Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

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Das außenwirtschaftliche Gleichgewicht ist im Rahmen der Außenwirtschaftslehre ein für unterschiedliche Sachverhalte verwendeter Begriff. Dabei geht es bei der Forderung nach dem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht darum, dass die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes nicht durch schädliche Außenwirtschaftsbeziehungen belastet wird. Das Gleichgewicht ist Zielvorgabe im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, des Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetzes (2010) und Bestandteil des magischen Vierecks. Schädliche Außenwirtschaftsbeziehungen entstehen bei dauernd unausgeglichener Leistungsbilanz bzw. bei dauerhaft unausgeglichenem Außenbeitrag.

Wirtschaftspolitische Definition[Bearbeiten]

Schädliche Außenwirtschaftsbeziehungen können entstehen bei:

  • ständig negativer Leistungsbilanz bzw. negativem Außenbeitrag, da dies zu
    • einer Verschuldung des defizitären Staates führt, der diese Mangels eigener Exporte nicht wieder ausgleichen kann
    • einer hohen Arbeitslosigkeit im defizitären Land führen kann, da im Inland nicht hinreichend Ware produziert wird
  • ständig positiver Leistungsbilanz bzw. positivem Außenbeitrag, da
    • dies zu Inflation im Überschussland führen kann, wenn nicht hinreichend Kapazitäten zur Produktion bestehen
    • dies zu hohen Forderungen des Überschusslandes an defizitäre Staaten führt, die eventuell dann ausfallen.

Eine Politik, die heimische Probleme auf Kosten anderer Staaten zu lösen versucht (genauer: zu Lasten der Außenhandelspartner), nennt man auch beggar-thy-neighbour-policy.

Zahlungsbilanzbezogene Definitionen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Zahlungsbilanz wird der Begriff jeweils für zwei unterschiedliche Zahlungsbilanzsituationen verwendet:

  1. Eine ausgeglichene Leistungsbilanz.
  2. Der Außenbeitrag (das heißt Handels- und das Dienstleistungsbilanzsaldo) deckt den Saldo der Bilanz der laufenden Übertragungen.

Von einem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht wird jeweils gesprochen, wenn ein derartiger Ausgleich im mehrjährigen Durchschnitt vorliegt.