Atlit

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Atlit
Basisdaten
hebräisch: עתלית
Staat: Israel Israel
Bezirk: Haifa
Koordinaten: 32° 41′ N, 34° 56′ O32.68722222222234.938333333333Koordinaten: 32° 41′ 14″ N, 34° 56′ 18″ O
 
Einwohner: 4.900 (31.12.2007)
Atlit (Israel)
Atlit
Atlit

Atlit (hebräisch עתלית [at'lit]) ist eine kleine landwirtschaftlich geprägte Ortschaft südlich von Haifa an der israelischen Mittelmeerküste. Die Ortschaft wurde 1903 auf Grundbesitz von Baron Edmond de Rothschild gegründet. Sie hat heute ungefähr 4.900 Einwohner. Atlit hatte von 1950 bis 2004 den Status eines Lokalverbands.

Geographie[Bearbeiten]

Atlit liegt an der Karmelküste am Fuße des Karmelgebirges; in der unmittelbaren Umgebung befinden sich die Kibbuzim Neve Jam und En Karmel. Das Künstlerdorf En Hod liegt nur wenige Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Prähistorische Besiedlung[Bearbeiten]

Atlit war seit der frühen Bronzezeit bis zur Hellenistischen Zeit eine Fischersiedlung, deren Namen als Atlit-Jam überliefert ist.

Vor ca. 8000 Jahren wurde dieses Fischerdorf aufgegeben, da die Region vom Meer überflutet wurde. Die Archäologen sind uneins, ob dies durch den langsam steigenden Meeresspiegel infolge abschmelzender Eismassen am Ende der Eiszeit erfolgte oder durch plötzliche Ereignisse, zum Beispiel durch Tsunamis wie den des Ätna-Tsunamis. Heute liegt das Gebiet ca. 300 Meter vor der Küste in etwa 10 Meter Wassertiefe.[1]

Kreuzfahrerzitadelle[Bearbeiten]

Die Ruinen des Château Pèlerin - einst eine der größten Kreuzfahrerfestungen im Heiligen Land und die letzte, welche Baibars widerstand - sind immer noch an der Küste bei Atlit sichtbar. Weiter landeinwärts finden sich die Ruinen der älteren Burg Le Destroit.

Atlit in jüngerer Zeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1909 wurde durch den Botaniker Aharon Aharonson aus Zichron Ja’akow eine landwirtschaftliche Versuchsstation gegründet. Aharonson war einer der Gründer der Nili-Spionageeinheit, die die Briten während des Ersten Weltkrieges gegen die Türken unterstützte. Die Versuchsstation diente der Tarnung und wurde als Vermittlungsstelle zu britischen Kriegsschiffen genutzt. Im Jahre 1917 wurde das Netz aufgedeckt, als zufällig eine Brieftaube abgefangen wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs errichtete Großbritannien das Flüchtlingslager von Atlit, in welchem von den Behörden illegale jüdische Einwanderer nach Palästina interniert wurden. Am 10. Oktober 1945 wurden die Internierten in einer von Jitzchak Rabin geplanten Aktion von der Hagana befreit.

In Atlit befindet sich das Hauptquartier der Spezialeinheit Schajetet 13, der Kampfschwimmer der Israelischen Marine.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marine Archaeology In Israel, recent discoveries. (Version vom 15. Februar 2012 im Internet Archive) Ehud Galili und Baruch Rosen, Israel Antiquities Authority

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atlit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Ehud Galili, V. Eshed, Avi Gopher, I. Hershkovitz: Burial Practices at the Submerged Pre-Pottery Neolithic C Site of Atlit-Yam, Northern Coast of Israel. In: BASOR 339 (2005), S. 1–19.