Atze Schröder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Atze Schröder 2011
Atze Schröder (2010)

Atze Schröder ist eine Kunstfigur aus der deutschen Comedyszene und wurde insbesondere durch Fernsehshows und die TV-Serie Alles Atze bekannt.

Fiktive Biographie[Bearbeiten]

Nach seiner fiktiven Biographie wurde Atze Schröder am 27. September 1965 als Thomas Schröder im Essener Stadtteil Kray geboren.[1] Während seiner Schulzeit zeigte er ein großes Talent zum Kunstturnen und wurde sogar Jugendmeister. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Tanzlehrer und studierte eine zeitlang Soziologie, bis er sich Mitte der 1990er Jahre der Stand-Up-Comedy zuwandte.[2]

Auftritte[Bearbeiten]

Der Darsteller von Atze Schröder trat u. a. 1995 auf deutschen Kleinkunstbühnen wie im Schmidt-Theater in Hamburg auf, der die erste Deutschland-Tournee folgte. Der erste Fernsehauftritt fand im Rahmen der RTL-Comedy-Talkshow T.V. Kaiser statt, damals in der Combo Die The Proll zusammen mit den Figuren Amaretto von Bali und Jonas Wagner aus dem 10. Stock.

Größere Bekanntheit erlangte die Figur durch Auftritte in der Stand-up-Comedy-Sendung Quatsch Comedy Club (ProSieben) sowie durch die Fernsehsendung Alles Atze (RTL). Im Kinofilm 7 Zwerge – Männer allein im Wald (2004) trat sie als Hofnarr auf.

Der Darsteller moderierte 2000 und 2002–2007 in der Rolle von Atze Schröder die Verleihung des Deutschen Comedypreises. Seit Mitte Dezember 2008 moderiert Atze Schröder jährlich den Comedy Adventskalender auf RTL. Anfang Januar 2010 übernahm er in der Rolle die Gastgeberschaft der Sendung Der Comedy Olymp. 2011 erhielt er für den Auftritt als Atze Schröder den Deutschen Comedypreis in der Kategorie Bestes TV-Soloprogramm für Revolution.

Kontroversen[Bearbeiten]

Offenlegung der Identität des Darstellers[Bearbeiten]

Der Darsteller von Atze Schröder lehnt eine Offenlegung seiner bürgerlichen Identität ab und ist erfolgreich mit Gerichtsverfahren dagegen vorgegangen. So gewann er 2005 die Klage gegen die Bild-Zeitung, die ein Foto veröffentlicht hatte, das ihn ohne Perücke zeigte.[3] Ebenfalls konnte er sich 2006 gegen die nochmalige Nennung seines bürgerlichen Namens im Weser-Kurier wehren.[4][5] Die Klage, die die Löschung seines Namens aus dem Artikel zu seiner Bühnenfigur in der deutschsprachigen Wikipedia zum Ziel hatte, wurde nach der Streichung der fraglichen Information aus dem Artikel wieder zurückgezogen.[6] Die Kosten des Rechtsstreits musste der Darsteller tragen, da er nicht dargelegt hatte, inwiefern sein Interesse an Anonymität das Interesse der Öffentlichkeit an deren Aufhebung überwiege.[7]

Klage gegen den Darsteller von Atze Schröder[Bearbeiten]

Im Bühnenprogramm Schmerzfrei machte sich Atze Schröder über den Schauspieler Fritz Wepper und dessen zeitweiliges Verhältnis mit einer 36 Jahre jüngeren Frau lustig. Wepper fühlte sich beleidigt und verunglimpft und klagte vor dem Landgericht München auf Unterlassung und Schadensersatz (Az.: U 26840/12) sowie auf Schmerzensgeld (Az.: 9 O 27677/12). In erster Instanz scheiterte Wepper mit einem Antrag auf Einstweilige Verfügung, später entschied das Oberlandesgericht München jedoch zugunsten Weppers: Der 18. Zivilsenat verpflichtete den Darsteller von Atze Schröder unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 25.000 Euro, bestimmte Aussagen in seinem Programm Schmerzfrei zukünftig zu unterlassen.[8] Die Klage auf Zahlung eines Schadensersatzes wurde vom Landgericht München mit der Begründung abgewiesen, die umstrittenen Textpassagen wären „erkennbar satirisch gemeint“ gewesen.[9] Am 5. November 2013 verurteilte das Münchner Oberlandesgericht den Darsteller von Atze Schröder: Er darf eine bestimmte Passage seines Programms nicht mehr zeigen, da diese „nicht mehr von der Kunst- beziehungsweise Satirefreiheit gedeckt ist“.[10]

Filmografie[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Live-Programme[Bearbeiten]

  • 1998: Nur so geht's
  • 1999: Lecker
  • 2001: Meisterwerke
  • 2003: Goldene Zeiten
  • 2005: Atze im Wunderland
  • 2007: Mutterschutz
  • 2009: Revolution
  • 2011: Schmerzfrei
  • 2013: Und dann kam Ute (Lesetour)
  • 2014: Richtig Fremdgehen

Diskografie[Bearbeiten]

  • als Die The Proll
    • Circuit Break Vol.1
    • Intime Geständnisse
    • The Hardest Tour on Earth
  • als Atze Schröder
    • 2000: Lecker (CD)
    • 2002: Meisterwerke (CD)
    • 2003: Atze Schröders Kaltstart (CD)
    • 2004: Atze Schröder Live – Goldene Zeiten (CD)
    • 2006: Die Live Kronjuwelen (DVD)
    • 2007: Atze im Wunderland (CD)
    • 2009: Mutterschutz (CD/DVD)
    • 2010: 400% Atze (CD-Set)
    • 2011: Revolution (DVD)
    • 2012: Schmerzfrei (DVD)

Werke[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2000: Deutscher ComedypreisBester Comedy-Act für Alles Atze
  • 2003: Deutscher Comedypreis – Bester Schauspieler in einer Comedy für Alles Atze
  • 2003: Deutscher FernsehpreisBeste Sitcom für Alles Atze
  • 2005: Deutscher Comedypreis – Beste Comedy-Serie für Alles Atze
  • 2007: Goldene Schallplatte – 1 × Platin für Die Live Kronjuwelen
  • 2011: Deutscher Comedypreis – "Bestes TV-Soloprogramm" für "Revolution"
  • 2012: Gewinner des Berlin-Preises Das große Kleinkunstfestival der Wühlmäuse
  • 2013: 1 Live Krone - Beste Comedy

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atze Schröder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RTL.de: Presseunterlagen zu „alles atze“ unter http://www.rtl-presse.de/PMAllesAtze6.Staffel.doc (verlinkte Seite nicht mehr verfügbar) zur 6. Staffel
  2. Atze Schröder auf Eventbuero.com
  3. Landgericht Berlin 27 O 26/05; Kammergericht 9 U 71/05
  4. Pressemitteilung 14/2007 des Kammergerichts zum Urteil des Landgerichts Berlin vom 14. März 2007 (Az. 27 O 72/07, Az. 10 U 92/07).
  5. Vollständiger Text der Urteilsbegründung auf Jurion.de zu vorgenanntem Urteil
  6. Atze Schröder gegen Wikipedia auf heise online, 11. Mai 2007
  7. Atze Schröder verliert Rechtsstreit gegen Wikimedia-Geschäftsführer auf Heise online vom 27. Juni 2007
  8. Ekkehard Müller-Jentsch: Fritz Wepper gegen Schröder: „Verhöhnt und erniedrigt“. In: Süddeutsche Zeitung. 12. Februar 2013, abgerufen am 15. Januar 2014.
  9. LG München zur Kunstfreiheit: Kein Schmerzensgeld für Fritz Wepper von Atze Schröder. In: Legal Tribune Online. 25. April 2013, abgerufen am 15. Januar 2014.
  10. Schauspieler Wepper gegen Comedian Schröder: Lass es, Atze. In: Spiegel Online. 5. November 2013, abgerufen am 15. Januar 2014.