Atacama-Humanoid

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Der Atacama-Humanoid (kurz Ata) ist eine aus der südamerikanischen Atacamawüste stammende Mumie mit einer Länge von fünfzehn Zentimetern.

Darstellungen[Bearbeiten]

Die Mumie, die als „Atacama-Humanoid“ bezeichnet wird, wurde 2003 von Oscar Muñoz in 56 km Entfernung von der chilenischen Stadt Iquique bei La Noria in der Atacamawüste gefunden. Der gegenwärtige Eigentümer der Mumie ist der spanische Geschäftsmann Ramón Navia-Osorio.

In dem von Steven M. Greer hergestellten und am 22. April 2013 erstmals präsentierten Dokumentarfilm Sirius wird die These aufgestellt, bei dem Atacama-Humanoiden könne es sich um ein außerirdisches Lebewesen handeln.[1][2]

Der Mikrobiologe Garry Nolan von der Stanford University hat die DNA der maskulinen Mumie untersucht. In seiner DNA-Analyse − sie ist noch nicht veröffentlicht − kommt Nolan zu dem Ergebnis, dass die Mumie zweifelsohne menschlich sei. Die Haplogruppe B (mtDNA) der Mumie belege laut Nolan, dass die Mutter von der Westküste Südamerikas stamme, vermutlich aus Chile[3]

Röntgenaufnahmen der Wachstumsfuge im Skelett lassen eine Lebenszeit von sechs bis acht Jahren vermuten. Angesichts der ungewöhnlichen Kleinheit der Mumie werden drei Erklärungen genannt:

  1. Das Kind litt an beschleunigten Alterungsprozessen (Progerie) ,
  2. unter einer extremen Form des Minderwuchses (Hyposomie) oder aber
  3. äußere Einwirkungen die embryonale Fehlbildungen verursachen können (Teratogen).

Im Fall einer Progerie nimmt der Paläoanthropologe William Jungers von der Stony Brook University an, dass diese Krankheit den Fötus befallen hatte, was eine Fehlgeburt auslöste.[3]

Entdeckung und Kommerzialisierung[Bearbeiten]

Die Mumie wurde in der Umgebung der Kirche der Geisterstadt La Noria, in der Atacamawüste im Norden Chiles entdeckt. So berichtete es der Finder Oscar Muñoz mit einer gewissen Unschärfe der lokalen Presse und einem überregionalen Fernsehsender.[4][5][6] Da es sich um einen Leichnam handelt, kommt somit als möglicher Fundort der nahe gelegene Friedhof in Frage, auf dem schon häufiger Gräber auf der Suche nach Wertgegenständen geöffnet wurden.[7][8] Als Funddatum wurde – ebenfalls recht vage – der Winter 2003 angegeben. Nach den Jahreszeiten auf der Südhalbkugel entspricht dies einem Zeitraum von Juni bis September.[4]

Nach eigenen Angaben war der Finder mit Schaufel und Hacke auf der Suche, als er den kleinen Körper eingewickelt in ein weißes Tuch fand.[5] Es war mit einem violetten Band verschnürt.[4] Den Fund zeigte er anderen Personen, die wie er unterwegs waren. Bei dieser Gelegenheit wurde das erste Foto von Alejandro Dávalos aufgenommen, der dieses an die sogenannte UFO-Forschungsgruppe Chile (span.: Agrupación de Investigaciones Ovniológicas de Chile[9]) weitergab.[4] Einige Tage nach der Entdeckung wurde die Mumie für 30.000 Pesos (damals rund 37 €[10]) an einen Gastronomen in Iquique abgegeben, dem der Finder sonst auch seine Funde verkaufte.[4]

Die erste Veröffentlichung zu dem Fund erschien am 9. Oktober 2003 in der Tageszeitung El Mercurio de Antofagasta. Zu dieser Zeit befand sich die Mumie im Besitz eines Sammlers, der nicht genannt werden wollte.[5][11] Am 19. Oktober 2003 folgte eine zweite, ausführlichere Reportage in der lokalen Tageszeitung La Estrella de Iquique. Fotos wurden zu Preisen von 630 € für eins, bzw. 950 € für zwei angeboten. Angeblich wurden für die Mumie rund 100.000 € geboten.[4][10][12] Der Biologe Walter Seinfeld von der Universidad Arturo Prat wurde durch die Lokalpresse zu dem Fund befragt. Aufgrund der ihm vorgelegten Fotos identifizierte er die Mumie als menschlich. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass es sich bei diesem Objekt um einen Leichnam handelt und forderte die Besitzer auf ihn herauszugeben.[4]

Somit war die Entdeckung der Mumie das Ergebnis einer in der Region verbreiteten Grabräuberei.[8] Es ist nicht bekannt, wann und wie die Mumie Chile verlassen hat. Angeblich hat der Spanier, in dessen Besitz sie in Barcelona wieder auftauchte, sie von dem Gastronomen aus Iquique gekauft. Es gibt Gerüchte darüber, dass gleichzeitig noch eine zweite Mumie gefunden worden sein soll.[13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bizarre Mumie: Forscher lösen Alien-Rätsel der Atacama-Wüste spiegel.de, abgerufen am 27. Mai 2013
  2. Ist rätselhafte Mumie ein Außerirdischer? focus.de
  3. a b Richard Stone: Bizarre 6-Inch Skeleton Shown to Be Human. Science (Magazin), 3. Mai 2013, abgerufen am 9. September 2014.
  4. a b c d e f g Camilo Aravena Arriagada: Hallazgo en La Noria: ¿Feto O Extraterrestre? In: La Estrella de Iquique. 19. Oktober 2003, abgerufen am 22. Juni 2013 (spanisch).
  5. a b c  Descubren extraña criatura en una salitrera. In: El Mercurio de Antofagasta. Nr. 34.463, Empresa Periodística El Norte S.A., 9. Oktober 2003 (online, abgerufen am 19. Mai 2013).
  6. El extraterrestre de La Noria. Chilevisión, 2003, abgerufen am 22. Juni 2013 (spanisch).
  7.  Paul Spaudo V.: No descansan en paz. In: La Estrella de Iquique. Iquique 28. August 2005.
  8. a b  A. Lobo, P. Cofré, L. Vieyra: Fiebre de tesoros. Buscan baúles llenos de oro en ex oficina salitrera. In: La Cuarta. El diario popular. 30. September 2005 (online, abgerufen am 19. Mai 2013).
  9. Homepage: AION
  10. a b Umgerechnet mit dem OANDA-Währungsrechner, 22.06.2003
  11. Online-Ausgabe der Tageszeitung El Mercurio de Antofagasta (Spanisch)
  12. Online-Ausgabe der Tageszeitung Estrella de Iquique (Spanisch)
  13. "Sirius" se estrena en EE.UU.: El supuesto E.T. de un polémico documental sería un feto humano. El Mercurio de Santiago, 11. April 2013. Homepage der Online-Ausgabe