Attisches Grabrelief (NAMA 4464)

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Ein Attisches Grabrelief, manchmal auch als Grabrelief des Mithridates bezeichnet, wird im Archäologischen Nationalmuseum Athen (NAMA) ausgestellt, wo es die Inventarnummer 3344 hat. Die Datierung ist umstritten.

Das Relief aus Pentelischem Marmor besteht aus zwei Platten, eine dritte muss an der linken Seite angenommen werden, auf der mindestens noch der Schwanz des Pferdes zu sehen war. Zentraler Blickfang ist ein nach rechts laufendes Pferd, dessen Kopf nach rechts aus dem Relief heraus geneigt ist. Das linke Vorderbein ist weit angehoben und angewinkelt, das rechte Vorderbein gestreckt und, etwas über den Oberkörper und den Kopf heraus reichend, auf dem Boden aufgesetzt. Die Hinterbeine sorgen für den sicheren Stand des Tieres, vor allem das linke Bein ist nur wenig aus dem Reliefhintergrund herausgearbeitet. Auf dem Rücken des Pferdes liegt ein Pantherfell, es reicht bis vor die Brust. An der linken Vorderseite steht ein Stallbursche, der mit einer Peitsche ausholt um das Pferd zu schlagen, was auch die angstvolle Haltung des Pferdekopfes erklärt. Er trägt einen chiton und hohe Stiefel (endromides). Sein Haar trägt er kurz. Die Locken kennzeichnen ihn als einen exotischen Fremden. Es handelt sich wohl um einen Sklaven aus Afrika, am ehesten wohl aus Äthiopien.

Araber und Neger wurden seit dem vierten vorchristlichen Jahrhundert in der griechischen Kunst gezeigt. Somit wird das 1948 nahe der U-Bahn-Station Larisa gefundene 2 Meter hohe und 1,9 Meter breite Relief meist gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Andere Datierungen weisen das gut erhaltene Relief, bei dem bis auf kleinere andere Bestoßungen einzig die Pferdeschnauze fehlt, in das erste Jahrhundert v. Chr. Während man bei einer frühen Datierung davon ausgeht, dass das Relief zu einem größeren Grabnaïskos gehörte, wird das Relief bei der späteren Datierung häufig mit einem Ehrenmal für den pontischen König Mithridates VI. in Verbindung gebracht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]