος) im Südosten erreicht 366 Meter.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde zählt 1334 Einwohner[1], die sich auf vier Orte verteilen

  • Astypalea oder Chora (Αστυπάλαια (f. sg.) ή Χώρα (f. sg.)), 1055
  • Analipsi oder Maltezana (Ανάληψις (f. sg.) ή Μαλτεζάνα (f. sg.)), 159
  • Vathy (Βαθύ (n. sg.)), 10
  • Livadia (Λιβάδια (n. pl.)), 110

Die zahlreichen Klein- und Felseninseln der Gemeinde sind unbewohnt.

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Sowohl Gemeindelogo als auch der Slogan Ein Schmetterling in der Mitte der Ägäis … (Μια πεταλούδα στη μέση του Αιγαίου ...) beziehen sich auf den Umriss der Insel, der dem eines Schmetterlings ähnelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Insel wird von der mythischen Gestalt Astypalaia abgeleitet,[4] kann aber auch einfach mit "alte Stadt" (von altgriechisch ἄστυ Stadt) übersetzt werden. Im Ostteil der Insel, besonders an der Bucht Vathy, sind frühkykladische Siedlungen nachgewiesen, im Westteil wurden mykenische Kammergräber gefunden. Im 5. Jahrhundert v. Chr. gehörte Astypalea zum Attischen Seebund. Die antike Polis lag an der Stelle der heutigen Chora. Im Altertum war die Insel bekannt für ihren Fischreichtum.

Von 1207 (Aufteilung des Byzantinischen Reiches nach dem Vierten Kreuzzug) gehörte die Insel – mit einer Unterbrechung Ende des 13. Jahrhunderts – 330 Jahre lang der venezianischen Adelsfamilie der Quirini. Nach mehrfacher Plünderung durch Piraten, die die Insel entvölkerten und veröden ließen, wurde die Stadt Anfang des 15. Jahrhunderts von Siedlern aus Tinos neu gegründet.

Chaireddin Barbarossa eroberte 1537 Astypalea für das Osmanische Reich. 1658 war Astypalea während des Kriegs um Kreta venezianische Flottenbasis. Der italienische Name der Insel lautete „Stropalia“ oder „Astropalia“.

1821 beteiligten sich die Seefahrer von Astypalea am griechischen Befreiungskrieg, jedoch wurde die Insel unter Selbstverwaltung 1832 wieder dem Osmanischen Reich angeschlossen. 1912 kam sie unter italienische Herrschaft und erst 1947 zusammen mit dem Dodekanes zu Griechenland.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Kastell

Oberhalb von Chora liegt ein venezianisches Kastell. Es wurde im 13. Jahrhundert von den Quirini erbaut und nach Zerstörung durch Piratenüberfälle bei der Neugründung Anfang des 15. Jahrhunderts wieder aufgebaut.

Außerhalb der Burgmauer liegt die Kirche „Maria Himmelspförtnerin“ (griechisch Ευαγγελίστρια η Πορταήτισσα, Evangelistria i Portaitissa) aus dem 18. Jahrhundert. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen des Dodekanes.

Beim Dorf Maltezana gibt es Überreste eines römischen Bades mit gut erhaltenen Mosaiken. Aus byzantinischer Zeit stammen zahllose Votivkapellen.

Der Tourismus ist auf dieser abgelegenen Insel, die nur schmale Kiesstrände aufzuweisen hat, bisher unterentwickelt. Haupteinkünfte der Inselbewohner sind die Käsewirtschaft (Ziegen- und Schafskäse), der Anbau von Zitrusfrüchten und der Fischfang (u. a. Hummer).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kaletsch: Astypalaia. In: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Griechenland. Lexikon der historischen Stätten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Astypalea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2.  Ελληνική Στατιστική Αρχή (EΛΣΤΑΤ) (Hrsg.): Στατιστική Επετηρίδα της Eλλάδος (Statistical Yearbook of Greece) 2009 & 2010. Piräus 2011, S. 47.
  3. a b  Astypalea, 1:40.000 (Karte 206). Road Editions, Athen. ISBN 978-960-8189-47-8
  4. Heinrich Wilhelm Stoll: Astypalaia. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 663 (Digitalisat).