Attribut (Philosophie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Ausdruck Attribut (von lat. attribuere, zuteilen) bezeichnet in der Philosophie eine (wesentliche) Eigenschaft im Sinn der Ontologie oder Logik: es ist die einem Gegenstand (Objekt) zugeschriebene („attribuierte“) Eigenschaft.

Attribut im Sinne der Ontologie[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Mittelalter[Bearbeiten]

Die lateinische Scholastik verwendete den Ausdruck „attributum“ allgemein im Sinne von Eigenschaft, Merkmal eines Dinges[1] und meist spezifisch in Anwendung auf die göttlichen Eigenschaften. Dabei sprach beispielsweise Wilhelm von Ockham von Gottes Vollkommenheit als einer „attributalen Vollkommenheit“ (perfectio attributalis).[2]

Neuzeit[Bearbeiten]

Im neuzeitlichen Rationalismus sind die Attribute die wesentlichen Merkmale der Substanz, im Gegensatz zu den Modi oder Akzidentien.

Baruch de Spinoza (1632–1677) unterscheidet zwischen Substanz, Attribut und Akzidenz. Attribute sind bei ihm die wesentlichen Eigenschaften, die etwas notwendig haben muss, um seine Identität zu wahren. Akzidentien sind unwesentliche Eigenschaften, die auch fehlen können, ohne dass etwas seine Identität verliert.

„Unter Attribut (wesentliche Eigenschaft) verstehe ich dasjenige, was der Verstand an der Substanz als deren Wesen ausmachend erkennt.“[3]

Nach Spinoza kommen der unendlichen Substanz unendlich viele Attribute zu, von denen wir nur zwei kennen: Denken und Ausdehnung, die das Wesen der göttlichen Substanz ausmachen.[4]

Für Rene Descartes ist das Denken Attribut der Seele, die Ausdehnung Attribut der Körper.[5]

Attribut im logischen Sinn[Bearbeiten]

In der Logik bezeichnet der Ausdruck „Attribut“ ein Prädikat bzw. einen Prädikator. Der Ausdruck „Attribut“ bezeichnet also sowohl einstellige Prädikatoren („Eigenschaften“) als auch Relationen, also n-stellige Prädikate.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. K. Kohlenberger, L. Oeing-Hanhoff: Art. Attribut, in: HWPh, Bd. 1, 612–614
  • D. J. O'Connor: Substance and Attribute, Artikel in: Encyclopedia of Philosophy, Bd. 9, 294–300

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nur diese scholastische Bedeutung erwähnend Regenbogen/Meyer (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Meiner, Hamburg 2005: Attribut.
  2. Hubert Schröcker: Das Verhältnis der Allmacht Gottes zum Kontradiktionsprinzip. Akademie Verlag, Berlin 2003, S. 393, ISBN 3-05-003747-4. Google Books
  3. Spinoza, zitiert nach E. Waibl/F.-J. Rainer, Basiswissen Philosophie. facultas.wuv, Wien 2007, Nr. 477 (ohne Nachweis)
  4. Apel/Ludz, Philosophisches Wörterbuch, Berlin, New York, de Gruyter, 6. Aufl. 1976, Attribut
  5. Apel/Ludz, Philosophisches Wörterbuch, Berlin, New York, de Gruyter, 6. Aufl. 1976, Attribut
  6. Peter Prechtl / Frank-Peter Burkard: Metzler Philosophielexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart / Weimar 1996, S. 46, ISBN 3-476-01257-3; Hügli/Lübcke (Hrsg.): Philosophielexikon. 5. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2003: Attribut..