Aufschießende Waffe

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Bei aufschießenden Waffen ist vor der Betätigung des Abzugs der Verschluss geschlossen und die Patrone befindet sich bereits im Patronenlager. Der Verschluss bewegt sich erst nach der Schussauslösung, um die Hülse auszuwerfen und eine neue Patrone zuzuführen. Aufschießende Waffen sind wegen der erst nach dem Schuss bewegten Massen präziser als zuschießende Waffen. Bei letzteren bewegt sich zur Schussauslösung nach Betätigung des Abzugs der Verschluss, eine Patrone wird aus dem Magazin ins Patronenlager eingeschoben und erst dann der Schuss ausgelöst. Diese vorlaufende Masse stört die ruhige Lage und somit das Zielen mit der Waffe, bevor das Projektil den Lauf passiert.

Aufschießende Waffen sind durch den vorne stehenden Verschluss auch besser gegen eindringenden Schmutz geschützt. Da man beim geschlossenen Verschluss nicht sieht, ob sich eine Patrone in der Waffe befindet, haben einige dieser Waffen einen Ladestandanzeiger, beispielsweise einen Stift, der sicht- und fühlbar aus dem Waffengehäuse hervorsteht, wenn sich eine Patrone im Patronenlager befindet. Bei der Luger Pistole 08 ist der heraustretende Auszieher mit „Geladen“ angeschrieben, das schweizerische Sturmgewehr 57 hat einen oben aus dem Gehäuse herausragenden Ladeanzeiger.

Die meisten Selbstladepistolen und Sturmgewehre sowie modernen Maschinenpistolen sind aufschießende Waffen. Beispiele sind als Rückstoßlader mit Rollenverschluss das Sturmgewehre HK G3 und die Maschinenpistole HK MP5, als Gasdrucklader das HK G36, M16 und AK 47.

Zuschießende Waffen hingegen sind die Uzi Maschinenpistole oder u.a. die Maschinengewehre Maschinengewehr 42 und MG3.

Nachteilig ist, dass aufschießende Serienfeuerwaffen nach langen Feuerstößen wegen der schlechteren Wärmeableitung zur Selbstzündung der geladenen Patrone neigen.

Sonderfall Kombinationswaffe[Bearbeiten]

Eine der wenigen außergewöhnlichen Handfeuer-Waffen, die über beide Modi verfügen – zuschießend wie auch aufschießend -, ist das deutsche Vielzweck-Selbstladegewehr Fallschirmjägergewehr 42 (FG 42). Wird es als vollautomatischer Schnellfeuerkarabiner benutzt, so ist es aufschießend, im Serienfeuer-Modus ist es zuschießend. Eine weitere Kombinations-Waffe, die beide Verschlussvarianten vereint, ist das US-amerikanische Johnson M1941, ein leichtes Maschinengewehr aus derselben Periode.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Sellier, Beat P. Kneubuehl: Wundballistik und ihre ballistischen Grundlagen. 2. völlig überarbeitete und ergänzte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2001, ISBN 3-540-66604-4, S. 113.