Atikamekw

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Die Atikamekw [1](sprich: Ah-dik-ah-meck - Heringsmaräne (engl. Lake Whitefish), die franz. Kolonisten nannten sie Têtes-de-Boule - ‘Kugelköpfe’ oder ‘Rundköpfe’, Eigenbez.: Nehiraw-iriniw oder Nehiraw), sind eine First Nation, die im Südwesten der kanadischen Provinz Québec lebten. Ihr traditionelles Stammesgebiet und Siedlungszentrum, das sie Nitaskinan (‘Unser Land’) nennen, lag und liegt im oberen Tal des Rivière Saint-Maurice.

Die Atikamekw zählen heute ca. 6.700 Menschen. Ihre Traditionen liegen im Fischen, Jagen und Sammeln.

Sprache[Bearbeiten]

Ihre Sprache, das Atikamekw (‘Nehiramowin’), ist ein r-Dialekt der Cree-Sprachen (Nēhiyawēwin) aus der Sprachfamilie der Algonkin-Sprachen und unterteilt sich in drei Dialekte: Manawan, Opitciwan und Wemotaci. Da die Atikamekw allgemein als eigenständige First Nation betrachtet werden, wird meist auch ihre Sprache als unabhängig angesehen, obwohl diese anderen Cree-Dialekten näher steht als das Eastern Cree. Atikamekw nutzt zudem nur das lateinische Alphabet im Gegensatz zu den anderen Cree-Dialekten, die die Silbenschrift der Cree nutzen, um ihre Sprache nieder zu schreiben.

Geschichte[Bearbeiten]

Als die Franzosen in die Region kamen, wurden die Atikamekw zunehmend abhängig von den französischen Waren und Handelsgütern im Pelzhandel. Sie wurden allgemein als friedliches Volk betrachtet, teilten die Region mit den verwandten Innu (‘Montagnais’)[2] im Osten, den James Bay Cree im Norden und Algonkin im Süden. Jedoch hatten sie Konflikte mit den Mohawk, die sich noch durch die Rivalität um die Ressourcen und Pelze verschärften sowie mit den Inuit im Norden, die sie zusammen mit den Innu, bekämpften.

Die Atikamekw wurden zusammen mit ihren traditionellen Verbündeten, den Innu und Maliseet, in Handelskriege gegen die Irokesen-Liga und Mi'kmaq von den Franzosen hineingezogen. Immer wieder waren während der Biberkriege (1640 - 1701) die Irokesen in ihre Gebiete eingefallen, und hatten Frauen und Krieger in die Sklaverei entführt, als auch ihre Jagdgründe auf der Suche nach mehr Pelzen ausgeplündert. Zudem brach unter den Atikamekw eine verheerende Pockenepidemie (1670-1680) aus, die durch ihre Verbündeten, die Innu, eingeschleppt worden war. Da diese Auseinandersetzungen seitens der Irokesen mit bisher nicht gekannter Brutalität geführt wurden, töteten die Irokesen viele der geschwächten Überlebenden, so dass nur noch wenige Atikamekw die Epidemien und Kriege überlebten.

Kultur[Bearbeiten]

Die Kultur, Traditionen und das Leben der Atikamekw werden von den sechs Jahreszeiten bestimmt: Vorfrühling, Frühling, Sommer, Herbst, Vorwinter und Winter.[3] Nach diesen Jahreszeiten richten sich die Aktivitäten und die Wanderungen auf dem Territorium. Wie auch andere Indianervölker respektieren die Atikamekw die Umwelt und die natürliche und lebendige Energie, die von ihr ausgeht: Das Feuer (den Donner), den Wind, die Luft und das Wasser. Diese Energien werden zum Beispiel bei der Jagd genutzt.[4]

Gemeinden[Bearbeiten]

  • Manawan (‘Ort, an dem die Leute Möweneier sammeln’, Verwaltungssitz und Siedlung befinden sich im Reservat Communauté Atikamekw de Manawan, (bis 1991 ‘Manouane’ genannt) am südwestlichen Ufer des Sees Métabeskéga, ca. 115 km nordöstlich von Mont-Laurier, Quebec, 86 km nördlich von Saint-Michel-des-Saints und 120 km westlich von La Tuque, der Name leitet sich vom Rivière Manouane ab, der hier seine Quelle hat, ca. 8 km², Population: 2.493)[5]
  • Opitciwan (‘Opitciwan’ ist abgel. von Opa oder Ope - ‘Meerenge’ und tciwan - ‘strömen’, ‘fließen’, d.h. ‘Meerengen-Strömung’, ihr Reservat Obedjiwan 28, ca. 9 km², liegt 193 km östlich von Roberval, 1918 mussten die Atikamekw die Siedlung Kikendache aufgrund von Überschwemmungen verlassen und nach Obedjiwan umsiedeln, einer Gemeinde, die 1944 offiziell entstand und durch ein Netz von Forststraßen verbunden ist, Population: 2.600)[6]
  • Wemotaci (‘der Berg, von dem wir Ausschau halten’, Verwaltungssitz und Hauptsiedlung befinden sich im Reservat Communauté de Wemotaci (bis 1997 ‘Weymontachie 23’), ca. 100 km nordwestlich von La Tuque, am Nordufer des Rivière Saint-Maurice (engl. ‘Saint-Maurice River’) an der Mündung des Rivière Manouane gelegen, es ist eine Enklave innerhalb der Stadt La Tuque, das zweite Reservat, Coucoucache 24A, abgel. von ‘kôkôkachi’ - ‘Eule’, ebenfalls am Nordufer des Rivière Saint-Maurice sowie des Blanc-Stausees gelegen, ca. 53 km nordwestlich von La Tuque, ist unbewohnt, ca. 32 km², Population: 1.664)[7]

Atikamekw Sipi - Conseil de la Nation Atikamekw [8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. andere Varianten sind: Atihkamekw, Attikamekw, Attikamek und Atikamek
  2. Die Innu dürfen hierbei aber nicht mit den Inuit oder Inupiaq-Inuktitut verwechselt werden
  3. La Nation Atikamekw de Manawan
  4. La Nation Atikamekw de Manawan
  5. Les Atikamekw de Manawan
  6. Atikamekw d'Opitciwan
  7. Conseil des Atikamekw de Wemotaci
  8. Conseil de la Nation Atikamekw (nur Französisch)