Attila Repka

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Attila Repka (* 10. Januar 1968 in Miskolc) ist ein ungarischer Ringer. Er wurde 1992 Olympiasieger im griechisch-römischen Stil im Leichtgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Attila Repka begann als Jugendlicher im Jahre 1978 mit dem Ringen. Er gehörte dem Sportclub Diösgyör BC an und wurde von Jozsef Gutman trainiert. Er erlernte den Beruf eines Kochs, konzentrierte sich aber ab seinem 18. Lebensjahr, in dem er aufgrund seiner Erfolge in die ungarische Nationalmannschaft der Ringer aufgenommen worden war, nur mehr auf das Ringen. 1987 wurde er erstmals ungarischer Meister bei den Senioren im Leichtgewicht, nachdem er vorher schon mehrere ungarische Meistertitel als Junior gewonnen hatte. Als Junior rang er noch in beiden Stilarten (griechisch-römischer Stil und freier Stil), als Senior aber nur mehr im griechisch-römischen Stil.

Sein Debüt auf der internationalen Ringermatte gab er bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors = Altersgruppe bis zum 18. Lebensjahr) in Bologna in der Gewichtsklasse bis 65 kg Körpergewicht. Er belegte dabei den 7. Platz. Seinen ersten großen internationalen Erfolg erzielte er dann 1986 in Schifferstadt. Er wurde dort Junioren-Weltmeister (Juniors) in der Klasse bis 65 kg im griechisch-römischen Stil. Im Finale siegte er dabei über Johann Weingärtner aus Deutschland. In Schifferstadt startete er auch im freien Stil und kam dort hinter Eskender Tonsupow aus der Sowjetunion und Alexander Leipold aus Deutschland auf den 3. Platz. Eine weitere Medaille im Juniorenbereich gewann Attila Repka 1986 bei der Junioren-Europameisterschaft der Altersgruppe Espoirs (bis zum 20. Lebensjahr) in Lidköping. Er kam dort im Leichtgewicht im freien Stil hinter Kanyebak Omuralijew aus der UdSSR und Angel Sirakow aus Bulgarien und vor Georg Schwabenland aus Deutschland auf den 3. Platz.

1987 gab Attila Repka bei der Europameisterschaft in Tampere im griechisch-römischen Stil sein Debüt bei einer internationalen Meisterschaft bei den Senioren. Er kam dabei im Leichtgewicdht auf den 6. Platz, wobei er den Kampf um den 5. Platz gegen Claudio Passarelli aus Deutschland mit 6:9 Punkten verlor. Bei der Weltmeisterschaft 1987 in Clermont-Ferrand erreichte er im Leichtgewicht den 9. Platz. 1988 gelang ihm dann bei der Europameisterschaft in Kolbotn/Norwegen der erste ganz große Erfolg bei den Senioren. Er wurde dort mit einem Sieg im Finale über Petrica Carare aus Rumänien neuer Europameister im Leichtgewicht. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul konnte er aber die großen Erwartungen, die er als Europameister hegte, nicht erfüllen, denn er landete dort nur auf dem 8. Platz.

1989 konnte er bei der Europameisterschaft in Oulu im Leichtgewicht seinen Titelgewinn von 1988 wiederholen. Er besiegte dabei in den entscheidenden Kämpfen Ghani Yalouz aus Frankreich und im Finale Mnazakan Iskandarjan aus der Sowjetunion. Bei der Weltmeisterschaft 1989 in Martigny/Schweiz, bei der Claudio Passarelli den Titel gewann, verlor Attila Repka gegen Ghani Yalouz knapp mit 0:1 Punkten, konnte aber den Kampf um den 5. Platz gegen Nandor Sabo aus Jugoslawien klar mit 5:0 Punkten gewinnen. Bei der Europameisterschaft 1990 in Posen verlor Attila Repka das Poolfinale gegen Petrica Carare und unterlag im Kampf um den 3. Platz auch gegen Ghani Yalouz. Eine Niederlage musste er bei der Weltmeisterschaft 1990 in Rom wieder im Poolfinale hinnehmen. Er unterlag dort gegen Islam Duguschijew aus der Sowjetunion. Er konnte aber im Kampf um die WM-Bronzemedaille dieses Mal Petre Carara schlagen.

Bei der Europameisterschaft 1991 in Aschaffenburg konnte Attila Repka trotz einer Punktniederlage gegen Jannis Zamanduridis aus Deutschland in seinem Pool den 2. Platz erreichen und konnte deshalb wieder um die Bronzemedaille kämpfen. Dabei kam er zu einem Punktsieg über den Spanier Pedro Villuela. Bei der Weltmeisterschaft 1991 in Warna schied er aber schon früh aus und kam nur auf den 11. Platz. Bei der Europameisterschaft 1992 in Kopenhagen stand er im Finale seinem Dauerrivalen Ghani Yalouz gegenüber, der ihn schon nach 7 Sekunden überraschte und eine sog. "Einser-"-Wertung erzielte. Trotz aller Bemühungen konnte er im weiteren Kampfverlauf dieses 0:1 nicht mehr aufholen und verlor somit dieses Finale.

Zum absoluten Höhepunkt in der Laufbahn von Attila Repka wurden dann die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona. Er stellte sich dort im Leichtgewicht in absoluter Topform vor und kam in seinem Pool zu Punktsiegen über Stojan Dobrew, Bulgarien (4:1), Nandor Sabo (10:1), Petrica Carare (6:0), Ghani Yalouz (6:0) und Rodney Stacey Smith aus den Vereinigten Staaten (10:0). Insgesamt erzielte er in diesen fünf Kämpfen also ein Punkteverhältnis von 36:2. Auch im Endkampf war er gegen Islam Duguschijew der dominierende Mann, obwohl sein Sieg mit 1:0 Punkten knapp ausfiel. Der verdiente Olympiasieg war ihm aber damit sicher. In der Fachzeitschrift Athletik (Nr. 9/1992, Seite 6) wird er als der beste Ringer des gesamten olympischen Ringerturniers im griechischen-römischen Stil bezeichnet.

Nach diesem großen Erfolg ließ es Attila Repka zunächst "etwas ruhiger" angehen. Dies zeigte sich bei der Europameisterschaft 1993 in Istanbul, wo er im Weltergewicht seinen ersten Kampf gegen den Finnen Michael Lyski verlor und unplatziert ausscheiden musste. Bei der Weltmeisterschaft 1993 war er gar nicht am Start.

Bei den nächsten drei internationalen Meisterschaften, bei denen er an den Start ging, war er aber wieder hervorragend vorbereitet. Bei der Europameisterschaft 1994 in Athen wurde er im Leichtgewicht mit einem knappen 4:3-Punktsieg im Endkampf über Ghani Yalouz wiederum Europameister. Auch bei der Weltmeisterschaft 1995 in Prag stand er im Endkampf, musste sich dort aber dem Überraschungsmann Rustam Adschi aus der Ukraine nach Punkten (2:6) geschlagen geben. 1996 wurde er dann in Budapest im Leichtgewicht zum vierten Mal Europameister, wobei er im Endkampf Alexander Tretjakow aus Russland sicher mit 3:0-Punkten besiegte. Zu einem Alptraum für ihn wurde dann aber im Jahre 1996 seine dritte Teilnahme bei Olympischen Spielen. In Atlanta verlor er im Leichtgewicht gegen Ryszard Wolny aus Polen (1:6) und gegen Waleri Nikitin aus Estland (0:2) jeweils nach Punkten und belegte damit nur den 22. und letzten Platz im Leichtgewicht. Danach beendete er seine internationale Ringerkarriere, in der er insgesamt gesehen enorm erfolgreich war.

Attila Repka ist auch in Deutschlands Ringerkreisen sehr gut bekannt, denn ab 1991 rag er in der deutschen Bundesliga mehrere Jahre lang für die Vereine KSC Germania Hösbach, KSV Elgershausen und AC Bavaria Goldbach.

Noch während seiner Ringerkarriere begann er eine Karriere als Politiker und wurde für seine Partei, die "Fidesz" (Bund junger Demokraten) 1994 und 1998 in die ungarische Nationalversammlung gewählt. Seit 2002 ist er nur mehr in der Kommunalpolitik tätig. Seit 2006 ist er Trainer der ungarischen Nationalmannschaft der Ringer im griechisch-römischen Stil.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Stil Ergebnis
1985 7. Junioren-EM (Juniors) in Bologna bis 65 kg KG GR Sieger: Waleri Nekljukow, UdSSR vor Jozsef Rosicki, Polen
1986 1. Junioren-WM (Juniors) in Schifferstadt bis 65 kg KG GR vor Johann Weingärtner, Deutschland, Grigori Tschinibailants, UdSSR u. Drazen Dodos, Jugoslawien
1986 3. Junioren-WM (Juniors) in Schifferstadt bis 65 kg KG F hinter Eskender Tonsupow, UdSSR u. Alexander Leipold, Deutschland
1986 3. Junioren-EM (Espoirs) in Lidköping Leicht F hinter Kanybak Omuralijew, UdSSR u. Angel Sirakow, Bulgarien, vor Georg Schwabenland, Deutschland
1986 4. Welt-Cup in Oak Lawns/USA Leicht GR hinter Michail Elisarow, UdSSR, Andrew Seras, USA u. Alfredo Vicet, Kuba
1987 3. FILA-Golden-Grand-Prix in Budapest Leicht GR hinter Petrica Carare, Rumänien u. Lewon Julfalakjan, UdSSR, vor Sümer Kocak, Türkei u. Jerzy Kopanski, Polen
1987 6. EM in Tampere Leicht GR hinter Aslaudin Abajew, UdSSR, Jerzy Kopanski, Tapio Sipilä, Finnland, Petrica Carare u. Claudio Passarelli, Deutschland
1987 5. Junioren-WM (Espoirs) in Burnaby/Kanada Leicht GR hinter Mnazakan Iskandarjan, UdSSR, Markus, Pittner, Österreich, Wassil Atanasow, Bulgarien u. Lars Lagerborg, Schweden
1987 9. WM in Clermont-Ferrand Leicht GR Sieger: Aslaudin Abajew vor Nandor Sabo, Jugoslawien u. Jerzy Kopanski
1987 8. FILA-Grand-Prix in Budapest Leicht GR Sieger: Aslaudin Abajew vor Jerzy Kopanski u. Petrica Carare
1988 1. FILA-Grand-Prix-Gala in Budapest Leicht GR vor Joszef Miszaros, Ungarn
1988 1. EM in Kolbotn/Norwegen Leicht GR vor Petrica Carare, Lars Lagerborg u. Tapio Sipilä
1988 8. OS in Seoul Leicht GR Sieger: Lewon Julfalakjan vor Kim Sung-moon, Südkorea u. Tapio Sipilä
1989 3. Großer Preis von Deutschland in Bonn Leicht GR hinter Mnazakan Iskandarjan u. Claudio Passarelli, vor Petrica Carare und Shin Sang-joon, Südkorea
1989 1. Ringer-Europameisterschaften 1989EM in Oulu Leicht GR vor Mnazakan Iskandarjan, Jukko Loikkas, Finnland u. Ghani Yalouz, Frankreich
1989 5. WM in Martigny/Schweiz Leicht GR hinter Claudio Passarelli, Ghani Yalouz, Lewon Julfalakjan u. Alexis Jimenez, Kuba
1990 3. Großer Preis von Deutschland in Saarbrücken Leicht GR hinter Claudio Passarelli u. Ghani Yalouz, vor Lars Lageborg u. Petrica Carare
1990 4. EM in Posen Leicht GR hinter Islam Duguschijew, UdSSR, Petrica Carare u. Ghani Yalouz
1990 3. WM in Rom Leicht GR hinter Islam Duguschijew u. Jannis Zamanduridis, Deutschland, vor Petrica Carare u. Nandor Sabo
1991 3. EM in Aschaffenburg Leicht GR hinter Kamandar Madschidow, UdSSR u. Martin Kornbakk, Schweden, vor Pedro Villuela, Spanien u. Jannis Zamanduridis
1991 11. WM in Warna Leicht GR Sieger: Islam Duguschijew vor Martin Kornbakk u. Stojan Dobrew, Bulgarien
1992 2. Großer Preis von Deutschland in Kelheim Leicht GR hinter Claudio Passarelli, vor Ghani Yalouz, Petrica Carare u. Terje Nord, Norwegen
1992 2. EM in Kopenhagen Leicht GR hinter Ghani Yalouz, vor Waleri Nikitin, Estland, Petrica Carare u. Ryszard Wolny, Polen
1992 Gold OS in Barcelona Leicht GR mit Siegen über Stojan Stojanow, Bulgarien, Nandor Sabo, Petrica Carare, Ghani Yalouz, Rodney Stacey Smith, USA u. Islam Duguschijew
1993 unpl. EM in Istanbul Welter GR nach einer Niederlage gegen Michael Lyski, Finnland
1994 6. Großer Preis von Deutschland in Koblenz Welter GR hinter Beslan Tschagijew, Russland, Wladimir Kopytow, Ukraine, Erik Hahn, Deutschland, Jaroslaw Siuj, Polen u. Mirko Jahn, Deutschland
1994 1. EM in Athen Leicht GR vor Ghani Yalouz, Islam Duguschijew, Rustam Adschi, Ukraine u. Ryszard Wolny
1995 1. Turnier in Linz Leicht GR vor Petr Bielesz, Polen u. Fritz Weltert, Schweiz
1995 2. WM in Prag Leicht GR hinter Rustam Adschi, vor Jannis Zamanduridis, Ryszard Wolny u. Tariel Melelaschwili, Georgien
1996 2. Großer Preis von Italien in Faenza Welter GR hinter Filiberto Ascuy Aguilera, Kuba, vor Erik Hahn u. Torbjörn Kornbakk, Schweden
1996 1. EM in Budapest Leicht GR vor Alexander Tretjakow, Russland, Ghani Yalouz, Waleri Nikitin u. Marko Yli-Hannuksela, Finnland
1996 22. OS in Atlanta Leicht GR nach Niederlagen gegen Ryszard Wolny u. Waleri Nikitin

Ungarische Meisterschaften[Bearbeiten]

Attila Repka wurde ungarischer Meister im griechisch-römischen Stil in den Jahren 1987, 1989, 1990, 1991, 1992, 1995 u. 1996 im Leichtgewicht, sowie 1993 und 1994 im Weltergewicht. Außerdem wurde er 1987 auch ungarischer Meister im freien Stil im Leichtgewicht

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • GR = griechisch-römischer Stil, F = freier Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Leichtgewicht, damals bis 68 kg, Weltergewicht, damals bis 74 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig
  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten]