Aufseß

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Aufseß in Bayern. Für andere Bedeutungen siehe Aufseß (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aufseß
Aufseß
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aufseß hervorgehoben
49.88361111111111.228333333333414Koordinaten: 49° 53′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hollfeld
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 29,39 km²
Einwohner: 1320 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91347
Vorwahlen: 09198, 09274, 09204
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 115
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossberg 98
91347 Aufseß
Webpräsenz: www.aufsess.de
Bürgermeister: Ludwig Bäuerlein (CSU / Unabhängige Wähler)
Lage der Gemeinde Aufseß im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger Land Bayreuth Bayreuth Landkreis Hof Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Landkreis Tirschenreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Amberg-Sulzbach Prüll Warmensteinacher Forst-Nord Waidacher Forst Waidacher Forst Veldensteiner Forst Neubauer Forst-Nord Waischenfeld Lindenhardter Forst-Südost Lindenhardter Forst-Nordwest Langweiler Wald Bayreuth Heinersreuther Forst Goldkronacher Forst Glashüttener Forst Forst Neustädtlein am Forst Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Emtmannsberg Haag (Oberfranken) Seybothenreuth Creußen Warmensteinach Weidenberg Schnabelwaid Prebitz Plech Mistelgau Mistelbach (Oberfranken) Hummeltal Hummeltal Heinersreuth Goldkronach Glashütten (Oberfranken) Gesees Gefrees Eckersdorf Bischofsgrün Bischofsgrün Bindlach Betzenstein Bad Berneck im Fichtelgebirge Speichersdorf Kirchenpingarten Waischenfeld Plankenfels Pegnitz (Stadt) Mehlmeisel Hollfeld Fichtelberg (Oberfranken) Aufseß Ahorntal Bischofsgrüner Forst Pottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild
Oberaufseß

Aufseß ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bayreuth und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Aufseß liegt inmitten der Fränkischen Schweiz an der Burgenstraße und der Fränkischen Bierstraße. Der gleichnamige Fluss durchfließt den Ort.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hollfeld, Plankenfels, Waischenfeld, Wiesenttal, Heiligenstadt in Oberfranken und Königsfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Aufseß ist in zehn Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Adelsgeschlecht von Aufseß[Bearbeiten]

Das Adelsgeschlecht von Aufseß wurde 1114 erstmals erwähnt. Die beiden Burgen Unteraufseß und Oberaufseß sind noch Wohnsitze des Adelsgeschlechtes der Freiherrn von Aufseß. Der bekannteste Angehörige des Adelsgeschlechts war Hans von und zu Aufseß, der Gründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Die Herrschaft der Freiherrn von Aufseß, die auch zum Fränkischen Ritterkreis gehörten, wurde 1806 mediatisiert und kam mit der Rheinbundakte zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

„Am Turm von Aufseß..." Bergfried der Burg Unteraufseß

Der Dichter Joseph Victor von Scheffel erwähnt das Dorf Aufseß im Liederzyklus Exodus cantorum, in dem er die „Rose auf blauem Schilde“ grüßt:

„Am Turm von Aufseß grüßt uns dann
Die Rose aus blauem Schilde,
Ein schriftgelehrter Rittersmann
Hegt sie in ernster Milde.
In der Kapelle hat er sich
Schon Gruft und Sarg bestellt,
Doch zecht er noch frisch tugendlich,
Wenn er den Hirz gefället.“

Jüdische Gemeinde in Aufseß[Bearbeiten]

In Aufseß existierte eine jüdische Gemeinde, deren Geschichte wahrscheinlich bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Nachdem die Zerstörung des gesamtes Ortes im Dreißigjährigen Krieg und die Pest die Geschichte der ersten jüdischen Ansiedlung beendete, ließen sich seit dem frühen 18. Jahrhundert unter dem Schutz von Carl Heinrich von Aufseß abermals Juden in Aufseß nieder. 1722 wurden dort eine Synagoge und der noch bestehende jüdischer Friedhof errichtet. 1840 hatte der jüdische Bevölkerungsanteil mit 17,5 % (105 von insgesamt 600 Einwohnern) den Höhepunkt erreicht, um anschließend durch Abwanderung wieder zu sinken. Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus 1933 lebten in Aufseß noch elf jüdische Personen, von denen drei in die Vereinigten Staaten emigrieren konnten und einer im Ort verstarb. Die letzten Juden verließen den Ort nach den Novemberpogromen 1938. Mindestens 16 in Aufseß geborene oder zeitweise wohnhafte Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.[3]

Feuerbachs Fall von Sachsendorf[Bearbeiten]

Sachsendorf ist durch den berühmten Juristen Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1835) in Aktenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen weltweit bekannt geworden. 1808/09 war der prominente Johannes Jagenholz, genannt „Satrap“, der dortige Freiherrlich Heußlein von Eußenheim'sche Justizamtmann. Bei dessen Trauung mit Elisabetha Dorothea geb. Kammer aus Kissingen war der Amtmann Karl-Eugen Schell aus Kainach Trauzeuge und später auch zweimal Taufpate. Die Jagenholz waren mit dem königlich-bayerischen Justizamtmann Wolfgang Konrad Glaser in Kasendorf und dessen Frau befreundet. Frau Glaser wurde am 26. August 1808 durch ihre Haushälterin Anna Margaretha Zwanziger mit Arsen ermordet. Sachsendorf und seine prominente Juristenfamilie Jagendorf sind durch die Veröffentlichung des Giftmordes durch Feuerbach sowie zahlreiche Nachdrucke und Erzählungen bekannt geworden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die ehemalige Gemeinde Sachsendorf nach Neuhaus eingemeindet.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Neuhaus und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Hochstahl hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008
CSU/Unabhängige Wähler 03 02
Freie Wähler (2002 angetreten als SPD/Freie Wähler) 01 02
Wahlgemeinschaft Sachsendorf-Neuhaus 05 05
Wahlgemeinschaft Hochstahl 03 03
Gesamt 12 12

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wanderweg

Die Gemeinde Aufseß verfügt über die höchste Brauereidichte und erhielt dafür einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde 2001. Den 1321 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2012) stehen 4 Brauereien gegenüber:

  • Brauerei Reichold, Hochstahl
  • Brauerei Rothenbach, Aufseß
  • Brauerei Stadter, Sachsendorf
  • Kathi-Bräu, Heckenhof

Die sogenannten Weltrekordbrauereien sind mit einem etwa 13 Kilometer langen Brauereienwanderweg [6] verbunden. Dieser führt durch die landschaftlich schöne Gegend an allen vier Brauereien vorbei. Hat man alle vier der für die Gegend typischen dunklen, kräftigen Landbiere probiert, folgt an der letzten Station die Ernennung zum Fränkischen Ehrenbiertrinker der Weltmeisterbrauereien.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Aufseß

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Johann Anselm von Feuerbach: Alltag im Alten Bayern. Die frech-sexy'en Reportagen des alten Ritters von Feuerbach aus dem Bayern von 1730–1830. Eingeleitet, ausgewählt und nacherzählt von Gerold Schmidt. Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-6060-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aufseß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Aufseß – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111029/225901&attr=OBJ&val=1142
  3. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945. Stand 19. Mai 2011.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 452.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676.
  6. Verlauf des Brauereienwanderweg (Abgerufen am 3. März 2013)