Auggen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Auggen
Auggen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Auggen hervorgehoben
47.7869444444447.5961111111111264Koordinaten: 47° 47′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 14,15 km²
Einwohner: 2634 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79424
Vorwahl: 07631
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 28
79424 Auggen
Webpräsenz: www.auggen.de
Bürgermeister: Fritz Deutschmann
Lage der Gemeinde Auggen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Auggen und das Rheintal
Ehemalige Zeppelin-Wartungshalle, heute Sägehalle und technisches Kulturdenkmal
Evangelische Kreuz-Kirche

Auggen ist eine Gemeinde im südwestlichen Baden-Württemberg, nahe der französischen Grenze. Nachbarstädte und -gemeinden sind u. a. Müllheim, Schliengen und Neuenburg. Die nächsten Großstädte sind Freiburg im Breisgau und Basel.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Auggen gehören das Dorf Auggen, der Weiler Hach, der Zinken Zizingen, die Siedlung Karl Richtberg und der Wohnplatz Schotterwerk. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Au, Geigenhoven, Gutnau und Wegersheim.[2]

Die westlich der Rheintalbahn und südlich der K 4946 gegenüber Müllheims Gewerbegebiet westlich B 3, zwischen Müllheim im Osten und Neuenburg im Westen auf Auggener Gemarkung gelegene Siedlung wurde 1922 vom Neuenburger Unternehmen Gebrüder Himmelsbach gegründet: es brauchte als ehemals weltgrößte Holzkonservierungsfirma einen Ausweich- und Erweiterungsstandort vor allem für die Eisenbahnholzschwellen- und Holzleitungsmasten-Produktion, nachdem am ursprünglichen Standort Güterbahnhof Neuenburg Neubauten entstanden. Als Firmenadresse wurde Neuenburg beibehalten. Der Entwurf für das repräsentative Verwaltungsgebäude und die zugehörige Wohnsiedlung stammt vom Karlsruher Architekten Professor Karl Caesar.[3]

(Karl) Richtberg-Siedlung[Bearbeiten]

Die Sägehalle erhielt 1981 das Prädikat Technisches Kulturdenkmal: sie ist Teil einer ehemaligen Zeppelin-Wartungshalle, welche am ursprünglichen Standort Baden-Baden-Oos versteigert, in Einzelteile zerlegt und auf dem Schienenweg ins Markgräflerland transportiert wurde. Bei Baden-Baden war sie 1910 von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) als Eisenfachwerkhalle westlich des Bahnhofes Baden-Baden-Oos für die Deutsche Luftschifffahrt AG (DELAG) als erste deutsche Luftschiff-Passagierstation errichtet worden. Sie musste 1920 nach dem Ersten Weltkrieg gemäß den Auflagen des Versailler Vertrages von 1919 demontiert werden.

In der Sägehalle wird heute von der Firma Karl Richtberg GmbH & Co. KG eine Holzsägerei betrieben[3]; der Gewerbebetrieb besitzt nach wie vor eine Gleisstrecke zur Eisenbahnstrecke Müllheim-Mulhouse. Die Firma sieht sich aufgrund veränderter Marktbedingungen gezwungen, im dritten Quartal des Jahres 2012 die Sägerei einzustellen und sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, die Herstellung von Holzbahnschwellen. Zwei Drittel der Produktion werden derzeit exportiert.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Auggen wurde erstmals als Anghom im Jahre 752 namentlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Gemeinden im Markgräfler Land. Man geht jedoch davon aus, dass erste Ansiedlungen schon im 1. Jahrhundert nach Christus entstanden. Im Jahr 1036 wird der Ort als Ougheim bezeichnet. 1727 zerstörte ein großer Brand den größten Teil des unteren Dorfes.

Auggen ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler, der Aufgaben der Unteren Verwaltungsbehörde wahrnimmt. Außer Müllheim und Badenweiler sind noch die Gemeinden Sulzburg und Buggingen Mitglieder des Verbands.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1660 1742 1830 1933 1950 1993 2005 2012[5]
Einwohner 630 1139 1232 1215 1531 2081 2457 2544

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

FWG 28,9 % - 7,2 4 Sitze ±0
CDU 33,3 % + 2,2 4 Sitze ±0
FDP/DVP 20,3 % + 1,9 2 Sitze ±0
SPD 17,5 % + 1,1 2 Sitze ±0
Wahlbeteiligung 56,4 % (- 2,9)

Die Differenzen beziehen sich auf die Kommunalwahl 2004.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Neben der Gemeindepartnerschaft ist Auggen mit der Gemeinde Schellerhau im Erzgebirge, Sachsen freundschaftlich verbunden.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Heute lebt das im westlichen Schwarzwald gelegene Dorf vor allem vom Tourismus und Weinanbau: Die Gemeinde Auggen ist insbesondere durch ihre Weinlage Schäf bekannt geworden. Auggener Schäf wird zu den besten Gutedel-Weinen des Markgräfler Landes gerechnet. Die Winzergenossenschaft Auggen baut den größten Teil der Auggener Weine an und ist ein bedeutender lokaler Wirtschaftsfaktor.

Ebenfalls in Auggen angesiedelt sind die Kelterei der Fa. Jacoby-Fruchtsäfte sowie das PEARL Factory-Outlet, der Fabrikverkauf des Versandhauses Pearl Agency (Buggingen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Julius Kibiger (* 1902 in Feldberg; † 1983 in Müllheim), Kunstmaler und -zeichner, gilt als einer der produktivsten Heimatmaler des Markgräflerlandes

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Burg Auggen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 143–144
  3. a b 30 Jahre "Technisches Kulturdenkmal". In: badische-zeitung.de, Lokales, Neuenburg, 30. Dezember 2011 (30. Dezember 2011)
  4. Badische Zeitung, Volker Münch, 8. Juni 2012: Richtberg gibt das Sägewerk auf. In: badische-zeitung.de, Lokales, Auggen, (8. Juni 2012)
  5. Bevölkerungsstand der Gemeinde Auggen. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Abgerufen am 1. September 2012.
  6. Partnerschaft mit Schellerhau. Website der Gemeinde Auggen. Abgerufen am 1. September 2012.

Literatur[Bearbeiten]

  • Antje Gillich: Gigantische Hallen für die „Riesen der Lüfte“ (Teil II). Das bewegte Schicksal der Zeppelinhalle von Baden-Oos. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 43. Jg. 2014, Heft 1, S. 22–25 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Auggen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien