August Belmont

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August Belmont

August Belmont (* 8. Dezember 1813[1] in Alzey; † 24. November 1890 in New York City) war ein deutsch-amerikanischer Bankier und Politiker.

Biografie[Bearbeiten]

August Belmont wurde als Sohn von Simon und Frederika Schönberg geb. Elsass geboren. Er entstammte einer jüdischen Familie, als er sieben Jahre alt war starb seine Mutter. Kurz darauf zog er nach Frankfurt am Main um, wo er bei seinem Onkel und seiner Großmutter lebte. Ihre Schwägerin war mit einem Sohn von Mayer Amschel Rothschild verheiratet. Über diese Verbindung erhielt der 14-jährige August Belmont eine Anstellung beim renommierten Frankfurter Bankhaus Rothschild. Er stieg bis 1832 vom einfachen Gehilfen zum Handlungsbevollmächtigten auf und tätigte Geschäfte in Neapel, Paris und Rom.

1837 wurde er nach Havanna geschickt, um die dortige Rothschild-Filiale zu leiten. Er reiste über New York City, wo kurz vor seiner Ankunft eine schwere Wirtschaftskrise ausbrach. Er beschloss, in New York zu bleiben, änderte seinen Nachnamen in "Belmont" und gründete sein eigenes Unternehmen, die August Belmont & Company. Er übernahm zu günstigen Konditionen zahlreiche in Konkurs gegangene Unternehmen und auch die dortige Rothschild-Niederlassung.

Belmont erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft und wurde 1844 zum Generalkonsul Österreichs in New York ernannt. Aus Protest gegen die seiner Auffassung nach grausame Politik Österreichs gegenüber Ungarn trat er 1850 von diesem Amt zurück. Am 7. November 1849 heiratete er Caroline Slidell Perry, die Tochter des Marineoffiziers Matthew Calbraith Perry. Ihr Onkel, der Abgeordnete John Slidell, brachte Belmont dazu, sich für die Demokratische Partei einzusetzen und die Nominierung von James Buchanan als Präsidentschaftskandidat finanziell zu unterstützen. Nachdem dann jedoch Franklin Pierce als Kandidat nominiert worden war, wechselte Belmont das Lager.

Nachdem Pierce die Präsidentschaftswahl 1852 gewonnen hatte, ernannte er Belmont zum Chargé d'affaires der USA in Den Haag, zum Dank für den großzügigen finanziellen Beitrag während des Wahlkampfs. Belmont strebte das Amt des Botschafters in Spanien an, doch Pierces Nachfolger James Buchanan verweigerte dies. Belmont nahm 1860 als Delegierter an der Democratic National Convention teil, bei der er den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Stephen A. Douglas unterstützte.

Im gleichen Jahr wurde er in Baltimore zum Vorsitzenden des Democratic National Committee gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1872 inne. Belmont war während des Sezessionskriegs ein glühender Verfechter der Interessen der Unionisten und übte starken Einfluss auf die Kaufleute und Finanziers aus dem Vereinigten Königreich und Frankreich aus. Belmont starb 1890 im Alter von 76 Jahren.

Nachwirkung[Bearbeiten]

In seinem Todesjahr erschien unter dem Titel Letters, Speeches and Addresses of August Belmont eine Zusammenstellung seiner Briefe und Reden. Nach Belmont, der ein begeisterter Sportanhänger war, ist das renommierte Pferderennen Belmont Stakes benannt. Ebenfalls nach ihm benannt wurde 1859 die Kleinstadt Belmont in New Hampshire − eine Ehre, die er sein ganzes Leben lang nie anerkennen wollte. Die Figur des Julius Beaufort im Roman Zeit der Unschuld von Edith Wharton soll August Belmont nachempfunden sein.

Seine Söhne Perry (1851–1947), August jr. (1853–1924) und Oliver (1858–1908) waren ebenfalls prominente Personen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

August Belmont wurde 1813 in Alzey geboren (Geburtsregister Alzey), 1. Kind von Simon Belmont (1789-1859) und Friederike Elsass, seine Schwester Elisabeth (Babett) heiratete Stephan Feist, Koblenz, der dann den Namen Belmont übernahm (Feist-Belmont).

Literatur[Bearbeiten]

  • Irving Katz: August Belmont, a Political Biography. Columbia University Press, New York City 1968. ISBN 0-23103-112-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einige Quellen nennen 1816 als Geburtsjahr.

Weblinks[Bearbeiten]