Atlético Mineiro

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Atlético Mineiro
Atletico mineiro galo.png
Voller Name Clube Atlético Mineiro
Gegründet 25. März 1908
Stadion Mineirão
Plätze 62.160
Präsident BrasilienBrasilien Alexandre Kalil
Trainer BrasilienBrasilien Levir Culpi
Homepage atletico.com.br
Liga Série A
2013 8. Platz
Heim
Auswärts

Der Clube Atlético Mineiro – meist kurz Atlético Mineiro genannt – ist ein Fußballverein in Belo Horizonte, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais. 1971 wurde Atlético Mineiro der erste offizielle Fußball-Meister von Brasilien. Zudem ist Atlético der einzige Klub, der die Copa Conmebol zweimal gewinnen konnte. Im Jahr 2013 gewann er die Copa Libertadores und im Jahr 2014 die Recopa Sudamericana.

Die Vereinsfarben des 1908 gegründeten Klubs sind Weiß und Schwarz. Nach deren Maskottchen wird der Verein auch oft Galo, Hahn, genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 25. März 1908 von 22 Mitgliedern gegründet. Das erste offizielle Spiel fand am 21. März 1909 gegen den Sport Club Futebol, ebenfalls aus Belo Horizonte, statt und wurde mit 3:0 gewonnen.

1915 gewann Atlético die erste von bislang 42 Regionalmeisterschaften. 1937 errang der Verein den Sieg im Turnier um die Copa dos Campeões Estaduais 1936 („Pokal der Staatsmeister“, „Champions Cup“), an dem die vier Regionalmeister aus Minas Gerais, São Paulo, Espírito Santo und Rio de Janeiro, das seinerzeit noch als Bundesdistrikt firmierte, teilnahmen.

Champions Cup 1937[1]
City Datum Ergebnis
Rio de Janeiro 13. Januar Fluminense FC – Atlético 6:0
Vitória 17. Januar Rio Branco AC – Atlético 1:1
Belo Horizonte 24. Januar Atlético – Portuguesa 5:0
Belo Horizonte 31. Januar Atlético – Fluminense FC 4:1
Belo Horizonte 3. Februar Atlético – Rio Branco AC 5:1
São Paulo 14. Februar Portuguesa – Atlético 2:3
Torschützen
Spieler Tore
Paulista 8
Guará 3
Nicola 3
Alfredo 2
Bazzoni 1

Im November und Dezember 1950 unternahm Atlético eine Tour durch Europa. Gegen einige der damals spielstärksten europäischen Vereine, wie z. B. SK Rapid Wien, RSC Anderlecht, FC Schalke 04 oder Hamburger SV, konnte der Klub fünf Siege und drei Unentschieden erreichen, und musste lediglich zwei Niederlagen hinnehmen. Durch diese erfolgreiche Tour bei für die Brasilianer ungewohnten tiefen Temperaturen erhielt die Mannschaft den Spitznamen Campeões do Gelo, die Eismeister. Mit dem Spiel in Gelsenkirchen verabschiedeten sich übrigens die Schalke Legenden Ernst Kuzorra und Fritz Szepan vom aktiven Fußball.[2] Auch in späteren Jahren spielte Atlético häufig in Europa und gewann dabei zahlreiche Turniere.

Europa-Tournee 1950[3]
City Datum Ergebnis
München 1. November TSV 1860 München – Atlético 3:4
Hamburg 4. November Hamburger SV – Atlético 0:4
Bremen 5. November Werder Bremen – Atlético 3:1
Gelsenkirchen 12. November FC Schalke 04 – Atlético 1:3
Wien 16. November SK Rapid Wien – Atlético 3:0
Saarbrücken 20. November FC Saarbrücken – Atlético 0:2
Brüssel 22. November RSC Anderlecht – Atlético 1:2
Braunschweig 26. November Eintracht Braunschweig – Atlético 3:3
Luxemburg 5. Dezember Luxemburg – Atlético 3:3
Paris 7. Dezember Stade Français – Atlético 1:2
Torschützen
Spieler Tore
Lucas 6
Nívio 6
Vaguinho 6
Alvinho 3
Lauro 2
Murilinho 1

Den größten nationalen Erfolg erreichte Atlético 1971, als man in der Erstausspielung der offiziellen brasilianischen Meisterschaft den Titel gewann. Trainer war Telê Santana, der zwischen 1970 und 1976 sowie zwischen 1987 und 1988 insgesamt 434 Mal auf der Bank von Atlético saß und damit Rekordhalter ist. Im Jahr 1978 gewann er die brasilianische Liga-Meister.

Champions Cup (CBD) 1978[4]
City Datum Ergebnis
Belo Horizonte 15. August Atlético – CR Vasco da Gama 2:1
Rio de Janeiro 20. August CR Vasco da Gama – Atlético 1:1
Belo Horizonte 24. August Atlético – São Paulo FC 0:0 Elfmeterschießen: 4:2
Torschützen
Spieler Tore
Danival 1
Ziza 1

Auch bei der Erstausspielung der Copa Conmebol 1992, einem am UEFA-Cup angelehnten Wettbewerb, war Atlético erfolgreich. Nach einem 2:0-Heimerfolg gegen Olimpia aus Asunción stand eine 0:1-Niederlage im Rückspiel in Paraguay dem ersten internationalen Erfolg nicht im Weg. Bei der zweiten Finalteilnahme 1995 reichte selbst ein 4:0-Heimsieg gegen Rosario Central nicht aus. Nach 120 Minuten im Rückspiel stand es 0:4 und im Elfmeterschießen behielten die Argentinier mit 4:3 die Oberhand. 1997 drang Atlético ein drittes Mal ins Finale der Conmebol vor. Bereits im Hinspiel beim Bonarenser Vorortklub CA Lanús machten die Brasilianer mit 4:1 alles klar und im Mineirão reichte ein 1:1. Valdir wurde zudem mit sieben Toren Rekordschütze des Turnieres. Mit zwei Erfolgen in diesem zwischen 1992 und 1999 ausgetragenen Wettbewerb ist der Klub Rekordhalter.

Mit einem zweiten Platz in der brasilianischen Meisterschaft 2012 qualifizierte sich Atlético Mineiro für die Copa Libertadores 2013. Im Juli 2013 gewann der Verein diesen höchsten südamerikanischen Vereinswettbewerb durch einen Sieg im Elfmeterschießen im Rückspiel gegen Club Olimpia aus der paraguayischen Hauptstadt Asunción.[5] Damit qualifizierte sich die Mannschaft für die Klub-Weltmeisterschaft im Dezember 2013 in Marokko. Dort verlor man gleich im Halbfinale mit 1:3 gegen den marokkanischen Klub Raja Casablanca, wonach Trainer Cuca zurücktrat.[6]

Stadion[Bearbeiten]

"Galo"-Fans im Mineirão von Belo Horizonte

Der Verein trägt seine Heimspiele im üblicherweise nur Mineirão genannten Estádio Governador Magalhães Pinto aus, mit einer Kapazität von 62.160 Zuschauern größtes Stadion des Bundesstaates Minas Gerais. Es wurde von den Architekten Eduardo Mendes Guimarães Júnior und Caspar Garreto geplant und am 5. September 1965 eröffnet. Die ursprüngliche Kapazität betrug 130.000 Zuschauer. Vom Baubeginn 1963 bis zur Eröffnung 1965 waren etwa 5000 Personen an der Errichtung des Stadions beteiligt.

Es befindet im Stadtteil Pampulhas im Süden von Belo Horizonte und wird auch von den Klubs Cruzeiro Belo Horizonte und América Mineiro benutzt. Das Mineirão war bis 2011 auch 20 Mal Spielstätte der brasilianischen Nationalmannschaft.

Atléticos Rekordbesuch im Stadion waren 123.351 Zuschauer, die am 4. Mai 1969 bei einem Spiel um die Staatsmeisterschaft von Minas Gerais einer 0:1-Niederlage gegen Cruzeiro EC beiwohnten. Insgesamt spielte Atlético Mineiro in diesem Stadion elf Mal vor Kulissen von mehr als 100.000 Zuschauern.

Zuschauerrekorde von Atlético Mineiro im Mineirão[Bearbeiten]

  • 04.05.1969 - SM - 123.351 - 0:1 gegen EC Cruzeiro
  • 09.10.1977 - SM - 122.534 - 1:3 gegen EC Cruzeiro
  • 13.02.1980 - FR - 115.142 - 2:1 gegen CR Flamengo
  • 15.05.1983 - SM - 113.479 - 0:0 gegen Santos FC
  • 08.11.1981 - SM - 112.919 - 1:1 gegen EC Cruzeiro
  • 02.06.1968 - SM - 110.432 - 1:2 gegen EC Cruzeiro
  • 15.12.1974 - SM - 109.363 - 1:2 gegen EC Cruzeiro
  • 05.12.1982 - SM - 108.935 - 2:1 gegen EC Cruzeiro
  • 04.02.1987 - BM - 107.497 - 1:0 gegen CR Flamengo
  • 05.03.1977 - BM - 102.974 - 0-0 gegen São Paulo FC
  • 21.11.1976 - BM - 102.531 - 0:0 gegen Fluminense FC

Erfolge/Titel[Bearbeiten]

Internationale Titel[Bearbeiten]

Copa Libertadores
2013
CONMEBOL-Cup
1992 | 1997
Recopa Sudamericana
2014

Nationale Titel[Bearbeiten]

Brasilianische Meisterschaft (Série A)
1971
Brasilianische Meisterschaft (Série B)
2006
Champions Cup (CBD)[7]
1978
Champions Cup (FBF)[8]
1937

Staatliche Titel[Bearbeiten]

Mineiro-Staatsmeisterschaft[9]
1915 1926 1927 1931 1932 1936 1938 1939 1941 1942
1946 1947 1949 1950 1952 1953 1954 1955 1956 1958
1962 1963 1970 1976 1978 1979 1980 1981 1982 1983
1985 1986 1988 1989 1991 1995 1999 2000 2007 2010
2012 2013
Minas Gerais-Cup[10]
1976 | 1979 | 1986 | 1987
Belo Horizonte-Cup[11]
1971 | 1972
Turnier-Start[12]
1931 | 1932 | 1939 | 1947 | 1949 | 1950 | 1954
Mineiro-Cup Champions[13]
1974
Turnier Incentives (FMF)[14]
1993
Cup Belo Horizonte
1959
Bueno Brandão-Cup[15]
1914

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

CAM Rekordtrainer
Trainer Spiele
Telê Santana
434
Procópio Cardoso
328
João Lacerda Filho "Barbatana"
227
Ricardo Diéz
168
Levir Culpi
165
Dorival Knippel "Yustrich"
159

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atlético Mineiro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: RSSSF
  2. Vereinschronik
  3. Quelle: RSSSF
  4. Quelle: RSSSF
  5. Ronaldinho jubelt: Copa Libertadores geht an Mineiro kicker online, 25. Juli 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. Aus bei der Club-WM: Mineiro-Trainer Cuca schmeißt hin, Spiegel Online, 19. Dezember 2013
  7. http://www.rsssfbrasil.com/tablesae/ccamp1978.htm
  8. http://www.rsssfbrasil.com/tablesae/ccest1936.htm
  9. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mgcamp.htm
  10. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mgtcamp.htm
  11. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mgbhcamp.htm
  12. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mgcampin.htm
  13. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mgtg1974.htm
  14. http://www.rsssfbrasil.com/tablesfq/mginccamp.htm
  15. http://www.rsssfbrasil.com/tablessz/tbb1914.htm
  16. Die Staatsmeisterschaft 1954 wurde erst im Mai 1955 entschieden.