Aufstand der Roten Augenbrauen

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Dieser Artikel behandelt einen Bauernaufstand. Zum taiwanischen Kunststoffhersteller siehe Chi Mei Corporation.

Der Aufstand der Roten Augenbrauen (chinesisch 赤眉之亂 / 赤眉之乱Pinyin Chìméi Zhī Luàn) war ein Bauernaufstand in China von 18 bis 27 n. Chr., ausgelöst durch zwei Verlagerungen des Huanghe und die aus den Überschwemmungen resultierende Hungersnot.

Naturkatastrophe[Bearbeiten]

Zur Zeit von Kaiser Ping und Reichsverweser Wang Mang lebten in Nordchina 44 Millionen Menschen, im Süden nur 13,7 (Zählung: August des Jahres 2 n. Chr.). Bald nach diesem Zensus (im Sommer 3, 4 oder 5) brach eine Naturkatastrophe herein: der Gelbe Fluss teilte seinen Lauf, ein Teil des Wassers floss nun südlich der Shandong-Halbinsel in den Huai-Fluss. Und zusätzlich verlagerte im Jahr 11 der nördliche Arm seine Mündung (bis dato bei Tianjin) südwärts.

Die Konsequenzen dieser Katastrophe waren verheerend. Viele Tote, Hungersnot, Epidemien und Migration in den Süden waren die Folgen der Überschwemmungen. Schon zur Zeit des energischen Kaisers Han Wudi, zu dessen Regierungszeit das Reich stabil gewesen war, brauchte es 23 Jahre, um einen kleineren Deichbruch zu schließen. Und hier konnte der südliche Arm des Huanghe erst am 8. April 70 abgeschnitten werden. (Im Jahr 1194 teilte der Huanghe übrigens erneut seinen Lauf.)

Aufstandsbeginn bis Tod Wang Mangs[Bearbeiten]

Am schlimmsten war die Situation im von den Wassermassen abgeschnittenen Shandong, wo sich von der Regierung unbemerkt eine schlecht organisierte Armee der Hungernden bildete. Der erste Anführer war Fan Chong, der im Jahr 18 binnen Jahresfrist 10.000 Mann unter sich hatte. Ihm schlossen sich vier weitere Hauptleute an. In diesem Jahr sah sich Kaiser Wang Mang zum Handeln gezwungen, aber die ausgesandte Armee war erfolglos. Im Jahr 22 schickte er erneut eine Armee nach Shandong. Sie überquerte den Fluss im Winter bei niedrigem Wasserstand, wurde besiegt und ihr General getötet. Damit hatte Wang Mang die östlichen Provinzen verloren.

Die Bauern hatten ihre Stirn zwecks Unterscheidung von den kaiserlichen Soldaten mit waschechter Farbe (Henna oder Safflor) rot bemalt, daher kommt die Bezeichnung Rote Augenbrauen. Ansonsten gab es keine Banner, keine militärischen Eigenarten und keine politischen Programme. Ihre Führer gaben sich einfache Titel. Auch die Disziplin dieser Armee war einfach: Wer jemanden tötete, wurde getötet, wer jemanden verletzte, musste ihn entschädigen. Es gibt auch keinen Beweis dafür, dass die Roten Augenbrauen eine ideologisch motivierte Sekte waren: Ihr einziges Ziel war es, Auswege aus dem Hunger zu finden.

Schließlich wurde die Armee der Roten Augenbrauen so groß, dass sie sich in drei Abteilungen teilte. Eine davon marschierte im Sommer 22 auf Nanyang (im heutigen Henan) und löste unter den Grundbesitzern dieser Region Schrecken aus. Liu Yan alias Liu Bosheng, ein Nachkomme des Gründers der Han-Dynastie in 8. Generation, baute nun eine Armee auf, um Wang Mang wie auch den Roten Augenbrauen entgegentreten zu können. Dabei stützte er sich auf verbündete Kriegsherren wie auch auf andere aufständische Banden.

Liu Bosheng siegte schließlich im Januar oder Februar 23 über die Truppen Wang Mangs, wurde aber nicht zum Kaiser ausgerufen, da seine Verbündeten ihm misstrauten. Stattdessen rief man seinen Cousin Liu Xuan am 7. Juli 23 zum Kaiser einer Han-Dynastie aus, dem Gengshi-Kaiser. Der neue Kaiser besiegte Wang Mangs Armee erneut, diesmal bei Kunyang, und brachte Liu Bosheng anschließend um. Dann marschierte er auf die Hauptstadt Chang'an, so dass die dortigen Einwohner und Machthaber sich gegen Wang Mang wandten und ihn noch vor dem Eintreffen der Han-Armee töteten. Kurz danach fiel auch die zweite Hauptstadt Luoyang.

Machtergreifung der Östlichen Han und Aufstandsende[Bearbeiten]

Der Kaiser Gengshi beging nun drei Fehler:

  1. versäumte er es, eine Vereinbarung mit den Roten Augenbrauen zu treffen, deren Armee am Jahresende 23 schon östlich von Luoyang stand. Er empfing zwar die Führer wie Fan Chong und gab ihnen Titel, aber er integrierte sie nicht, womit die Masse der Bauern unzufrieden war.
  2. entließ er den jüngeren Bruder Liu Boshengs, Liu Xiu aus seiner Umgebung, welcher nun im Norden etwa 13 % der Bevölkerung[1] hinter sich bringen und eine eigene Armee aufstellen konnte.
  3. verlegte er die Hauptstadt nach Chang'an und brachte damit seine Anhänger gegen sich auf, die sich in dem dortigen Talkessel gegen die gefürchteten Roten Augenbrauen in der Falle sitzen sahen.

Kaiser Gengshi kontrollierte so nur noch ungefähr ein Viertel der Bevölkerung, es gab sogar Handgemenge im Palast und seine Anhänger zogen mit ihren Truppen ab. Im Februar oder März 25 setzten die Roten Augenbrauen den Marionettenkaiser Liu Penzi ein, ernannten einige der analphabetischen Anführer sogar zu Ministern und rückten gegen Kaiser Gengshi auf Chang'an vor. Der saß nun im Talkessel tatsächlich in der Falle, wurde gefangen, abgesetzt und schließlich erwürgt (Oktober 25). Die Stadt wurde geplündert, gebrandschatzt und zerstört. Man zerrte sogar die Leiche der ersten Han-Kaiserin Lü Zhi aus ihrem Grab.

Parallel dazu bestieg der jüngere Bruder Liu Boshengs, Liu Xiu, am 5. August 25 den Kaiserthron, als Kaiser Guangwu der Östlichen Han. Er wählte Luoyang zur Hauptstadt und dehnte langsam seinen Machtbereich aus. In Chang'an hatten die Roten Augenbrauen in fehlender Voraussicht keine Vorkehrungen getroffen, so dass sie im Winter unter militärischen Rückschlägen, Frost und Schneesturm litten. Bis März 26 hatten sie die Stadt und Umgebung ausgelaugt und zogen fort. Im Oktober 26 kamen sie nach Chang'an zurück und blieben bis Januar 27 dort. Als dann die kaiserliche Armee kam, waren sie geschwächt und in der gleichen Falle wie zuvor Wang Mang und Liu Xuan und ergaben sich Kaiser Guangwu.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bielenstein: Wang Mang, the restoration of the Han dynasty, and Later Han. In: Denis Twitchett, Michael Loewe (Hrsg.): The Cambridge History of China. Band 1. Cambridge u.a. 1986, S. 223ff. [für den Artikel nicht vollständig ausgewertet]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hans Bielenstein: Wang Mang, the restoration of the Han dynasty, and Later Han. In: Denis Twitchett, Michael Loewe (Hrsg.): The Cambridge History of China. Band 1. Cambridge u.a. 1986, S. 223ff., hier S. 250.