Atze Schröder

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Atze Schröder ist eine Bühnenfigur aus der deutschen Comedyszene. Ihr Erfinder und Darsteller tritt mit ihr seit 1995 auf Kleinkunst-Bühnen und in Comedy-Fernsehshows auf. Seine bürgerliche Identität versucht der Darsteller gegenüber der Öffentlichkeit verborgen zu halten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Fiktive Biografie

Nach einer fiktiven Biografie der Kunstfigur wurde Atze Schröder am 27. September 1965 als Thomas Schröder im Essener Stadtteil Kray geboren.[2] Schröder machte zunächst eine Ausbildung zum Tanzlehrer und begann ein Studium der Soziologie. 1982 war er deutscher A-Jugend-Meister im Gerätturnen.

Darbietung

Die Figur Atze Schröder war ab 1995 auf deutschen Kleinkunstbühnen zu sehen, u. a. im Schmidt-Theater in Hamburg und beim Köln Comedy Festival, worauf eine erfolgreiche Deutschland-Tournee folgte. Atze Schröder wurde im Fernsehen das erste Mal in der RTL-Comedy-Talkshow T.V. Kaiser dargestellt, damals in der Combo „Die The Proll“ zusammen mit „Amaretto von Bali“ und „Jonas Wagner aus dem 10. Stock“.

Größere Bekanntheit erlangte die Figur durch Stand-Up-Comedy-Auftritte im Quatsch Comedy Club (ProSieben) und durch die Fernsehsendung Alles Atze (RTL). Im Kinofilm 7 Zwerge (2004) mit Otto Waalkes kommt der Figur die Rolle eines Hofnarren zu.

Außerdem fungierte Atze Schröder in den Jahren 2000 sowie 2002 bis 2007 als Moderator des Deutschen Comedypreises. Des weiteren moderierte er Mitte Dezember 2008 den Comedy Adventskalender auf RTL.

Rechtsstreite um Nennung der bürgerlichen Identität des Künstlers

Der Komödiant, der die Figur erfunden hat und als ihr Darsteller agiert, tritt öffentlich nur unter dem als Wortmarke geschützten[3] Pseudonym Atze Schröder auf. Gegen die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens in Deutschland ging er auch gerichtlich vor.

Gegen die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens im Weser-Kurier vom 20. Dezember 2006 reichte er Klage beim Landgericht Berlin ein, der stattgegeben wurde. Die Berufung beim Kammergericht wurde mangels Erfolgsaussichten abgelehnt.[4] Das Gericht wertete damit das Persönlichkeitsrecht des Comedian, anonym zu bleiben, höher als das Interesse der Öffentlichkeit auf die Offenlegung seiner Identität. In der Urteilsbegründung[5] sah das Gericht das Interesse der Öffentlichkeit an dem richtigen Namen als reine Neugier an und billigte dem Künstler das Recht zu, außerhalb der Auftritte unerkannt zu bleiben, da er Berufs- und Privatleben konsequent trennt. Außerdem wies das Gericht darauf hin, dass die Veröffentlichung des Namens nicht damit gerechtfertigt werden kann, dass dieser auch durch andere Stellen veröffentlicht wird.

Die Nennung des bürgerlichen Namens im Wikipedia-Artikel versuchte Atze Schröder durch eine Abmahnung zu verhindern. Da die geforderte Unterlassungserklärung nicht abgegeben wurde, reichte der Komiker im März 2007 Klage am Landgericht Hamburg ein. Die Klage zog er aber später wieder zurück, nachdem der bürgerliche Name von Atze Schröder nicht mehr im Artikel genannt wurde.[6]

Filmografie

Fernsehen

Filme

Live-Programme

  • 1998: Nur so geht's
  • 1999: Lecker
  • 2001: Meisterwerke
  • 2003: Goldene Zeiten
  • 2005: Atze im Wunderland
  • 2007: Mutterschutz
  • 2009: Revolution

Diskografie

  • als Die The Proll
    • Circuit Break Vol.1
    • Intime Geständnisse
    • The Hardest Tour on Earth
  • als Atze Schröder
    • 2000: Lecker (CD)
    • 2002: Meisterwerke (CD)
    • 2003: Atze Schröders Kaltstart (CD)
    • 2004: Atze Schröder Live – Goldene Zeiten (CD)
    • 2006: Die Live Kronjuwelen (DVD)
    • 2007: Atze im Wunderland (CD)
    • 2009: Mutterschutz (CD/DVD)

Bücher

Auszeichnungen

  • 2000: Deutscher ComedypreisBester Comedy-Act für Alles Atze
  • 2003: Deutscher Comedypreis – Bester Schauspieler in einer Comedy für Alles Atze
  • 2003: Deutscher FernsehpreisBeste Sitcom für Alles Atze
  • 2005: Deutscher Comedypreis – Beste Comedy-Serie für Alles Atze
  • 2007: Goldene Schallplatte – 1x Platin für Die Live Kronjuwelen

Einzelnachweise

  1. http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1966425
  2. RTL.de: Der doppelte Schröder – Wie ist der wahre Atze?
  3. Deutsches Markenregister, Aktenzeichen: 39747033.9.
  4. Pressemitteilung 14/2007 des Kammergerichts zum Urteil des Landgerichts Berlin vom 14.03.2007 (Az. 27 O 72/07, Az. 10 U 92/07).
  5. Jurion.de: Vollständiger Text der Urteilsbegründung zu vorgenannten Urteil
  6. heise online: Atze Schröder gegen Wikipedia, 11. Mai 2007

Weblinks

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