Auditor

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Dieser Artikel behandelt den Begriff Auditor auf Personen bezogen. Zur ehemaligen Linux-Distribution Auditor siehe BackTrack, zum deutschen Politiker gleichen Namens siehe Michael Auditor.

Ein Auditor (von lateinisch audire, zuhören) ist eine Person, die ein Audit durchführt und dabei durch Befragen, Beobachten, Zuhören überprüft, wie eine Person oder Organisation sich entwickelt und ob Vorgaben eingehalten werden.

Im Qualitäts-, Umwelt-, Datenschutz- und Arbeitsschutzmanagement[Bearbeiten]

Der Auditor überprüft regelmäßig das Managementsystem in Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen und Organisationen.

Interner Auditor[Bearbeiten]

Der interne Auditor prüft im Auftrag der Geschäftsleitung in internen Audits (ggf. zwischen externen Zertifizierungsaudits) die Entwicklung des Qualitätsmanagements in den Abteilungen und Filialen eines Unternehmens in System- und Prozessaudits. Er prüft auch Lieferanten im Lieferantenaudit. Er arbeitet eng mit dem Qualitätsmanager zusammen. Sein Vorgesetzter ist der Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB). In kleineren und mittelständischen Firmen führt der Qualitätsmanagementbeauftragte einige oder fast alle internen Audits selbst durch.

Externer Auditor[Bearbeiten]

Der externe Auditor ist von der Firma unabhängig und überprüft im Auftrag einer Zertifizierungsgesellschaft im Rahmen der fortlaufenden Zertifizierung regelmäßig (meist jährlich) den aktuellen Stand des Managementsystems. Bei Erfolg empfiehlt er der Zertifizierungsgesellschaft die Erteilung (Erstzertifizierung) oder Aufrechterhaltung des Zertifikats. Das Zertifizierungsaudit ist immer ein System- und Prozessaudit, untersucht wird das gesamte Managementsystem und stichpunktartig einzelne Prozesse. Zentral wichtige Prozesse (Bewertung des Managementsystems, interne Audits etc.) werden bei jedem Audit begutachtet.

Der externe Auditor wird immer nur in einer Branche eingesetzt, in der er fundierte fachliche Erfahrung besitzt. Diese Erfahrung muss er nachweisen.

Spezialformen[Bearbeiten]

  • Audit der Guten Agrarpraxis (GAP) besonders in der Landwirtschaft
  • Audit der Guten Herstellungspraxis (GHP, englisch: GMP) besonders in der Pharmaindustrie
  • Audit der Guten klinischen Praxis (GCP) besonders in Kliniken
  • Audit der Guten Laborpraxis (GLP) besonders in der Pharmaindustrie
  • Ethik-Audit – Begutachtung der Einhaltung ethischer Standards (keine Kinderarbeit, keine Diskriminierung eines Geschlechts etc.)
  • Hygiene Audit – Begutachtung von medizinischen und sozialen Einrichtungen, Restaurants oder anderen Lebensmittelbetrieben zur Einhaltung hygienischer Standards [Beispiele: HACCP-Standard, International Food Standard (IFS)]
  • Legal-Compliance-Audit – Überprüfung der Rechtssicherheit (Verträge, Gesetze, Normen)
  • Lieferantenaudit bei einem Lieferanten von Rohstoffen, Zukaufteilen oder Dienstleistungen mit dem Ziel die Performance von Lieferanten zu analysieren und ggf. zu verbessern
  • Risk-Management-Audit – Überprüfung des Risiko-Managements

Ausbildung[Bearbeiten]

Die Ausbildung von Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement ist in der ISO 19011 geregelt und wird von vielen anderen Managementsystemen so übernommen. Für die verschiedenen Managementsysteme und Audittypen gibt es zahlreiche Anbieter für die Ausbildung von internen und externen Auditoren.

Interner Auditor
Die Ausbildung interner Auditoren wird oft als sogenannte Inhouse-Schulung durchgeführt, der Ausbilder geht in das Unternehmen und schult dort die ausgewählten Mitarbeiter. Dabei kann auf die Anforderungen des Unternehmens besonders eingegangen und an Praxisbeispielen des eigenen Unternehmens geschult werden. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen.
Externer Auditor
Externe Auditoren werden an zertifizierten Ausbildungsstätten ausgebildet, beispielsweise von Zertifizierungsgesellschaften wie der DGQ, der DQS oder dem TÜV. Als Vorqualifikation muss die Prüfung zum QMB bestanden worden sein. Nach Beendigung des Kurses ist eine schriftliche Prüfung für den Teilnehmer verpflichtend. Die Prüfungsunterlagen werden vom Prüfer bewertet und bei Bestehen das Zertifikat erstellt. Wird ein Auditorenschein über eine akkreditierte Stelle als Zertifizierung einer Person ausgestellt, weist das Zertifikat das Emblem des DAR (Deutscher Akkreditierungs Rat) oder der Nachfolgeorganisation DAkks (Deutsche Akkreditierungsstelle) auf.
Um für eine Zertifizierungsgesellschaft als Auditor tätig werden zu dürfen, muss der Prüfling weitere Kriterien erfüllen. Zuerst muss er eine bestimmte Anzahl an Personentagen als „Beobachter” einem erfahrenen Auditor beobachten, danach wiederum eine bestimmte Anzahl an Personentagen selbst unter Aufsicht eines erfahrenen Auditors auditieren. Erst wenn diese Zeiten innerhalb einer bestimmten Frist erbracht wurden und der angehende Auditor eine positive Beurteilung des erfahrenen Auditors erhalten hat, ist es möglich, die Zulassung als Auditor zu erlangen. Hierzu sind sowohl die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung, als auch das Auditlog und die Beurteilung bei der zuständigen Stelle einzureichen. Diese Stelle entscheidet dann, ob und für welche Branchen (abhängig vom Ausbildungsberuf/Studienabschluss) der Antragsteller zugelassen wird. Ein neu zugelassener Auditor darf jedoch nur periodische Audits alleine durchführen oder in einem Team mit einem Lead-Auditor arbeiten. Erst wenn der „neue” Auditor eine bestimmte Anzahl an Audits durchgeführt hat, darf er als Acting-Lead-Auditor (leitender Auditor unter Aufsicht) unter der Aufsicht eines Lead-Auditors agieren. Nach einer bestimmten Anzahl an Audits als Acting-Lead-Auditor kann er wiederum selbst als Lead-Auditor zugelassen werden und darf dann auch Erstzertifizierungen im Auftrag einer akkreditierte Stelle durchführen. Zur Rezertifizierung seines Auditoren-Personenzertifikats muss er alle drei Jahre eine festgelegte Anzahl an durchgeführten Audits nachweisen. Diese sind durch Bestätigungen der betreuten Unternehmen oder Auditberichte zu belegen. Möchte ein Auditor seine Qualifikation um eine weitere Branche erweitern, so muss er in der Regel mit der akkreditierten Stelle ein „Fachgespräch” führen, in dem er beweisen muss, dass er genügend Kenntnisse besitzt, um Unternehmen dieser Branche auditieren zu können.

Weitere Q-Berufe[Bearbeiten]

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In Verwaltung und Gerichtsbarkeit[Bearbeiten]

Der Begriff wurde früher in vielfältiger Weise verwendet: Auditoren waren u. a. Beamte der römischen Kurie: Mit Auditoriat wurde die päpstliche Gesandtschaftsschreiberei bezeichnet. Noch heute wird ein höherrangiger diplomatischer Mitarbeiter einer Nuntiatur als „Uditore“ bezeichnet, ebenso die Rechtsbeistände der päpstlichen Behörden. Später hießen die Untersuchungsrichter an kirchlichen Gerichten ebenfalls Auditoren.

In der Schweiz steht Auditor im Bund für einen Staatsanwalt der Militärjustiz oder in gewissen Kantonen (zum Beispiel Kanton Zürich) für Rechtsreferendar (Praktikant an einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft zur Vorbereitung der Anwaltsprüfung).

Siehe auch:

In Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

In Scientology gibt es ein Verfahren, welches Auditing genannt wird; die Durchführenden heißen Auditoren. Auditing ist eine exakte Abfolge von Fragen und Anweisungen, die der Auditor dem sogenannten Preclear mit dem erklärten Ziel gibt, Bereiche geistiger Belastung zu finden und zu lösen.

Im Manichäismus, Teilen der Gnosis und späteren, an diese anschließenden Bewegungen wie zum Beispiel bei den Katharern wurden als Auditores oder Audientes jene Mitglieder bezeichnet, welche nicht alle Verpflichtungen dieser Religion übernehmen wollten oder konnten, und daher nur als „Zuhörer“ an rituellen Vollzügen und Glaubensunterweisungen (etwa vergleichbar dem Katechumenat des Christentums) teilnahmen (vgl. auch Electi).

Siehe auch[Bearbeiten]