Augsburg-Oberhausen

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Wappen von Augsburg

Oberhausen
Planungsraum von Augsburg

Lage des Planungsraums Oberhausen in Augsburg
Koordinaten 48° 23′ 30″ N, 10° 52′ 40″ O48.39166666666710.877777777778Koordinaten: 48° 23′ 30″ N, 10° 52′ 40″ O
Fläche 7,13 km²
Einwohner 23.944 (12. 31 2008)
Bevölkerungsdichte 3358 Einwohner/km²
Postleitzahlen 86153, 86154
Gliederung
Stadtbezirke
  • 6 Rechts der Wertach
  • 19 Links der Wertach-Süd
  • 20 Links der Wertach-Nord
  • 21 Oberhausen-Süd
  • 22 Oberhausen-Nord

Augsburg-Oberhausen ist ein Stadtteil im Nordwesten von Augsburg mit 23.944 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2008).[1] Er ist der II. Planungsraum der Stadt Augsburg und in fünf Stadtbezirke gegliedert. Der zweitgrößte Fluss Augsburgs, die Wertach, fließt durch Oberhausen. Westlich der Wertach befinden sich die vier Bezirke 19 Links der Wertach-Süd, 20 Links der Wertach-Nord, 21 Oberhausen-Süd und 22 Oberhausen-Nord. Östlich liegt der Bezirk 6 Rechts der Wertach. Er liegt genau zwischen Wertach und Lech, die an seinem nördlichsten Punkt zusammenfließen. Westlich von Oberhausen befinden sich die Stadtteile Kriegshaber und Bärenkeller. Die Südgrenze bilden die Innenstadt und die Eisenbahnlinie. Die Nordgrenze ist zugleich die Stadtgrenze.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Charakterisierung

Krankenhaus Josefinum

Im Vergleich zu den anderen Augsburger Stadtteilen besitzt Oberhausen den größten Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund. Bezogen auf die kleinteiligeren Stadtbezirke ist der Anteil am zweithöchsten.[2] Die verbreitete Meinung, Oberhausen besitze weitgehend türkischstämmige Bürger, kann durch die Einwohnerstatistik widerlegt werden. Vielmehr ist dieser Stadtteil multikulturell geprägt. Nach dem Komponisten Werner Egk, der in Augsburg-Oberhausen aufwuchs, ist eine Grundschule benannt.

Städtebaulich prägend sind Arbeiterquartiere, die mit der industriellen Revolution entstanden sind. Insgesamt vermittelt Oberhausen jedoch sehr verschiedene Eindrücke. Geht man nördlich oder südlich der Ulmer Straße (um die Branderstraße bzw. den Hettenbach) spazieren, fühlt man sich in eine vergangene beschauliche kleinbürgerliche Zeit zurückversetzt. Dieser Teil von Oberhausen wird auch Hettenbachviertel nach dem gleichnamigen Bach genannt. Geht man wenige hundert Meter an die Donauwörther Straße nahe der Wertachbrücke weiter, könnte man meinen, sich im Ruhrgebiet zu befinden. Der stillgelegte Gaskessel, in dem heute gelegentlich Kulturveranstaltungen stattfinden, ist weithin sichtbar. Auch im Norden gibt es diese abrupten Wechsel. Nördlich und westlich des Eschenhofs befindet sich ein Gewerbegebiet mit Wohnungseinsprengseln. Dagegen ist, weniger als 100 Meter entfernt, an der Schönbachstraße eine reine Gartensiedlung.

In Oberhausen befinden sich viele Imbissbuden mit Heimservice und einfache Kneipen. Beim Oberhauser Bahnhof gibt es ein gutbürgerliches Brauhaus, an der Dieselbrücke ein gehobenes italienisches Restaurant.

[Bearbeiten] Geschichte

Ehemaliges Wappen des Marktes Oberhausen

Obwohl Oberhausen von den Alemannen im 8. oder 9. Jahrhundert gegründet wurde, befand sich an dieser Stelle bereits um 15 v. Chr. ein römisches Militärlager. Die erste urkundliche Erwähnung fand im Jahr 1150 statt. Aufgrund seiner Nähe zur Augsburger Innenstadt wurde das Dorf Oberhausen im Mittelalter häufig von Feinden überfallen. In diesem Zusammenhang ist besonders der Dreißigjährige Krieg zu nennen.

Mit den Anfängen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich Oberhausen in einen Industriearbeitervorort. Der damit verbundene Einwohneranstieg machte den Bau verschiedener sozialer Einrichtungen notwendig. Neben dem Bau von Schulen und Gotteshäusern wurde im Jahre 1902 das Josefinum eingeweiht. Dieses Krankenhaus existiert bis heute und zählt zu den großen deutschen Geburtskliniken und Kinderkrankenhäusern.

Durch die hohen Bau- und Unterhaltskosten der neuen öffentlichen Gebäude und der Kanalisation sah sich der Markt Oberhausen gezwungen seine Selbstständigkeit aufzugeben. Am 1. Januar 1911 wurde Oberhausen in die Stadt Augsburg eingegliedert.[3]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Vereine

  • BC Augsburg-Oberhausen e. V.
  • Boxsportclub Bayern 02 e.V.
  • FC Augsburg (Oberhausen ist der Sitz des FC Augsburg. Hier befinden sich die Geschäftsstelle und das Trainingsgelände.)
  • Freiwillige Feuerwehr Oberhausen - Augsburg e.V.
  • Schützengesellschaft "Adler" Augsburg-Oberhausen e. V.
  • TSV 1871 Augsburg e.V.

In Oberhausen haben sich viele landsmannschaftliche Vereine gegründet (z.B.)

  • Aramäischer Kulturverein
  • Chin-Gemeinde
  • Deutsch-Mazedonischer Kulturverein
  • Deutsch-Thailändische Gesellschaft
  • Italienischer Familienverein e.V.
  • Mesopotamien-Verein Augsburg e.V.

Ebenso gibt es Sportvereine verschiedener Kulturen

  • Hellas Augsburg e.V.
  • Mesopotamien
  • SOV Aramäer
  • TJK Nizam-i Alem e.V.

Geschichtliche Vereine von Oberhausen

Da Oberhausen durch den hohen Ausländeranteil gleichzeitig auch ein Stadtviertel mit vielen Familien und einem sehr niedrigen Durchschnittsalter ist, existiert auch ein Jugendhaus (H2O Jugendhaus).

In diesem Stadtteil befindet sich auch eine von sieben Freiwilligen Feuerwehren der Stadt.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Scheiben- und Teleskopgasbehälter im Gaswerk Augsburg

Neben einer Vielzahl von Klein- und Familienbetrieben sind in Oberhausen verschiedene große Betriebe und Unternehmen ansässig. Besonders die hohe Zahl an Beschäftigten im Bereich der Mechatronik verleiht Oberhausen einen hohen Stellenwert in der industriellen Produktion in Augsburg.

Zu den industriellen Unternehmen zählen beispielsweise manroland und MAN Diesel & Turbo sowie WashTec und Göppel Fahrzeugbau. Im Bereich von Einzelhandelsunternehmen sind Media Markt und Baumarktketten wie Max Bahr vorhanden.

[Bearbeiten] Industrie und Gewerbeunternehmen

  • August Wessel Schuhfabrik (heute Labor Dr. Schottdorf, Syscomp)
  • Containerbahnhof
  • Deuter AG
  • Baywa
  • Kunz Schrotthandel
  • Sailer Mineralölhandel GmbH

[Bearbeiten] Ehemalige Industrie und Gewerbeunternehmen

[Bearbeiten] Verkehr

Die Hauptverkehrsachsen sind die Donauwörther Straße in Nord-Süd-Richtung und die Ulmer Straße in Ost-West-Richtung.

Oberhausen besitzt mit dem Bahnhof Augsburg-Oberhausen einen wichtigen Verknüpfungspunkt zwischen Regional- und Stadtverkehr - die meisten Regionalzüge, die Augsburg nach Norden oder Westen verlassen, halten in Augsburg-Oberhausen. Mit den AVG-Straßenbahnlinien 2 und 4 sowie zahlreichen AVV-Regionalbussen ist Oberhausen sehr gut erreichbar.

[Bearbeiten] Literatur

  • Marianne Schuber: Geschichten aus dem alten Oberhausen. context verlag Augsburg, Augsburg 2011, ISBN 978-3-939645-41-2.
  • Marianne Schuber: Oberhauser Chronik. Selbstverlag, Augsburg 1986.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Augsburg Statistik interaktiv
  2. Oberhausen - Augsburgs vielkultureller Stadtteil
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 600.

[Bearbeiten] Weblinks


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