Atsuji Miyahara

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Atsuji Miyahara

Atsuji Miyahara, jap. 宮原 厚次, Miyahara Atsuji, (* 20. Dezember 1958) ist ein ehemaliger japanischer Ringer. Er war Olympiasieger 1984 im griechisch-römischen Stil im Fliegengewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Atsuji Miyahara begann erst im Alter von 19 Jahren im Jahre 1977 mit dem Ringen. Er war Angehöriger der Selbstverteidigungsstreitkräfte und gehörte dem Sportclub Saitama an. Sein Trainer war Kōichirō Hirayama. Er rang nur im griechisch-römischen Stil und bei einer Größe von 1,55 Metern immer im Fliegengewicht, der Gewichtsklasse deren Gewichtslimit damals bei 52 kg lag, wozu er vor jedem Wettkampf über 5 kg abtrainieren musste.

Sein Debüt auf der internationalen Ringermatte gab er im Jahre 1981, als er bei der Universitäten-Weltmeisterschaft in Budapest im Fliegengewicht hinter den Weltklasseathleten Benur Paschajan, UdSSR, Nicu Gângă, Rumänien und Bang Dae-du, Südkorea den 4. Platz belegte. Wenige Monate später wurde er bei der Weltmeisterschaft 1981 in Oslo Vize-Weltmeister im Fliegengewicht. Nach vier Siegen verlor er dort im Finale gegen Wachtang Blagidse aus der UdSSR.

Weniger erfolgreich war Atsuji Miyahara bei den Weltmeisterschaften der Jahre 1982 und 1983 in Kattowitz und Kiew, denn er belegte dort im Fliegengewicht jeweils nur den 6. Platz und blieb ohne Medaillengewinn.

Im Jahre 1984 nutzte er aber bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Gunst der Stunde, die durch das Fehlen von vielen starken Ringern aus den Ostblock-Staaten entstanden war. Er besiegte im Fliegengewicht Mihai Cișmaș aus Rumänien, Jean-Pierre Chambellan aus Frankreich, Jon Rønningen aus Norwegen, Bang Dae-du aus Südkorea und den überraschend in das Finale vorgestoßenen Daniel Aceves aus Mexiko, den er mit 9:3 techn. Punkten sicher beherrschte und gewann die olympische Goldmedaille.

Im Jahre 1985 verlor Atsuji Miyahara bei der Weltmeisterschaft in Kolbotn im Finale seines Pools gegen Jon Rønningen und verlor danach auch, etwas demotiviert, den Kampf um die WM-Bronzemedaille gegen Mihai Cișmaș. Auch im Jahre 1986 verlor er bei der Weltmeisterschaft in Budapest das Poolfinale gegen Jon Rønningen, blieb diesmal aber im Kampf um die WM-Bronzemedaille gegen Walentin Krumow aus Bulgarien siegreich.

Katastrophal verlief für ihn dann die Weltmeisterschaft 1987 in Clermont-Ferrand, denn er schied dort nach zwei Niederlagen schon nach der 2. Runde aus und landete abgeschlagen auf dem 13. Platz. Dafür wurden die Olympischen Spiele 1988 in Seoul noch einmal zu einem Höhepunkt in seiner Laufbahn. Er besiegte dort im Poolfinale den starken sowjetischen Meister Alexander Ignatenko nach hartem Kampf mit 4:3 techn. Punkten und stand im Kampf um die Goldmedaille erneut Jon Rønningen gegenüber, gegen den er verhältnismäßig klar mit 7:12 techn. Punkten verlor. Er gewann damit nach der Goldmedaille von 1984 eine olympische Silbermedaille.

Danach trat er zurück und arbeitete als Zivilangestellter weiterhin bei den japanischen Streitkräften.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1981 4. Universitäten-WM in Budapest Fliegen hinter Benur Paschajan, UdSSR, Nicu Gângă, Rumänien u. Bang Dae-do, Südkorea
1981 2. WM in Oslo Fliegen nach Siegen über Wilfredo Leiva, USA, Asghar Mohammedian, Iran, Jean-Pierre Chambellan, Frankreich u. Taisto Halonen, Finnland u. einer Niederlage gegen Wachtang Blagidse, UdSSR
1982 6. WM in Kattowitz Fliegen hinter Benur Paschajan, Ljubomir Zekow, Bulgarien, Bang Dae-do, Lajos Rácz, Ungarn u. Stefan Marian, Rumänien
1982 1. Welt Cup in Budapest Fliegen vor Wachtang Blagidse u. Lajos Rácz
1983 6. WM in Kiew Fliegen hinter Benur Paschajan, Erol Kemah, Türkei, Ljubomir Zenow, Taisto Halonen, u. Roman Kierpacz, Polen
1984 Gold OS in Los Angeles Fliegen mit Siegen über Mihai Cișmaș, Rumänien, Jean-Pierre Chambellan, Frankreich, Jon Rønningen, Norwegen, Bang Dae-du u. Daniel Aceves, Mexiko
1985 4. WM in Kolbotn Fliegen hinter Jon Rønningen, Minsait Tasetdinow, UdSSR u. Mihai Cișmaș, vor Roman Kierpacz u. Welin Dogandidki, Bulgarien
1986 3. WM in Budapest Fliegen hinter Sergei Djudajew, UdSSR u. Jon Rønningen, vor Walentin Krumow, Bulgarien, Tibor Jankovics, CSSR u. Roman Kierpacz
1986 1. Asien-Spiele in Seoul Fliegen vor Georgi Kachabrischwili, Iran u. Lee Jin-hi, Südkorea
1987 13. WM in Clermont-Ferrand Fliegen Sieger: Pedro Roque Favier, Kuba vor Roman Kierpacz u. Alexander Ignatenko, UdSSR
1988 Silber OS in Seoul Fliegen mit Siegen über Serge Robert, Frankreich, Abdul Karim Kakahaji, Iran, Esa Murtuoaru, Finnland, Christo Filichew, Bulgarien, Tibor Jankovics u. Alexander Ignatenko u. einer Niederlage gegen Jon Rønningen

Anm.: alle Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil, OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, Fliegengewicht, damals bis 52 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig
  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten]