Attems (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Attems

Das Adelsgeschlecht Attems entstammt dem Uradel der früheren Markgrafschaft Friaul und ist benannt nach der 1025 erstmals erwähnten Burg Attems (Attemis) bei Cividale.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht wird erstmals im Jahre 1102 mit Konrad de Attems erwähnt. Seine beurkundete Stammreihe beginnt mit Arbo († nach 2. Februar 1170) und Heinrich (Henricus) de Attems († 1193) am 2. Februar bzw. 6. Februar 1170.[1] Das Geschlecht hatte Sitz und Stimme unter dem Adel im Friauler Parlament.

Nach der Eroberung Friauls durch die Republik Venedig blieb ein Teil der Familie auf der Burg Attems, aber Friedrich von Attems (* 1447; † 1521) ging 1473 nach Görz und wurde Hofkanzler des letzten Grafen von Görz, Leonhard von Görz. Friedrich wurde als solcher nach dem Tod Leonhards im Jahre 1500 vom römisch-deutschen König Maximilian I. bestätigt und 1506 zum Statthalter der nunmehr durch Erbvertrag habsburgisch gewordenen Grafschaft ernannt. Friedrichs Sohn Hieronymus wurde der Stammvater der Linie, die sich später „zu Heiligenkreuz“ nannte (nach einer Herrschaft östlich von Görz im Wippachertal), und Friedrichs Enkel Andreas wurde zum Begründer der Linie Attems-Petzenstein (benannt nach der Herrschaft Petsch = Peče im heutigen Slowenien). Von diesen beiden Hauptlinien spalteten sich in der Folge zahlreiche Nebenlinien, Äste und Zweige ab. Friedrichs Nachkommen wurden 1605 in den Freiherrenstand und 1630 (Linie Heiligenkreuz) bzw. 1653 (Linie Petzenstein) in den Grafenstand erhoben. Seit dem 17. Jahrhundert war eine Linie des Hauses, begründet von Ignaz Maria Graf Attems, der zwischen 1702 und 1716 das Palais Attems in Graz errichten ließ, in der Steiermark ansässig. Vom 17. Jahrhundert bis zum Ende der Donaumonarchie bekleideten Angehörige dieser Linie höchste Ämter in der Steiermark.

Ein Zweig der Familie, die Grafen Anton Ferdinand von Attems († 1739) und sein Sohn Christian August von Attems, besaß von 1725 bis 1749 die Herrschaft Sterneck (Loßburg), an die Anton Ferdinand durch Heirat gekommen war, als württembergisches Lehen.

Es erging die erbliche Verleihung als Mitgliedes des Herrenhauses 1861 bei der Erstberufung des österreichischen Reichsrates an Ignaz Maria Graf von Attems-Heiligenkreuz (* 1774; † 1861) für das Geschlecht Attems. Die Sukzession erstreckte sich auf 2 Nachfolger, sein Sohn Ferdinand Graf von Attems (* 1809, † 1878) und dessen Bruder Edmund Graf von Attems (* 1847, † 1929) . In einem kaiserlichen Gnadenakt wurde auch Maximilian Graf von Attems-Gilleis als zweites erbliches Mitglied berufen.

Bekannte Mitglieder des Geschlechts[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

  • Das Stammwappen zeigt in Rot drei aufsteigende silberne Spitzen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein silberner Brackenrumpf mit einem roten Halsband.[2]
  • Das Wappen von 1630[3] ist geviert mit rotem Mittelschild. Dieser zeigt ein aus dem unteren Rand hervorwachsendes Vorderteil einer nach rechts blickenden Bracke mit gold-eingefasstem und beringtem roten Halsband. Feld 1 und 4 enthält in Gold einen schwarzen, gold-gekrönten und bewehrten Doppeladler. Feld 2 und 3 enthält in Rot drei von unten emporgehende ganze silberne Spitzen (Stammwappen aus dem 14. Jh.). Darüber befinden sich drei gekrönte Helme. Der rechte mit rot-silbernen Decken trägt einen wie Feld 2 und 3 gestalteten geschlossenen Adlerflug, der mittlere mit schwarz-goldenen Decken den Doppeladler und der linke mit rot-silbernen Decken die wachsende Bracke des Mittelschildes.[4]

Trivia[Bearbeiten]

Im Monturdepot des Kunsthistorischen Museums Wien ist ein silber bestickter Frack eines Hausoffiziers der Grafen Attems um 1840–1850 sowie eine Livree aus gelbem Tuch eingearbeitet mit weiß-blauen Blümchenborten eines Lakaien der Grafen Attems um 1820 ausgestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Attems

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archiv in Cividale
  2. Genealogisches Handbuch des Adels: Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe, S. 143, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972.
  3. Reichsgrafendiplom von 1630, Staatsarchiv Wien
  4. Die Wappen des Adels in Salzburg, Steiermark und Tirol. Reprograf. Nachdr.. Bauer & Raspe, Neustadt an d. Aisch 1979. Getr. Zählung, Ill (J. Siebmacher's großes Wappenbuch. Band 28). Steiermärkischer Adel, S. 103 und Taf. 24.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Attems: Die Landeshauptleute Ferdinand und Ignaz Maria Grafen Attems. In: Die Landeshauptleute im Herzogtume Steiermark, Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark, Sonderband 6, Hrsg. F. Tremel, Graz, 1962, S. 39 ff.
  • Das gräfliche Haus Attems. In: Archiv für Geschichte, Genealogie, Diplomatik 1846, S. 231–235.
  • Genealogisches Handbuch der gräflichen Häuser, A 2, 1955, Band 10 der Gesamtreihe, S. 25–40; A 4, 1962, Band 28 der Gesamtreihe, S. 22–79; A 9, 1979, Band 72 der Gesamtreihe, S. 19–38, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn).
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe, S. 143–144, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972, ISSN 0435-2408; Band XVII, 2008, (Nachträge), Band 144 der Gesamtreihe, S. 30.
  • Franz Ilwof: Die Grafen von Attems, Freiherren von Heiligenkreuz in ihrem Wirken in und für die Steiermark. Historische Landeskommission für Steiermark, Graz, 1897.
  • Maria Viktoria Pallavicino: Aus der Selbstbiographie des Andreas von Attems. In: Adler Bd 8, 1968–70, S. 83–84.
  • Maria Viktoria Pallavicino: Familientag der Attems und Attimis. In: Adler Bd 8, 1968–70, S. 334.
  • Maria Viktoria Pallavicino: Die Mini-Familiengeschichte der Attems. 1970.
  • F. Posch: Die Landeshauptleute am Abend der Monarchie. In: Die Landeshauptleute im Herzogtume Steiermark, Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark, Sonderband 6, Hrsg. F. Tremel, Graz, 1962, S. 56 ff.
  • Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Nieder-Österreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande von dem XI. Jahrhundert an, bis auf jetzige Zeiten. Erster Band, Wien, 1794, (S. 171–21)
  • Zdenko Zavadlav: Späte Beichte: Aus dem Tagebuch eines slowenischen OZNA-Mannes. Hermagoras-Verlag / Mohorjeva založba, Klagenfurt / Celovec – Laibach / Ljubljana – Wien / Dunaj 2010, ISBN 978-3-7086-0490-9.
  • Roman Leljak: Die offenen Wunden der Untersteiermark. Verein zur Erforschung der Jüngeren Geschichte der Republik Slowenien Radenci & Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ Marburg / Maribor & Deutscher Kulturverein Cilli an der Sann / Celje nad Savinjam, ISBN 978-961-92891-8-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Attems (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien