Augsburg-Universitätsviertel

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Wappen von Augsburg
Universitätsviertel
Planungsraum (XVII) von Augsburg
Lage des Planungsraums Universitätsviertel in Augsburg
Koordinaten 48° 18′ 30″ N, 10° 54′ 15″ O48.30833333333310.904166666667Koordinaten: 48° 18′ 30″ N, 10° 54′ 15″ O
Fläche 4,0019 km²
Einwohner 10.805 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte 2700 Einwohner/km²
Postleitzahl 86159
Gliederung
Stadtbezirke
  • 32 Universitätsviertel
Quelle: Fläche[1] Einwohnerzahl[2]


Das Universitätsviertel ist der 32. Stadtbezirk von Augsburg und wird als Planungsraum XVII bezeichnet. Er liegt südlich von der Innenstadt und besitzt ca. 10.824 Einwohner (Stand 1. Januar 2007). Der Ausländeranteil beträgt 13,1 % und liegt damit unter dem städtischen Durchschnitt (Anteil 16,7 %). Wichtigste Institution im Viertel ist die namensgebende Augsburger Universität, welche sich seit 1974 dort befindet. Zuvor erstreckte sich auf dem weitläufigen Gelände der Alte Flugplatz. Daher tragen viele Straße im Viertel den Namen bekannter Piloten und Flugpioniere.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Universitätsviertel zählt zu den jüngeren Augsburger Stadtbezirken und wurde zunächst als Werksflugplatz genutzt. Für die Bayerische Rumpler-Werke AG, einer Tochterfirma der Berliner Rumpler Flugzeugwerke GmbH, entstanden 1916 drei Fabrikationshallen nebst Flugfeld auf dem Gelände. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem Gelände ziviler Flugverkehr abgewickelt. Das Unternehmen Rumpler Luftverkehr transportierte Passagiere und Postsäcke auf der innerdeutschen Strecke Augsburg–München–Fürth/Nürnberg–Leipzig–Berlin hin und zurück. Die 1923 gegründete Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW, ab 1938: Messerschmitt AG) erwarb Ende Juli 1926 die Hallen der früheren Rumpler-Werke. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Gebiet um den Flugplatz ein bedeutender Rüstungsstandort, sodass es im Krieg zu großen Flächenbombardements kam.

Der Alte Flugplatz war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Werksflugplatz der BFW/ Messerschmitt AG und wurde anschließend durch die US-Streitkräfte genutzt. Ab 1955 bis 1968 diente das Flugfeld dann als Regionalflughafen für die zivile Luftfahrt. 1968 wurde der Flughafen dann aufgelassen und eine Wohnbebauung geplant. Noch heute kann man am Rand der Gewerbegebiete Reste von Rollfeldern ausfindig machen.

Universität[Bearbeiten]

Campus der Universität Augsburg

Siehe Hauptartikel: Universität Augsburg

Die Augsburger Universität wurde im Jahre 1970 gegründet und ging aus der zwischen 1551 und 1802 in Dillingen bestehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule der Augsburger Bischöfe und der Pädagogischen Hochschule der Ludwig-Maximilians-Universität München hervor. Das Universitätsgelände befand sich zunächst in Lechhausen bzw. im Hochfeld an der Memminger Straße. Seit 1974 wurde im Süden der Stadt auf dem Gelände des Alten Flugplatzes ein weitläufiger Campus errichtet, der bis heute zu einem eigenen Stadtteil gewachsen ist. Mittlerweile befindet sich nur noch ein geringer Teil der Hochschule gemeinsam mit dem Betriebswirtschaftlichen Fachbereich der Fachhochschule im Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in Lechhausen. Sie ist neben Bremen die einzige deutsche Universität, deren Gelände von einer Straßenbahn durchquert wird und die eine eigene Haltestelle hat.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Katholische Kirche „Zum guten Hirten”
  • Evangelische Kirche „Stephanus”
  • Hagia Sophia im Haus Edith Stein, Katholische Hochschulgemeinde
  • Baptistengemeinde

Einrichtungen[Bearbeiten]

Landesamt für Umwelt[Bearbeiten]

Das Landesamt für Umwelt hat seit September 1999 seinen Hauptsitz in einem Neubau im Universitätsviertel. Das Gebäude und die Außenanlagen wurden nach neuesten ökologischen Erkenntnissen geplant, die tatsächliche Ausgestaltung ist jedoch umstritten.

Bukowina-Institut[Bearbeiten]

Das Bukowina-Institut befindet sich unweit des Neuen Campus' der Universität. Die kurze Distanz soll den Austausch und die Kommunikation mit den Wissenschaftlern und Studenten der Hochschule erleichtern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Grünsteudel, Günter Hägele, Rudolf Frankenberger (Hrsg.): Augsburger Stadtlexikon. 2. Auflage. Perlach, Augsburg 1998, ISBN 3-922769-28-4, (online)
  • Wolfgang Bublies, Edgar Mathe: Mit der Augsburger Localbahn durch die Industriegeschichte. 2. Auflage. Settele, Augsburg-Haunstetten 1996, S. 89ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flächenbenutzungsplan Augsburg Neubekanntmachung. In: augsburg.de. 2009, abgerufen am 10. April 2012 (PDF).
  2. Statistik Augsburg interaktiv. In: .augsburg.de. 31. Dezember 2011, abgerufen am 10. April 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Augsburg-Universitätsviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien