Athinagoras (Patriarch)

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Patriarch Athenagoras (1967)

Athinagoras (griechisch Αθηναγόρας, meist Athenagoras transkribiert, * 25. März 1886 in Tsaraplana, Epirus; † 7. Juli 1972 in Istanbul, bürgerlich Aristoklis Spyrou) war Patriarch von Konstantinopel von 1948 bis 1972.

Er wurde 1886 unter dem Namen Aristoklis Spyrou in Tsaraplana, Epirus geboren. 1910 wurde er zum Priester geweiht und wirkte als Sekretär der Heiligen Synode von Griechenland. 1913, mit 26 Jahren, wurde er zum Metropoliten von Korfu gewählt, und 1930 setzte ihn die Heilige Synode von Konstantinopel als Erzbischof von Nord- und Südamerika ein.

Er leistete der Kirche in Amerika sehr gute Dienste – so gute Dienste, dass er von ihr weg zum Patriarchen von Konstantinopel gewählt wurde. Die Wertschätzung, die er in den USA genoss, zeigte sich beispielsweise darin, dass ihm der amerikanische Präsident Harry S. Truman sein eigenes Flugzeug für die Rückkehr nach Konstantinopel zur Verfügung stellte.

Athinagoras trat sein Amt als ökumenischer Patriarch am 26. Januar 1948 an und zeigte sich als ein wirklicher Patriarch der Ökumene. Er besuchte nicht nur alle östlich-orthodoxen Patriarchate sondern auch den Sitz des Weltkirchenrats in Genf und den anglikanischen Primas in Canterbury. Mit Papst Johannes XXIII. war er seit dessen Zeit als Patriarch von Venedig befreundet.

Am bedeutsamsten waren zwei andere Reisen: die nach Jerusalem, wo er am 5. und 6. Januar 1964 mit Papst Paul VI. zusammentraf, ein Treffen das zu einem Durchbruch in den Beziehungen zwischen Rom und Konstantinopel führte. Die wichtigste Geste war, dass der Papst Athinagoras als Nachfolger des Apostels Andreas das Haupt des Apostels zurückgab, das zuvor eine der vier Hauptreliquien in den vier Pfeilern des Petersdomes war und das Kreuzfahrer 1204 in Konstantinopel geraubt hatten.

Am 25. Juli 1967 besuchte Papst Paul VI. den Ökumenischen Patriarchen, der diesen Besuch am 28. Oktober 1967 erwiderte. In seiner Weihnachtsenzyklika schrieb Patriarch Athinagoras. „Wir tauschten mit seiner Heiligkeit dem Papst von Rom ein Kreuz und den Heiligen Kelch und beteten gemeinsam, dass unser gnädiger Gott unseren Heiligen Kirchen des Ostens und Westens so schnell wie möglich die Gnade schenken möge, dass wir die Kommunion der Heiligen Sakramente wieder so teilen können, wie es bis zum Jahr 1054 der Fall war.“

Diese Zusammentreffen führten dazu, dass die römisch-katholische Kirche und der ökumenische Patriarch von Konstantinopel in Vertretung der orthodoxen Kirchen die gegenseitigen Exkommunikationen zurücknahmen, die sie 1054 ausgesprochen hatten (siehe: Morgenländisches Schisma). Dies war ein bedeutender Schritt zur Versöhnung zwischen beiden Kirchen.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Maximos V. Patriarch von Konstantinopel
19481972
Demetrios I.