Atabae

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Atabae (Begriffsklärung) aufgeführt.
Subdistrikt Atabae
Atabae (Osttimor)
Red pog.svg
Die Pedras de Bicari, Todesort von Francisco Duarte in Huato Buicari/Atabae
Hauptstadt Aidabaleten
Fläche 252,80 km²[1]
Einwohnerzahl 11.024 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Aidabaleten 5.809
Atabae 1.675
Hataz 1.952
Rairobo 1.588
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Bobonaro
Lage des Distrikts Bobonaro

Atabae (Atabai, Atalaia) ist ein Subdistrikt und Suco im Norden des osttimoresischen Distrikts Bobonaro. Der Ort Atabae liegt im benachbarten Suco Rairobo. Hauptort des Subdistrikts ist Aidabaleten, der fälschlicherweise immer wieder als „Atabae“ bezeichnet wird.[3]

Der Suco[Bearbeiten]

Suco Atabae
Orte Position[4] Höhe Orte Position[4] Höhe
Aidabaracabe 8° 48′ S, 125° 13′ O-8.8029117747222125.21124601361[5] ? Atumate 8° 50′ S, 125° 11′ O-8.8366666666667125.17611111111223 223 m
Daarobou 8° 50′ S, 125° 12′ O-8.8258333333333125.2044444444497 97 m Dirularan 8° 50′ S, 125° 12′ O-8.8319444444444125.2011111111151 51 m
Fatubesi 8° 48′ S, 125° 13′ O-8.7977777777778125.2119444444424 24 m Hatubou 8° 50′ S, 125° 12′ O-8.8347222222222125.1988888888951 51 m
Kakamata 8° 46′ S, 125° 12′ O-8.7711111111111125.201111111110 m Koilima 8° 50′ S, 125° 12′ O-8.8386111111111125.1952777777879 79 m
Loumate 8° 49′ S, 125° 12′ O-8.8219444444444125.20597 97 m Lugu Teho 8° 49′ S, 125° 12′ O-8.8194444444444125.2069444444462 62 m
Made Bau 8° 46′ S, 125° 12′ O-8.7697222222222125.198611111110 m Malete 8° 47′ S, 125° 12′ O-8.7888888888889125.19277777778268 268 m
Maleteten 8° 49′ S, 125° 11′ O-8.8144444444444125.18111111111274 274 m Nunudoi 8° 48′ S, 125° 13′ O-8.7958333333333125.2111111111133 33 m
Oebola 8° 46′ S, 125° 12′ O-8.7644444444444125.1944444444417 17 m Oekiar 8° 45′ S, 125° 11′ O-8.7566666666667125.186944444446 m
Puemate 8° 50′ S, 125° 12′ O-8.8311111111111125.2027777777851 51 m Saburapo 8° 49′ S, 125° 10′ O-8.8161111111111125.17138888889397 397 m

Der Suco hat 1.675 Einwohner (2010,[2] 2004: 1.479 Einwohner.[6]). Über 85 % der Einwohner geben Kemak als ihre Muttersprache an. 5 % sprechen Tetum Prasa, kleine Minderheiten Mambai und Bunak.[7]

Atabae liegt im Nordosten des Subdistrikts und hat eine Fläche von 44,94 km².[8] Westlich liegt der Suco Rairobo, südwestlich Aidabaleten und südlich Hataz. Jenseits des Flusses Nunura liegt der Subdistrikt Cailaco mit seinem Suco Purugua, im Nordosten der Suco Aculau (Subdistrikt Hatulia, Ermera) und im Norden der Subdistrikt Maubara (Distrikt Liquiçá) mit seinen Sucos Guiço und Gugleur.[9]

Der Fluss Hatoleai entspringt im südlichen Grenzgebiets zwischen Rairobo und Atabae, fließt nach Süden, schwenkt dann nach Osten und bildet die gesamte Südgrenze Atabaes. Schließlich mündet er in den Nunura. Wo die Sucos Atabae, Aculau und Purugua aufeinander treffen, bilden Nunura und Marobo zusammen den Fluss Lóis, der dann weiter nach Westen fließt, entlang der Nordgrenze Atabaes, wobei einige Arme in das Gebiet des Sucos reichen.[9]

Die meisten größeren Orte des Sucos liegen nah dem Nunura. Von Süd nach Nord sind dies Koilima, Hatubou, Dirularan, Puemate (Peumate), Daarobu, Loumate, Lugu Teho, Aidabaracabe (Aidabaraeabe), Fatubesi (Fatu Besi, Fatubessi, Faturesi) und Nunudoi. Die Orte gehen teilweise direkt ineinander über. Am Zusammenfluss von Nunura und Marobo liegen die Dörfer Kakamata und Made Bau (Madeboau, Madehoau). Am Lóis liegen die Orte Oebola und Oekiar. Am Hatoleai befindet sich das Dorf Atumate. Im Süden liegen außerdem die Orte Saburapo und Maleteten, im Nordwesten Malete.[9] Grundschulen gibt es in Dirularan und Fatubesi. In Dirularan gibt es zudem einen Hubschrauberplatz für Notfälle.[3]

Atabae teilt sich in die fünf Aldeias Fatubesi, Helesu (Hel-Lesu), Lolocolo, Made Bau und Saburapo.[10]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Fortunato Reis Cardoso zum Chefe de Suco gewählt.[11] Bei den Wahlen 2009 gewann Ernesto Gaspar.[12]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Orte und Flüsse im Subdistrikt. Der Suco liegt im Norden.

Im Norden bildet der Fluss Lóis die Grenze zum Distrikt Liquiçá, östlich des Flusses Nunura liegen die Subdistrikte Cailaco und Maliana. Südöstlich liegt der Subdistrikt Balibo und nach Westen wird Atabae von der Sawusee begrenzt. An der Nordgrenze des Sucos Rairobo führt seit 1990 eine lange Brücke über den Lóis, der bald darauf in die Sawusee mündet. Der Monte Atabae (Goenoeng Atabai, !491.2172225625.166944508° 47′ S, 125° 10′ O-8.7827777777778125.16694444444) liegt 4,1 km entfernt vom Ort Atabae.

Der Subdistrikt teilt sich in vier Sucos: Aidabaleten, Atabae, Rairobo und Hataz (Hatas). Subdistriktsadministrator ist Sidonio Fontes (Stand: 2011).[13]

Die Important Bird Area Be Malae-Atabae ist ein für Ornithologen interessantes Gebiet von 3000 ha mit Wald und Feuchtgebieten. [14]

Einwohner[Bearbeiten]

Im Subdistrikt Atabae leben 11.024 Einwohner (2010,[1] 2004: 9.609[16]). Der Altersdurchschnitt beträgt 17,5 Jahre (2010,[1] 2004: 17,5 Jahre[17]). Atabae ist eines der Zentren der Nationalsprache Kemak. Die Kemak bilden die größte Ethnie im Subdistrikt.[17] Als Zweitsprache ist die Amtssprache Tetum weit verbreitet. Bahasa Indonesia wurde während der Besatzungszeit verwendet, die Älteren sprechen noch Portugiesisch. Dieses wird auch in den Schulen unterrichtet.[18]

Wirtschaft[Bearbeiten]

64 % der Haushalte im Subdistrikt bauen Mais an, 63 % Kokosnüsse, 31 % Reis und 30 % Maniok.[2] In Atabae wird Salz aus dem Meer gewonnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Portugiesische Kavallerieschwadron 1969 in Atabae in Gedenken an Francisco Duarte
6. Kavallerieschwadron von Atabae (bis Juni 1970 in Atsabe)

In Cotubaba (Tutubaba?), nahe Batugade, kam es 1865 zu einem Angriff auf portugiesische Truppen durch timoresische Krieger. Der Herrscher von Atabae rebellierte im Jahr 1893 zusammen mit dem Liurai von Maubara gegen die portugiesischen Kolonialherren. Für Atabae endete die Revolte von Maubara mit einem Ultimatum durch die Portugiesen. Am 14. Juli willigte der Herrscher von Atabae ein, leistete dem König von Portugal den Treueschwur und musste Entschädigungen in Form von Geld, Büffeln und Schweinen zahlen.[20] 1896 unterstützte Atabae das Reich von Manufahi bei einem weiteren Krieg gegen die Portugiesen. Bei der Belagerung von Atabae kam der bekannte portugiesische Offizier Francisco Duarte ums Leben.[21]

Ab Oktober 1975 nutzten indonesische Truppen das Chaos vor dem Abzug der portugiesischen Kolonialherren in Osttimor und besetzten nach und nach die Distrikte Bobonaro, Cova Lima und Oecussi-Ambeno. Noch Anfang November leisteten Kämpfer der FRETILIN unter Aquiles Freitas Soares in Atabae Widerstand. Ab Mitte November beschossen die Indonesier Aidabaleten von See aus. Am 26. November stellten die Osttimoresen den Widerstand ein und besetzten den Ort am Morgen des 28. Novembers.[22] Daraufhin entschloss sich die FRETILIN am selben Tag die Unabhängigkeit Osttimors zu erklären, in der Hoffnung, dass die Vereinten Nationen das neue Land anerkennen und unterstützen würden. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Osttimor wurde völkerrechtswidrig komplett annektiert und erlangte erst wieder 2002 seine Unabhängigkeit.[23]

Am 16. Oktober 1999 kam es in Aidabasalala (Suco Hataz) zu einem Gefecht zwischen sechs australischen INTERFET-Soldaten und etwa 20 Mitgliedern einer pro-indonesischen Miliz. Drei Milizionäre kamen dabei ums Leben, drei weitere wurden verletzt.[24]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atabae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b c Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. a b UNMIT Geographic Maps: Bobonaro District - August 2008 (PDF; 535 kB)
  4. a b Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
  6. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Atabae (Tetum; PDF; 8,5 MB)
  8. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  9. a b c Timor-Leste GIS-Portal
  10. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados
  13. Webseite des Finanzministeriums Osttimors: Sensus Fo Fila Fali in Rairobo: an emotional return to the Minister’s birthplace
  14. Birdlife International - Be Malae-Atabae
  15. a b c Seeds of Life
  16. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  17. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  18. Bobonaro District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 566 kB)
  19. HP Gruumpe: Osttimor
  20. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  21. The case of Alferes Francisco Duarte “O Arbiru” (1862 – 1899) (PDF; 386 kB), abgerufen am 25. März 2013
  22. Jolliffe, Jill. East Timor: Nationalism and Colonialism. Queensland: University of Queensland Press, 1978. OCLC 4833990
  23. ETAN, When East Timor first flew its flag in defiance
  24. Citation.com: Sydney Morning Herald, 25. März 2000, Gallantry award for sergeant who led bloody timor battle

-8.8319444444444125.20111111111Koordinaten: 8° 50′ S, 125° 12′ O