Augsburg Airways

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Augsburg Airways
Logo der Augsburg Airways
Bombardier Dash 8Q-400 der Augsburg Airways
IATA-Code: IQ
ICAO-Code: AUB
Rufzeichen: AUGSBURG AIR
Gründung: 1980 als Interot Airways
Betrieb eingestellt: 2013
Sitz: Hallbergmoos,
DeutschlandDeutschland Deutschland
Heimatflughafen: Flughafen München
Unternehmensform: GmbH
Leitung: Bernadette Rampl (CEO)

Harald Poeschke

Mitarbeiterzahl: 459
Fluggastaufkommen: 1.120.000 (2009)
Flottenstärke: 15
Ziele: National und kontinental
Augsburg Airways hat den Betrieb 2013 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Augsburg Airways war eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Hallbergmoos und Basis auf dem Flughafen München. Sie führte bis einschließlich 26. Oktober 2013 unter der Marke Lufthansa Regional Flüge im Auftrag der Lufthansa sowie eigene Charterflüge durch.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Augsburg Airways Logo.svg
Augsburg Airways.svg
Ehemalige Logos der Augsburg Airways

Gegründet wurde die Fluggesellschaft 1981. Damals war sie als Bedarfsfluggesellschaft für den Werkflugverkehr des Papierherstellers Haindl unter dem Namen "Interot Airservice" in Augsburg tätig. Es ging darum, firmeninterne Flugverbindungen zwischen Augsburg und Düsseldorf zu haben. Die Augsburger Unternehmerfamilie Haindl bestimmte noch bis 2004 die Geschicke der Fluggesellschaft.

1986 folgte ein erster wichtiger Schritt von der Bedarfsfluggesellschaft zu einer Regionalfluglinie, denn in diesem Jahr nahm die Interot Airservice mit einer Beechcraft King Air 200 den regelmäßigen Flugbetrieb zwischen Augsburg und Düsseldorf auf. 1989 erteilte das Bundesministerium für Verkehr dem Augsburger Unternehmen die Anerkennung als Regionalfluggesellschaft. Interot Airservice flog jetzt von Augsburg aus täglich im Linienflugverkehr nach Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Berlin-Tempelhof. Zum Einsatz kamen neun- und 19-sitzige Maschinen vom Typ Beechcraft.

Auf der Strecke Augsburg - Berlin setzt die Luftlinie 1990 zum ersten Mal eine Turboprop-Maschine vom Typ Dash 8-100 des kanadischen Herstellers Bombardier ein. Neue Verbindungen folgen: 1992 kamen Dresden und Leipzig hinzu, 1994 folgte eine erste ausländische Linienverbindung nach Florenz. 1995 wird die Interot offiziell Mitglied der IATA (International Air Transport Association), der Flughafen Augsburg erhielt den 3-Letter-Code AGB und wurde unter dem Metropolitan-Code MUC für München gelistet.

Kooperation mit Lufthansa[Bearbeiten]

Eine ehemalige Bombardier Dash 8Q-100 der Augsburg Airways im Einsatz für das damalige Team Lufthansa
Der Sitz von Augsburg Airways in Hallbergmoos bei München

Im Jahr darauf gibt sich die Regionalfluglinie mit "Augsburg Airways" einen neuen Namen und zum Winterflugplan 1996/97 wurde die Linie Mitglied des "Teams Lufthansa". 1997 nimmt die Lufthansa Augsburg Airways in das Vielflieger-Bonusprogramm "Miles & More" auf. Augsburg-Airways flog jetzt außerdem drei Mal täglich von Augsburg nach Frankfurt und nahm den Streckendienst München - Paderborn auf.

Die Ausweitung der Linienflüge führt zwischen 1997 und 1999 zu einer Aufstockung der Flotte von vier auf zwölf Dash 8-Turboprop-Maschinen und zur Bestellung größerer Flugzeuge vom Typ Dash 8-Q400. Im Jahr 2000 beförderte die Regionalfluggesellschaft fast eine Million Passagiere (972.228). Damit waren die Entwicklungsmöglichkeiten am Flughafen Augsburg erschöpft, weshalb man einen Umzug nach München ins Auge fasste.

Vor der Umsetzung dieses Plans hatte Augsburg Airways jedoch noch eine turbulente Phase zu überstehen, denn mitte Mai 2001 verkaufte die Familie Haindl ihren Papierkonzern an den finnischen Mitbewerber UPM-Kymmene. Die Familie Haindl behielt damals die Fluggesellschaft, doch geriet die Airline 2002 in eine wirtschaftliche Krise, weshalb man das Personal um ein Viertel verringerte, vier der 16 Maschinen verleaste, Flugverbindungen strich und den Geschäftsführer auswechselte. In der Folge erholte sich das Unternehmen, weil man damals den eigenen Flugbetrieb in Augsburg einstellte und München zum neuen Heimatflughafen der Firma bestimmt wurde, um das Unternehmen weiter entwickeln zu können.

2003 begann Augsburg Airways im Auftrag der Lufthansa unter LH-Flugnummern zu fliegen. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren Eigentümerwechseln. 2004 kaufte Gerd Brandecker, Gesellschafter der Cirrus Gruppe, Augsburg Airways. Cirrus Airlines und Augsburg Airways operierten aber weiterhin vollkommen unabhängig voneinander. 2007 kam es zur Mehrheitsbeteiligung der ATON GmbH mit dem Hauptgesellschafter Dr. Lutz Helmig an der Cirrus Gruppe und Augsburg Airways. Schon ein Jahr später wurde die ATON GmbH alleiniger Gesellschafter von Augsburg Airways. 2009 setzte man eine Dash 8-Q400 für Brussels Airlines von Hannover nach Brüssel ein und musterte die Dash 8-Q300 aus, weil sie nicht mehr der Flottenpolitik der Lufthansa entsprachen. 2010 flog Augsburg Airways fünf Regionaljets des Typs Embraer 195, eine Embraer 190 und neun Dash 8-Q400. In den folgenden Jahren modernisierte man die Flotte kontinuierlich.

Nachdem die Lufthansa ihre Zusammenarbeit mit Augsburg Airways gekündigt hatte, schloss die Airline im Februar 2013 mit der Swiss Air ein Wetlease-Abkommen für eine Strecke zwischen Deutschland und der Schweiz. Ab April 2013 stationierte Augsburg Airways eine Bombardier Q400 in Nürnberg, um viermal am Tag nach Zürich zu fliegen.

Einstellung des Betriebs[Bearbeiten]

Am 26. Oktober 2012 gab die Lufthansa bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Augsburg Airways per Winterflugplan 2013 mit Wirkung zum 27. Oktober 2013 gekündigt wurde.[1]

Ohne diesen Hauptauftrag, für den fast die gesamte Flotte eingesetzt wurde, stellte Augsburg Airways den Flugbetrieb zum 31. Oktober 2013 ein. Die acht Bombardier- und zwei Embraer-Maschinen im Besitz der Gesellschaft stehen zum Verkauf[2], die fünf Embraer 195 wurden zu Lufthansa CityLine transferiert.[3] Für die Mitarbeiter, die teils schon neue Anstellungen gefunden hätten, wurde eine Abfindungsregelung vereinbart.[4]

Am 26. Oktober wurde Augsburg Airways nach dem letzten Linienflug auf dem Flughafen München von den Mitarbeitern verabschiedet. Am 28. Oktober wurde die Bombardier-Flotte und ein Embraer nach Maastricht überführt und zum Abschied wurde in München noch ein Formationsüberflug einer Dash-8Q400 und der Embraer 190 durchgeführt.[5]

Darauffolgend wurde am 30. Dezember 2013 das Liquidationsverfahren eröffnet und die Gesellschaft aufgelöst.[6]

Flugziele[Bearbeiten]

Zuletzt wurden von Augsburg Airways vom Flughafen München aus für Lufthansa Regional 36 innerdeutsche und europäische Destinationen, darunter Paris, Warschau, Amsterdam, Tirana, Pula, Brüssel, Turin und Bremen bedient. Zudem wurden auch Charterflüge unter eigenem Namen angeboten. Im Sommerflugplan 2013 setzte Augsburg Airways außerdem eine Maschine im Wetlease für Swiss ein.[7]

Flotte[Bearbeiten]

Eine Embraer 190 der Augsburg Airways in eigener Lackierung
Eine Embraer 195 der Augsburg Airways in Lufthansa Regional-Lackierung

Mit Stand Oktober 2013 bestand die Flotte der Augsburg Airways aus 15 Flugzeugen[3] mit einem Durchschnittsalter von 7,7 Jahren[8]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[9]
Bombardier Dash 8Q-400 08 7 betrieben für Lufthansa Regional, 1 verleast an Swiss 76
Embraer 190 02 100
Embraer 195 05 betrieben für Lufthansa Regional; wurden an Lufthansa CityLine übergeben[3] 116
Gesamt 15 -

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Augsburg Airways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.33148711.736998Koordinaten: 48° 19′ 53″ N, 11° 44′ 13″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulf Brychcy: Lufthansa kündigt Augsburg AirVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter. Artikel auf ftd.de vom 28. Oktober 2012. Abgerufen am 28. Oktober 2012
  2. falko-news.de - FALKO AS EXCLUSIVE REMARKETING AGENT OFFERS FOR SALE OR LEASE (englisch) abgerufen am 2. Oktober 2013
  3. a b c ch-aviation.ch - Augsburg Airways (englisch) abgerufen am 1. April 2013
  4. austrianaviation.net - Bei Augsburg Airways tickt die Uhr 7. Oktober 2013
  5. aero.de - Bei Augsburg Airways gehen die Lichter aus 31. Oktober 2013
  6. [1] Auszug aus dem Handelsregister vom 03.01.2014
  7. austrianaviation.net - Augsburg Airways fliegt im Wetlease für Swiss 13. Februar 2013
  8. airfleets.net - Fleet age Augsburg Airways (englisch) abgerufen am 1. April 2013
  9. augsburgair.de - Flotte abgerufen am 23. Januar 2012