August Daniel von Binzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
August von Binzer

August Freiherr von Binzer (* 30. Mai 1793 in Kiel; † 20. März 1868 in Neisse, Schlesien) war ein deutscher Dichter, Journalist und Urburschenschafter.

Leben[Bearbeiten]

Binzer studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Jena. Dort schloss er sich der Urburschenschaft an. Er nahm am Wartburgfest von 1817 teil.

Bekannt wurde er durch zwei seiner Lieder, Stoßt an! (1817) und Wir hatten gebauet ein stattliches Haus (1819). Das zweite Lied entstand zur Auflösung der Jenaer Burschenschaft und enthält die Zeile „Das Band ist zerschnitten/ War Roth Schwarz und Gold“, in der erstmals die drei Farben der Burschenschaft schriftlich festgehalten wurden. Letzteres Lied wurde viel später (1881) von Johannes Brahms als Trompeten-Thema in seiner Akademischen Festouvertüre verewigt.

Als Journalist und Schriftsteller lebte und arbeitete v. Binzer in vielen deutschen Städten, unter anderem in Altenburg, Glücksburg (Ostsee), Flensburg, Leipzig, Köln und Augsburg. Er schrieb für Zeitungen, redigierte Enzyklopädien und veröffentlichte Erzählungen und Novellen.

Verheiratet war v. Binzer seit 1822 mit der Schriftstellerin Emilie Henriette Adelheid von Gerschau, die ihn um 21 Jahre überlebte. Seine letzten Jahre verbrachte er in Linz und in der Steiermark.

Werke[Bearbeiten]

Binzer im Stammbuch der Urburschenschaft
Gedenktafel in Linz

Erzählungen und Novellen[Bearbeiten]

  • Die Brüder.
  • Leonore. Die Auswanderer.
  • Schicksale der Fürstin Petrowna. Joanna.

Herausgeber[Bearbeiten]

  • Benjamin Franklin: Leben und Schriften.
  • Peter von Gerschau: Aus dem Leben des Freiherrn Heinrich Ludwig von Nicolay, weiland kaiserlich russischen Geheimraths.
  • Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek: Über die neuerlichen Aufregungen in den Herzogthümern Schleswig und Holstein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Constantin von Wurzbach: Binzer, August von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 22. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1870, S. 484 (Digitalisat).
  • Rochus von LiliencronBinzer, August Daniel Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 653.
  • Siegfried Krebs: August Daniel von Binzer oder das Ende der Romantik. Ein Roman. Fischer, Berlin 1912.
  • Kurt Stephenson: Charakterköpfe der Studentenmusik. August Daniel von Binzer – Justus Wilhelm Lyra. In: Paul Wentzcke (Hg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im 19. und 20. Jahrhundert. Winter, Heidelberg 1965, Bd. 6, S. 11–64.
  • Kurt Stephenson: August Daniel von Binzer. Das Demagogenschicksal eines Unpolitischen. In: Paul Wentzcke (Hrsg.): Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im 19. und 20. Jahrhundert. Winter, Heidelberg 1965, Bd. 5, S. 128–182.
  • Günter Steiger: „War Roth Schwarz und Gold ...“. Ein Essay zur Geschichte der Jenaer Burschenschaft von 1815 bis 1819. Jena 1986.
  • Peter Kaupp: Der Sänger der Urburschenschaft. August Daniel von Binzer (1793–1868). SK Studenten Kurier 1/2014 (Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte), S. 6–7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: August Daniel von Binzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: August Daniel von Binzer – Quellen und Volltexte