Laurel und Hardy: Auf hoher See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Auf hoher See)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Auf hoher See
Originaltitel Saps at Sea
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 57 Minuten
Stab
Regie Gordon Douglas
Drehbuch Felix Adler
Harry Langdon
Gilbert Pratt
Charley Rogers
Produktion Hal Roach
Musik Marvin Hatley
Leroy Shield
Kamera Art Lloyd
Schnitt William H. Ziegler
Earl Ritter
Besetzung

Auf hoher See ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Laurel und Hardy aus dem Jahre 1940. Er sollte der letzte Film der beiden im Rahmen der Hal Roach Studios sein. Auf hoher See hatte seine Premiere am 3. Mai 1940, österreichischer Kinostart war am 17. Juni 1949, während die deutsche Uraufführung am 22. Dezember 1949 stattfand. In Deutschland erhielt er neben dem aktuellen Titel im Laufe der Zeit auch noch „Abenteuer auf hoher See“ und „Immer wenn er hupen hörte“, bzw. in Österreich „Helden auf hoher See“.

Handlung[Bearbeiten]

Oliver und Stan arbeiten unter schrecklichen Arbeitsbedingungen in der Qualitätsprüfung einer Hupenfabrik. Regelmäßig werden Arbeiter durch die lauten und nervtötenden Hupgeräusche wahnsinnig. Schließlich erleidet auch Ollie bei der Arbeit einen Nervenzusammenbruch (im Film: „Hornophobie“) und wird vom Manager Mr. Sharp nach Hause geschickt, damit er sich erholen kann. Stan, welcher zusammen mit Oliver in einer Hochhauswohnung lebt, unterstützt diesen während seiner Genesungsphase als Pfleger, verursacht aber wie üblich mehr Chaos als zu helfen. Sein Arzt Dr. Finlayson verordnet Ollie nach einer gründlichen Untersuchung völlige Ruhe und empfiehlt ihm dafür Ziegenmilch sowie Seeluft, zusammen mit der Ruhe auf der See. Zunächst sträubt sich Ollie jedoch gegen Finlaysons Vorschlag. Als Stans Posaunenlehrer Professor O'Brien ins Hochhaus kommt und Ollie, welcher von einem Streit mit einem schielenden Klempner zurückkehrt (der wegen seines Handicaps eine schlechte Arbeit abgeliefert hat), die Musik von Stan und seinem Lehrer hört, entscheidet er, den Rat seines Arztes anzunehmen. Ollie beschwert sich beim Rezeptionisten, wie der Posaunenlehrer denn ins Haus gelangen konnte, wird jedoch aus Versehen von Stan aus dem Fenster auf die Straße katapultiert.

Da Ollie Angst vor dem offenen Meer hat, mietet Stan im Hafen bei Kapitän McKenzie ein altes seeuntaugliches Boot, die Prickly Heat. Im Hafen können sie laut Stans Meinung auf dem Boot leben und Seeluft einatmen, ohne tatsächlich aufs Meer hinauszufahren. Gefährlich wird es, als der entflohene Mörder Nick Grainger sich auf dem Boot vor der Polizei versteckt und sich das Boot unerwartet vom Hafen löst, weil die mitgebrachte Ziege das Tau durchbeißt, mit dem das Schiff festgemacht ist. Nick bedroht Stan und Ollie mit seiner Waffe - welche er „Nick Jr.“ nennt und zwingt die beiden, ihm ein Frühstück zu kochen. Da aber keinerlei Lebensmittel an Bord sind, versuchen sie ein synthetisches Spaghettigericht aus Seife, Fäden, roter Farbe, einem Schwamm und einem Lampendocht herzustellen, mit dem günstigen Nebeneffekt, Nick vergiften zu können. Weil dies jedoch der ungebetene Passagier durch Zufall mitbekommt, müssen die beiden das Essen selbst konsumieren. Erst als Stan seine im Schiff liegende Posaune spielen kann, und Ollie durch seine Hornophobie entfesselt Grainger niederschlagen kann, wenden sich die Dinge zum Besseren.

Die Hafenpolizei kann Nick Grainger schließlich festnehmen und Stan und Ollie winkt eine hohe Belohnung. Als Stan vor Freude wieder mit dem Blasinstrument aufspielt, rastet Ollie wieder völlig aus und verprügelt den Captain der Hafenpolizei. So werden sie am Ende selbst mit dem Mörder arrestiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Arbeiten am Drehbuch dauerten von September bis Oktober 1939, danach wurde mit den Dreharbeiten begonnen. Es war ihr letzter Film für die Hal Roach Studios, des Produzenten Hal Roach, welcher Laurel und Hardy im Jahre 1927 als Komikerduo zusammengestellt hatte. Ab Mitte der 1930er-Jahre gab es immer wieder Streit um den künstlerischen Einfluss zwischen Laurel und Roach. Bereits Ende Oktober 1939 hatten Laurel und Hardy zusammen mit Ben Shipman die Laurel & Hardy Feature Productions gegründet. Damit wollten sie bezwecken, eine vollständige Kontrolle über ihre Produktionen zu haben. Allerdings produzierten die Laurel & Hardy Feature Productions niemals einen Film und Laurel und Hardy mussten sich mit einem Vertrag bei MGM begnügen. Bei MGM hatten sie im Gegensatz zu ihrer Arbeit bei Hal Roach fast keinen Einfluss mehr auf ihre Filme, welche laut allgemeiner Meinung schwächer wurden.

Der Originaltitel Saps at Sea parodiert den Titel des Abenteuerfilmes Souls at Sea (1937) mit Gary Cooper und George Raft in den Hauptrollen. Eine besonders harte Szene für Laurel war die Endszene, als die beiden die synthetische Mahlzeit essen müssen.

„Mir ging es gut, bis ich anfing, ein Stück Schnur zu schlucken. Es war etwa zwei Fuß lang und als ich es in meinen Mund saugte begann es, mich zu kitzeln und dann zu würgen. Bevor ich fertig war, wäre ich froh gewesen, wenn es mich erhängt hätte“

Stan Laurel

Auf hoher See war der letzte Film für den bekannten Stummfilmkomiker Ben Turpin, welcher in einem Cameo-Auftritt den schielenden Klempner spielt, und im Juli 1940 verstarb. Auch für den regelmäßigen Laurel-und-Hardy-Darsteller Harry Bernard, welcher am Ende des Filmes den Captain der Hafenpolizei darstellt, wurde es zu seinem letzten Film, weil er im November 1940 starb. Zudem ließen Laurel und Hardy bei ihrem Weggang von Roach beliebte Nebendarsteller wie James Finlayson und Charlie Hall zurück, welche hier ihre letzten Auftritte bei Laurel und Hardy absolvieren.

Rezeption[Bearbeiten]

Winston Churchill sah den Film auf der HMS Prince of Wales (53), während er zu einem Treffen um die Atlantik-Charta reiste. Er nannte den Film eine „lustige, aber belanglose Unterhaltung“ und zählte ihn zu seinen Lieblingsfilmen.[1]

Synchronisation[Bearbeiten]

Für den Kinostart im deutschsprachigen Raum wurde 1949 eine Synchronfassung mit Arno Assmann als Stan und Werner Lieven als Ollie hergestellt. Diese fand bei der Ausstrahlung der kolorierten Fassung des Filmes am 26. Januar 1992 auf SAT.1 Verwendung. 1975 entschloss sich das ZDF, alle Spielfilme zu senden und für diesen Anlass die Filme erneut einzudeutschen. Stan wurde hier wieder von seiner gewohnten deutschen Stimme Walter Bluhm gesprochen, die Sprechrolle von Ollie übernahm Michael Habeck.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H.V. Morton; Atlantic Meeting; Methuen: 1943, S. 125