Auflagemaß

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Das Auflagemaß ist ein Begriff aus der technischen Optik. Es definiert den Abstand zwischen der Bildebene, also Film oder Bildsensor, und der Befestigungsfläche des Objektivs.

In vielen optischen Geräten ist das Auflagemaß eine fest eingestellte Größe. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Fototechnik[Bearbeiten]

Das Auflagemaß bezeichnet die Entfernung zwischen Filmebene (bzw. Sensorebene) hinten und der Auflagefläche der Wechseloptik vorne an der Kamera. Unterschiedliche Kamerasysteme verwenden unterschiedliche Auflagemaße, die möglichst bis auf Toleranzen von ±0,01 mm eingehalten werden sollten, damit die Unendlichkeitseinstellung des Objektivs gewährleistet bleibt. Zur Justage des Auflagemaßes gibt es spezielle Messlehren, Abweichungen von der Kameranorm werden vom Kameraservice ggfs. durch hauchdünne Unterlegscheiben unter dem Bajonettring ausgeglichen. Die Position der Filmebene wird in der Regel durch einen Strich mit mittigem kleinen Kreis - meist oben - auf dem Kameragehäuse markiert. Diese Marke erlaubt eine Ablesegenauigkeit von bestenfalls 0,2 mm und ist Basis für die Abstandsmessung zum fotografierten Gegenstand gleich der einzustellenden Entfernung am Fokussierring des Objektivs,[1] relevant besonders bei Makroaufnahmen und anderen Spezialaufgaben zur Berechnung des Abbildungsmaßstabs und der Verortung der Naheinstellgrenze.[2] Diese Entfernung entspricht bei den einfachsten Optiken (dünne Linse oder Lochkamera) der Summe Bildweite+Gegenstandsweite.

Generell ist anzumerken, dass Spiegelreflexkameras (SLR) wegen des Spiegelkastens ein deutlich größeres Auflagemaß als Messsucherkameras besitzen. Dies gilt insbesondere für Mittelformat-Spiegelreflexkameras wie etwa die Pentacon Six.

Vom Gesichtspunkt möglichst vielfältiger Adaptionsmöglichkeiten von Fremdobjektiven an ein Kamerasystem sollte das Auflagemaß der Kamera möglichst klein sein, was, damit der Schwingspiegel nicht mit den Objektiven kollidiert, manchmal nur durch einen besonderen Klappschiebemechanismus für den Schwingspiegel erreichbar ist. Denn nur, wenn das Auflagemaß der Kamera kleiner ist als das des Objektivs, lässt sich ein Adapterring bauen, der zwischen Kamera und Objektiv platziert genau die Differenz der Auflagemaße ausgleicht. Andernfalls dagegen verlöre man, da die Bildebene des Objektivs in diesem Fall hinter der Ebene des Films bzw. Sensors läge, die Fokussiermöglichkeit auf Unendlich. So lassen sich viele Mittelformatobjektive mit ihren großen Auflagemaßen und Bildkreisen mittels spezieller Adapter gut an SLR-Kleinbildkameras anpassen und sogar als Tilt- und Shift-Objektive nutzen, während das Umgekehrte kaum möglich ist.

Andererseits erlaubt ein größeres Auflagemaß der Kamera bei sonst gleichem konstruktiven Aufwand größere Rückschwingspiegel, was im Hinblick auf eine möglichst exakte Übereinstimmung von Sucherbild und Filmbild von Vorteil ist. Bei Digital-SLR s kommt noch hinzu, dass der Strahlenverlauf bei kürzerem Auflagemaß unter Umständen „schräger“ ist, was für einige Bildsensoren problematisch sein kann, da diese in der Regel (anders als bei der klassischen analogen Fotografie auf lichtempfindlichem Film) winkelabhängige Empfindlichkeiten aufweisen.

In der Praxis jedoch sind Vor- und Nachteile der Kombination unterschiedlicher Auflagemaße gering. Gleichwohl gibt es Fälle, wo bestimmte Objektive mit bestimmten Kamerasystemen konstruktiv nicht kombinierbar sind, weil deren Auflagemaße zu kurz oder zu lang sind. So haben etwa Nikon-SLRs ein eher langes Auflagemaß, was die Auswahl an Fremdobjektiven, die mit diesen Kameras benutzt werden können, stark einschränkt.

Videotechnik[Bearbeiten]

An Kameras mit fest eingebautem Objektiv ist das Auflagemaß in der Regel fest eingestellt. Wechselobjektive mit standardisiertem Bajonett, beispielsweise B3 oder B4, lassen sich an Kameras unterschiedlicher Hersteller verwenden. Bei diesen Objektiven ist das Auflagemaß manuell einstellbar, beispielsweise, um Fertigungstoleranzen und Temperaturunterschiede ausgleichen zu können.

Beim Einstellen des Auflagemaßes wird die hinterste Linsengruppe kurz vor dem Bildsensor oder Film in Richtung der Objektivachse verschoben. Nur bei korrekt eingestelltem Auflagemaß ist der eingestellte Schärfebereich bei allen Brennweiten konstant.

Der Auflagemaßring befindet sich am hinteren Ende des Objektivs. Häufig befindet sich dort noch ein einrastbarer Zusatzring, der für Makroaufnahmen benutzt wird. Dieser Ring verschiebt die gleiche Linsengruppe wie der Auflagemaßring, kann aber im Unterschied zu diesem wieder in die Ausgangsposition eingerastet werden, wenn die Macrofunktion nicht mehr benötigt wird.

Zur Einstellung des Auflagemaßes wird ein Bild mit starken Kontrasten benötigt (gewöhnlich ein sogenannter Siemensstern). Der Stern wird zum Einstellen 3–5 Meter vor der Kamera platziert. Die Kamera sollte sich auf derselben Höhe wie der Siemensstern befinden. Die Beleuchtung muss so sein, dass das Bild bei komplett offener Blende gut zu sehen ist. Wird es zu hell, empfiehlt es sich, einen ND-Filter vorzuschalten oder den Shutter zu verstellen.

Röhrenmonitore, die die Funktion Blue Only bieten, zeigen aufgrund eines eigentlich unerwünschten Nebeneffektes ein deutliches Flimmern im Siemensstern, wenn die Schärfe stimmt. Diese Eigenschaft hilft bei der Einstellung des Auflagemaßes. LCD-Monitore können dies nicht, auch wenn sie eine „Blue Only“-Taste haben.

Wenn das Auflagemaß nicht stimmt, ist eine einmal eingestellte Schärfe nicht für den gesamten Brennweitenbereich korrekt. Dies ist insbesondere bei Zoomfahrten, also der Brennweitenänderung im „ON“ ein Problem, da man hier die Schärfe manuell nachjustieren müsste. Auch muss man sich bei der Schärfebeurteilung des Bildes auf den Sucher oder einen Monitor verlassen, welche oftmals keine geeignete Schärfekontrolle ermöglichen.

Übersicht gängiger Auflagemaße[Bearbeiten]

Bezeichnung Auflagemaß in mm Bemerkungen
Kleinbild-Messsucher
Altix 42,50 Wechselobjektive Altix V
Contax 34,85
Nikon S 34,85
Contax-G-System 29,00
Leica M39×26tpi Schraubgewinde 28,80
Braun Paxette M39 × 1 Gewinde 45,50 Leica-Einsatz erfordert Distanzring (!)
Konica KM-Bajonett (Hexar RF) 28,00 bis auf das Auflagemaß Leica M kompatibel
Leica M-Bajonett 27,80 auch Voigtländer VM, Epson EM und Zeiss ZM
Minolta M-Bajonett (CL/CLE) 27,80 weitestgehend kompatibel mit Leica M
Kleinbild-Spiegelreflex
Praktina Klemmbajonett 50,00
Contax N 48,00
Icarex BM 48,00
Leica R-Bajonett 47,00
Nikon F-Bajonett 46,50 Ai, Ai-S
Olympus OM-Bajonett 46,00
Contarex 46,00
Yashica MA-Bajonett (230AF etc.) 45,80 indirekt gemessen [3]
Mamiya ZE-Bajonett 45,50 Mamiya ZE, ZM, NC, Sears CS
Yashica/Contax C/Y-Bajonett 45,50
M42 × 1 Schraubgewinde 45,46 Pentacon, Pentax, Contax S, Praktica, Zeiss ZS
Russ. Spiegelreflex M39 × 1 Gewinde 45,46 -> kann mit Gewindering auf M42 adaptiert werden
Pentax K-Bajonett 45,46 Ricoh, Chinon, Petri, Samsung
Exakta (Kine, Varex, RTL) 44,70
Topcon RE-Bajonett 44,70 wie Exakta
Rollei QBM-Bajonett (35 mm) 44,70
Voigtländer 44,70
Minolta A-Bajonett (AF) 44,50 AF, AF-i, AF-xi, AF-D, AF-SSM, Sony-Alpha
Praktica B-Bajonett 44,40
Canon EF-Bajonett (EOS) 44,00
Praktiflex M40 × 1 Gewinde 44,00
Sigma SA-Bajonett 44,00 Sigma SA-9, SA-300
Minolta SR-Bajonett (MF) 43,50 Minolta SR, MC, MD
Fujica X-Bajonett 43,50
Wrayflex M41.2 Gewinde 42,05
Canon FD-Bajonett (FD/FL) 42,00
Miranda-Bajonett 41,50
Konica F-Bajonett 40,50
Konica AR-Bajonett 40,50
Alpa Bajonett 37,80
Robot 31,00
Olympus Pen F-Bajonett (Halbformat) 28,95
Digital-Spiegelreflex
Contax N-Bajonett 48,00
Nikon F-Bajonett 46,50 Nikon "DX" (APS-C) / "FX" (Kleinbild-Format)
Pentax K-Bajonett 45,46
Konica Minolta- / Sony Alpha A-Bajonett 44,50 auch Zeiss ZA, kompatibel mit Minolta A
Canon EF-Bajonett (EOS) 44,00 auch EF-S
Sigma SA-Bajonett 44,00 Sigma SD9/SD10/SD14
Olympus E-Bajonett (Four-Thirds) 38,85 auch Panasonic und Leica
Digitale Systemkameras
Samsung NX 25,50 Samsung NX10
Micro-Four-Thirds 19,62 Panasonic LUMIX DMC-G1 / Olympus
Sony E-Bajonett 18,00 Sony Alpha und NEX spiegellose Systemkameras (APS-C und Kleinbildformat)
Canon EF-M-Bajonett 18,00 Canon EF-M APS-C-Hybridkameras (EOS M)
Fujifilm X-Bajonett 17,70 Fujifilm X-Pro1
Nikon 1 17,00 Nikon V1 / J1 (Nikon "CX")
Pentax Q-mount 9,20 Pentax Q
APS-Spiegelreflex
Nikon-F-Bajonett 46,50 teils kompatibel zu SLR-Optiken
Minolta V-Bajonett (Vectis) 36,00  ?
Mittelformat
Mamiya RB67-Bajonett 111,00
Mamiya RZ67-Bajonett 108,00
Rollei SL66 102,80
Pentax 6×7/67 85,00
Kiev 80/88 Gewinde 82,10 Hasselblad 1600F-Nachbau
Hasselblad (1000F/1600F) Gewinde 82,10
Hasselblad (200er, 500er, u. 2000er-Serie) Bajonett 74,90
Pentacon Six 74,10 auch Exakta 66, Kiev-Mittelformat
Praktisix Klemmbajonett 74,10 wie Pentacon Six
Rollei SLX 74,00
Pentax 645-Bajonett 70,87
Contax 645 64,00
Mamiya 645-Bajonett 63,30
Sonstige/Unbekannt
Miranda 31,50  ?
Videotechnik
B3 (Canon)  ?
B4 (Sony) über Prisma 65,24 (2,5685 Zoll)
B4 (Sony) in Luft 48,00
Filmtechnik
Ikegami 76,94 (3,0291 Zoll)
Arri Maxi PL (für 65 mm) 73,50
Moviecam BNC 61,468 (2,4200 Zoll)
Panavision (PanaMount) 57,15 (2,2500 Zoll)
Arri Standard 52,00 (2,0472 Zoll)
Arri Bajonett 52,00
Arri PL 52,00
BTS 50,45 (1,9862 Zoll)
Eclair 48,00 (1,8898 Zoll)
Aaton 40,00 (1,5748 Zoll)
CP 38,10 (1,5000 Zoll)
C-Mount 17,52 (0,6898 Zoll)
CS-Mount 12,50
Adapteranschlüsse
Novoflex A-Bajonett (Schnellschuss) 63,30 gemessen
Vivitar T2 Schraubgewinde (M42×0,75) 55,00

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=782645 DSLR-Forum, Beitrag von *Maverick*, 23. Dezember 2008
  2. http://www.natur-makro.de/tipps-nahgrenze.htm Naheinstellgrenze, www.natur-makro.de - Tipps zur Makrofotografie, Toni Kanitz, 2005
  3. Forenbeitrag vom 27. Oktober 2006 von Matthias Paul, Administrator im Minolta-Forum Informationen zum Kyocera Yashica MA-Bajonett für Yashica AF-SLRs

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Auflagemaß – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen