Atzelgift

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Atzelgift
Atzelgift
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Atzelgift hervorgehoben
50.6991666666677.825285Koordinaten: 50° 42′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 2,74 km²
Einwohner: 642 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57629
Vorwahl: 02662
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 205
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.hachenburg-vg.de
Ortsbürgermeisterin: Claudia Kohlhaas
Lage der Ortsgemeinde Atzelgift im Westerwaldkreis
Karte
Blick über Atzelgift

Atzelgift ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an. Atzelgift ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen. Durch den 287 m hoch gelegenen Ort fließt die Kleine Nister. Nordwestlich von Atzelgift liegt Limbach, im Nordosten Luckenbach und im Südwesten Streithausen.

Zu Atzelgift gehört auch der Wohnplatz Atzelgifter Mühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

1396 wurde Atzelgift erstmals in einer Urkunde als Hatzelgufte erwähnt. Über Atzelguft hat sich der Name zu „Atzelgift“ entwickelt. Der Name leitet sich von Atzel (Elster) und Guft (Rufen, Geschrei) ab und bezeichnet einen abgelegenen Ort, „wo die Elstern rufen“. Falsch ist jedoch die Legende von einem Graf Atzel und der Mitgift seiner Tochter.

1579 hatte Atzelgift neun und 1793 zwanzig Häuser. Von der industriellen Vergangenheit des Ortes zeugen noch die Überreste der Ölmühlen, eine davon etwa 100 m westlich des Ortsrandes an der Kleinen Nister. Sie war noch 1819 in Betrieb; zu sehen ist heute nur noch der Wassergraben, der etwa 100 m bachaufwärts von der Kleinen Nister abzweigt. Eine weitere ehemalige Ölmühle lag ca. 500 m westlich von Atzelgift, die um 1870 erbaut worden sein muss; Mühlengraben und Standort der Mühle sind im Gelände noch auszumachen. Davon hat sich lediglich der Flurname „Bei der Ollichsmüll“ erhalten.

Nordwestlich des Ortes befanden sich mehrere Eisenerzgruben; am südöstlichen Ortsrand an der Kleinen Nister stand ursprünglich eine Eisenhütte, welche die in den umliegenden Gemarkungen vorhandenen Eisenerze verwertete; sie war noch 1686 in Betrieb. Die Flurnamen „Im Hammer“ und „Auf dem Hüttenstück“ weisen auf diese Eisenverarbeitung hin. An die Stelle der Eisenhütte wurde 1697 eine Mühle gebaut; diese wurde allerdings 1909 abgebrochen und eine neue Mühle errichtet, die heute nur noch zur Stromerzeugung dient.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Atzelgift, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 123
1835 167
1871 202
1905 294
1939 325
1950 323
Jahr Einwohner
1961 392
1970 488
1987 563
1997 626
2005 667
2012 642

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Atzelgift besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Schrägrechts geteilt von Silber und Grün; vorne eine Elster, hinten ein achtspeichiges goldenes Mühlrad, beschaufelt über den Achsen und in der unteren Radhälfte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist die alte Linde in der Ortsmitte (Naturdenkmal).

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Atzelgift

Verkehr[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Die Rockband Herrenmagazin benannte ihr Debütalbum nach dem Ort.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Atzelgift – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 47 (PDF; 2,3 MB)
  4. Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hg.): Westerwälder Beiträge 1. 1981, S. 40ff.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen