Ateschgah von Baku

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Feuertempel Ateschgah in Baku

Der Ateschgah (auch Atashgah oder Atəşgah) ist ein ehemaliger Feuertempel in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, in dem hinduistische Rituale stattfanden. Er wurde als Klosteranlage im 17. und 18. Jahrhundert erbaut. Als ab 1883 in der Nähe Ölförderanlagen in Betrieb genommen wurden, wurde die Anlage aufgegeben. Seit 1975 ist der Gebäudekomplex ein Museum. In der wörtlichen Übersetzung bedeutet Ateschgah „Hort des Feuers“. Das Feuer wurde durch natürlich austretendes Erdgas gespeist.

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten]

Eigentlich deutet der Name auf einen Feuertempel des Zoroastrismus hin. Andererseits existieren Inschriften auf Sanskrit und verschieden Forscher weisen auf eine Nutzung durch Hindus hin (vgl. Literatur: v. Eichwald). Vergleichbare Tempelanlagen finden sich im Iran (Isfahan) und Georgien.

Inschriften[Bearbeiten]

An den Wänden finden sich zahlreiche Inschriften: zwei am Eingang, eine am Tempel und 16 über den Zugängen zu den Zellen. Sie sind überwiegend in Devanagari (oder verwandten Schriften), zwei in Gurmukhi (u. a. Wurzelmantra aus dem Guru Granth Sahib) und eine in Perso-Arabisch. Zum Teil sind sie datiert; die früheste Jahresangabe ist Samvat 1770 (1713 n. Chr.), die späteste Samvat 1883 (1827 n. Chr.). Bei der Inschrift am Tempel und bei einer weiteren ist eine Swastika zu erkennen. Die Inschrift am Tempel nennt am Ende der dritten Zeile Jvālā Jī, eine nordindische Feuergöttin.[1]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Eduard von Eichwald: Reise auf dem Caspischen Meere und in den Caucasus. 2. Bde. Stuttgart & Thübingen 1834.
  • Philine von Oppeln, Gerald Hübner: Aserbaidschan – Unterwegs im Land des Feuers. Berlin 2009, ISBN 978-3-89794-124-3
  • Dirk M. Steinert: Die Inschriften am Feuertempel von Suraxanı (Baku, Aserbaidschan). Bildmaterial und Hintergrundbibliographie. 2012, S. 1–29 (online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ateschgah von Baku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dirk M. Steinert, 2012

40.41544166666750.008611111111Koordinaten: 40° 24′ 56″ N, 50° 0′ 31″ O