Athenry

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Blick auf St. Mary’s Church in Athenry
Clareen River in Athenry
Das National Monument Athenry Castle

Athenry (ausgespr. [æθənˈraɪ], irisch Baile Átha an Rí [bal´ɑːhən̪ˈriː]) ist eine am Fluss Clareen (Abhainn an Chláirín) gelegene Stadt im Süden des County Galway, Irland. Sie hat 4.834 Einwohner (Stand 2011).[1]

Name[Bearbeiten]

Der Name der Stadt geht zurück auf den irischen Namen Baile Átha an/na Ríogh. Dies wird unterschiedlich übersetzt. Zum einen als „Stadt der Furt des Königs/der Könige“, wobei „Könige“ auf die drei hier zusammentreffenden altirischen Königreiche verweist. Zum anderen wird es als „Stadt der Flussfurt“ gedeutet, wobei Ríogh ähnlich wie der Rhein auf die indogermanische Wurzel H1reiH- für „fließen“ zurückgehen soll.[2] Der heutige offizielle irische Name der Stadt in moderner Schreibung ist Baile Átha an Rí, „Stadt (an) der Furt des Königs“, oder kurz Áth an Rí ([ɑːhən̪ˈriː]).[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Ein in der Nähe von Athenry aufgefundener Schild aus der Bronzezeit legt eine Besiedlung bereits vor 3.000 Jahren nahe.[2] Die Region ist verbunden mit dem Stamm der Auteri, die bereits von Claudius Ptolemäus auf seiner Irlandkarte in der Geographike Hyphegesis eingezeichnet worden sind.[4] Es wird vermutet, dass Athenry zum Hauptsitz der Auteri wurde wegen der Furt und der günstigen Nähe zu den drei Königreichen Hy-Many der O’Kellys, Hy-Briuin Seola der O’Flahertys und Hy-Fiachrach der O’Hynes.[5]

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war Connacht noch unter Kontrolle des irischen Königs Cathal Crovderg O’Conor, der sich der englischen Krone unterworfen hatte und seit 1215 Connacht als Lehen gegen eine jährliche Zahlung von 300 Mark hielt. Als er 1224 verstarb, sah sich sein Sohn Aedh entsprechend dem englischen Recht als Nachfolger, wurde aber von den irischen Gefolgsleuten entsprechend dem irischen Recht, das keine Primogenitur kannte, offenbar nicht akzeptiert. Gegen die Aufstände erhielt Aedh zu Beginn Unterstützung von englischer Seite, aber 1226 fiel die Entscheidung, Connacht zu konfizieren und Richard de Burgh als Lehen zu geben, der darauf schon länger drängte.[6] 1235 überquerten die Truppen unter Leitung von Richard de Burgh zusammen mit weiteren Baronen aus den Familien de Berminghams, De Lacys und Fitzgeralds den Shannon und brachten den größten Teil der Provinz Connacht rasch unter ihre Kontrolle. Dies gelang trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der Iren durch die bessere Ausrüstung, den Einsatz walisischer Bogenschützen und den Einsatz von Rittern zu Pferde, die von flämischen Fußsoldaten unterstützt wurden. Nach der erfolgreichen Eroberung wurden an strategisch wichtigen Orten Stützpunkte errichtet. Neben Athenry gehörten auch Dunmore, Loughrea und Galway dazu.[7]

Der mittelalterlich agrarwirtschaftlich bedeutende Ort wurde 1238 das erste Mal erwähnt, als die Burg von Meiler de Bermingham (auch Meyler), dem 2. Baron von Athenry, erbaut wurde. Im Jahre 1316 fand hier die Schlacht von Athenry statt, in der Richard Og de Burgh, 2. Earl of Ulster den König von Connacht besiegte.

Die Burg ist restauriert zu besichtigen und bis heute neben der weitgehend erhaltenen beziehungsweise restaurierten Stadtmauer, einem Stadttor und der Ruine des 1241 gegründeten Priorats der Dominikaner die größte Attraktion des Ortes.[8] Athenry liegt 24 km östlich der Stadt Galway.

Athenry ist seit dem 1. August 1851[9] an das irische Eisenbahnnetz angebunden.

Bekannter wurde der Ort durch das irische Lied The Fields of Athenry, welches die Situation während der Irischen Hungersnot zwischen 1846 und 1849 behandelt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Seán Spellissy: The History of Galway. The Celtic Bookshop, Limerick 1999, ISBN 0-9534683-4-8, S. 169–174.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Athenry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cso.ie/census/2011_preliminaryreport.htm
  2. a b Vgl. Spellissy, S. 169.
  3. Vgl.  Discovery Series. 46, Ordnance Survey of Ireland, Dublin 1998, ISBN 1-901496-35-X. Und  Deirdre Flanagan, Laurence Flanagan: Irish Place Names. Gill & Macmillan, Dublin 1994, ISBN 0-7171-2066-X, S. 168.
  4. Vgl. Spellissy, S. 169. Ein Ausschnitt der Karte steht hier zur Verfügung.
  5. Vgl. Spellissy, S. 169, der diese Vermutung von Sir James Ware übernimmt.
  6. Vgl.  Goddard Henry Orpen: Ireland under the Normans 1169–1333. 3, Four Courts Press, Dublin 2005 (Erstausgabe 1920), ISBN 1-85182-715-3, S. 158–163.
  7. Vgl. Spellissy, S. 169–170.
  8. Bezüglich des Priorats vgl.  Aubrey Gwynn, R. N. Hadcock: Medieval Religious Houses Ireland. Longman, London 1970, ISBN 0-582-11229-X, S. 221–222.
  9. http://www.railbrit.co.uk/Ireland/Irish_railways.pdf

53.301388888889-8.7466666666667Koordinaten: 53° 18′ N, 8° 45′ W