Atambua

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Atambua (Kleine Sundainseln)
Atambua
Atambua
Lage in der Provinz Ost-Nusa Tenggara

Atambua ist ein Desa, ein Distrikt (Kecamatan) und der Hauptort des indonesischen Regierungsbezirk (Kabupaten) Belu. Er liegt in Westtimor, das zur Provinz Ost-Nusa Tenggara gehört, nahe der Grenze zu Osttimor.

Geographie[Bearbeiten]

Der Distrikt Atambua wird in die Desas Fatubenao (7.664 Einwohner 2010), Atambua (3.591), Manumutin (9.994) und Tenukiik (5.147).[1]

Einwohner[Bearbeiten]

Der Distrikt Atambua hat 26.396 Einwohner (2010).[1] Die Bevölkerung spricht zumeist Tetum als Muttersprache. Minderheiten verwenden Kemak, Bunak oder Uab Meto.

Atambua ist der Sitz des Bistums Atambua, das dem Erzbistum Kupang unterstellt ist. Bischof ist seit 2007 Dominikus Saku. Im Bistum, zu dem auch die Regierungsbezirke Nordzentraltimor und Malaka gehören, leben 493.044 Einwohner auf 5.177 km². 96,5 % davon sind Katholiken.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen Dezember 1974 und Februar 1975 begann ein acht Mann starkes Team der indonesischen Spezialeinheit Kopassandha in Atambua die Vorbereitung für die Operation Flamboyan, mit der die bisher portugiesischen Kolonie unterwandert und die Unabhängigkeit, die anstand, verhindert werden sollte. 216 Männer der osttimoresischen Partei APODETI, die einen Anschluss Portugiesisch-Timors an Indonesien propagierte, wurden hier als Partisanen ausgebildet. Ihr Kommandant war Tomás Gonçalves, der Sohn von Guilherme Gonçalves, dem letzten Koronel bote der Atsabe-Kemak und späteren indonesischen Gouverneur von Osttimor. Die portugiesische Verwaltung schickte im Januar 1975 eine Delegation nach Atambua, um die Männer zur Rückkehr nach Portugiesisch-Timor zu bewegen, hatte aber damit keinen Erfolg. Ende April wurde das Kopassandha um 80 Mann verstärkt.[2]

Nach einem missglückten Putschversuch der UDT gegen die FRETILIN am 11. August 1975 in Portugiesisch-Timor, floh Manuel Carrascalão, einer der UDT-Gründer nach Atambua. Carrascalão war später einer der zentralen Befürworter einer Unabhängigkeit Osttimors von der Besatzungsmacht Indonesien.

Am 6. September 2000 wurden drei UNHCR-Mitarbeiter in einem osttimoresischen Flüchtlingslager in Atambua ermordet. Der Weltsicherheitsrat forderte daraufhin Indonesien mit der UN-Resolution 1319 auf, gegen die Milizen, die ihre Basen in Westtimor hatten vorzugehen, sie zu entwaffnen und die Flüchtlingslager und die Grenze zu sichern. Von Atambua aus soll der Osttimorese Tomé Diogo auch im Dezember 2002 Überfälle auf Osttimor durchgeführt haben.

Verkehr[Bearbeiten]

Atambua hat einen Flughafen mit dem IATA-Code ABU. Der nahe gelegene Ort Atapupu dient als Hafen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Penduduk Indonesia menurut desa 2010 (indonesisch; PDF; 6,0 MB), abgerufen am 26. Januar 2013
  2. CAVR-Report von 2005: Part 3: The History of the Conflict (PDF; 1,4 MB)

-9.1124.9Koordinaten: 9° 6′ S, 124° 54′ O