Atrapanieblas

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Atrapanieblas („Nebelfänger“) sind Netze, in denen Nebeltropfen kondensieren, um dezentral und nachhaltig Trinkwasser zu gewinnen. Diese Technik ist durch den Nebeltrinker-Käfer inspiriert. Bekannt wurde diese Technik der Trinkwassergewinnung durch eine Pilotanlage in dem chilenischen Dorf Chungungo in der 4. Region 73 km nördlich der Stadt La Serena. Der Küstennebel (camanchaca) trifft dabei auf einem Bergkamm der Küstenkordilliere namens El Tofo in rund 900 m Höhe auf die quer zur dominanten Windrichtung stehenden Netze. Das gewonnene Wasser rinnt über ein Leitungsystem abwärts und wird oberhalb des Dorfes gesammelt. Es gelang so, das abgelegene Fischerdorf von Wassertransporten unabhängig und überlebensfähig zu machen.

Der Aufbau der ersten Netze erfolgte 1987 und der spätere Ausbau auch durch finanzielle Unterstützung der Europäischen Union und der kanadischen Regierung. Seit 2002 wird das Dorf Chungungo wieder mit Tankwagen versorgt. 2003 wurde mit Unterstützung der australischen Botschaft in Chile in Chañaral in der Atacama-Wüste eine weitere Anlage in Betrieb genommen. Andere Atrapanieblas befinden sich z. B. in Peru (Las Cuchillas), Namibia, Nepal, Guatemala, Haiti.

„Atrapanieblas“ ist eine Zusammensetzung der spanischen Worte „atrapar“ (fangen) und „niebla“ (Nebel).

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