Atri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Atri (Begriffsklärung) aufgeführt.
Atri
Wappen
Atri (Italien)
Atri
Staat: Italien
Region: Abruzzen
Provinz: Teramo (TE)
Koordinaten: 42° 35′ N, 13° 59′ O42.58333333333313.983333333333442Koordinaten: 42° 35′ 0″ N, 13° 59′ 0″ O
Höhe: 442 m s.l.m.
Fläche: 92,29 km²
Einwohner: 10.941 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einw./km²
Postleitzahl: 64032
Vorwahl: 085
ISTAT-Nummer: 067004
Volksbezeichnung: Atriani
Schutzpatron: Santa Reparata di Cesarea di Palestina
Website: Atri

Atri (in der Antike Hadria oder Hatria, auch Adria, Atria) ist ein Ort in der italienischen Provinz Teramo in der Region Abruzzen, etwa 10 km von der Küste des Adriatischen Meeres entfernt. Dort wohnen 10.941 Einwohner. Die Ortschaft ist Mitglied der Comunità Montana del Vomano, Fino e Piomba.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike gehörte Hadria zum Picenum. Die ersten Bewohner der Stadt könnten Illyrer, aber auch Etrusker (als Tochtergründung der Kolonie Adria an der Pomündung?) gewesen sein. Die ältesten archäologischen Zeugnisse (Nekropolen) stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Seit etwa 290 v. Chr. war Hadra römische Colonia latinischen Rechts[2] und prägte eigene Münzen. Nach dem Bundesgenossenkrieg wurde es im 1. Jahrhundert v. Chr. als Municipium neu konstituiert. Aus Hadria stammte die Familie des römischen Kaisers Hadrian, unter dem sie den Namen Colonia Aelia Hadria erhielt. Einige Reste der römischen Stadt sind unter der modernen erhalten, vor allem zwei Zisternen.

Im Mittelalter wurde in Atri ein 1305 eingeweihter Dom errichtet. Für längere Zeit gehörte es der Fürstenfamilie Acquaviva, Herzögen von Atri, bevor es 1757 zum Königreich Neapel kam.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Atri gehört zu den schönsten Städten der Abruzzen. Es besitzt viel alte Bausubstanz. Das gesamte Stadtinnere ist auf römischen Ruinen aufgebaut.

Kathedrale von Atri

Kathedrale Santa Maria Assunta[Bearbeiten]

Der heutige Dom weist mehrere Vorgängerbauten auf. Begonnen wurde im 2. Jahrhundert mit einer Thermenanlage, die im Mittelalter als Kirche genutzt wurde. Damals war das Bauwerk noch fünfschiffig. In der Mitte des 12. Jahrhunderts gab es einen romanischen Nachfolgebau, ebenfalls fünfschiffig. 1268 wurde der heute noch stehende Campanile mit eine Höhe von 55 Metern errichtet. Der gesamte Bau war zu Beginn des 14. Jahrhunderts beendet, diesmal dreischiffig. Kunsthistorisch wichtig ist der Freskenzyklus des Andrea de Litio aus den Jahren 1480-1481. Besonders gut erhalten sind im Chor zwei Szene aus dem Marienleben.

Daneben existieren noch gotische Freskenreste aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert mit dem Thema „Unterscheidung der Lebenden von den Toten - drei adlige Jünglinge begegnen zwei Skeletten, die eben ihre Gräber verlassen haben“.

Auf der Südseite der Kirche liegen drei Portale: das mittlere wurde 1288 von Raimondo di Poggio gefertigt, das linke 1302 ebenfalls von ihm, das rechte 1305 von Rainaldo d’Atri, der kurz danach das Hauptportal abschloss.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In der Umgebung der Gemeinde werden Reben der Sorte Montepulciano für den DOC-Wein Montepulciano d’Abruzzo angebaut.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Valerio Cianfarani: Hadria (Atri) Teramo, Abruzzo, Italy. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  • Giovanni Uggeri: Hadria. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 5, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01475-4.
  • Roger Willemsen: Die Abruzzen. Das Bergland im Herzen Italiens. Kunst, Kultur und Geschichte. Köln 1990, S. 261, Abb. 61, 63, 64, 70, 71, Farbtafel 6, 16, 18.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Titus Livius, periocha 11.