August Schmidt (Gewerkschafter)

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August Schmidt (* 8. Mai 1878 in Dortmund-Oespel; † 7. Juni 1965 in Dortmund) war Mitbegründer der IG Bergbau und Energie und ihr erster Vorsitzender.

Leben[Bearbeiten]

August Schmidt wurde in Oespel, einem Vorort Dortmunds, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er auf der Zeche Germania in Dortmund-Marten zu arbeiten und war 17 Jahre als Bergmann tätig. 1902 trat er in die SPD ein und war seit 1903 Mitglied des Gemeinderates von Dortmund-Oespel. Von 1909 bis 1933 übernahm er leitende Funktionen im freigewerkschaftlichen Verband der Bergarbeiter Deutschlands, bei dem er 1909 Bezirksleiter in Essen war. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär eingezogen und wurde nach einer Verwundung bereits 1914 wieder entlassen.

Schmidt wurde 1918 Mitglied des Gesamtvorstandes und 1928 zweiter Vorsitzender der freigewerkschaftlichen Bergarbeitergewerkschaft. Er war auch Mitarbeiter der Hauptverwaltung der Gewerkschaft mit Sitz in Bochum. Außerdem gehörte er dem Internationalen Arbeitsamt Genf an. Daneben war er seit 1922 Mitglied des Reichswirtschaftsrates.

Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und der Zerschlagung der Gewerkschaften wurde Schmidt entlassen. Vorübergehend wurde er in „Schutzhaft“ genommen. Zwischen 1934 und 1938 betrieb er eine Brotverkaufsstelle in Dortmund-Barop. Danach war er Knappschaftsrentner.

Bereits im Mai 1945 fanden unter seiner maßgeblichen Beteiligung erste Gespräche zur Wiedergründung freier Gewerkschaften in Dortmund statt. Schmidt war zwischen März 1946 und Dezember 1946 Vorsitzender der provisorischen Ruhrgebietsleitung der Gewerkschaften. Er begründete am 8./9. Dezember 1946 den Industrieverband IV Bergbau britische Zone mit, aus der später die IG Bergbau hervorging. Er war bis November 1948 Vorsitzender der Organisation und danach März 1949 in der Bizone. Er war auch 1947 bis 1949 Mitglied im Zonenvorstand des DGB für die britische Zone. In den Jahren nach 1947 gehörte er auch der Deutschen Kohlenbergbauleitung an.

Zwischen März 1949 und Juli 1953 war Schmidt Vorsitzender der IG Bergbau mit einer Mitgliederzahl von 650.000 im Jahr 1953. Danach war er bis zu seinem Tod Ehrenvorsitzender der Organisation. Außerdem war er von 1949 bis 1953 Beisitzer im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand.

Nach ihm benannt ist die August-Schmidt-Stiftung. Diese kümmert sich um die Kinder tödlich verunglückter Bergleute und erhielt im Jahr 1974 eine einmalige Geldspende in Höhe von 150.000 DM von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen[1], die auf diese Weise post mortem Schmidts Engagement würdigte. Schmidt erhielt 1953 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Im Jahr 1957 erhielt er den Freiherr vom Stein Preis und wurde 1958 Ehrensenator der TU Berlin sowie Ehrenbürger der Stadt Dortmund. Er starb 1965 in Dortmund.

Schriften[Bearbeiten]

  • Abgebaut. Lebensbild in zwei Akten. Leipzig: Arbeiter-Theaterverlag Jahn, 1929.
  • Im Schatten der grauen Berge. Ein Bergmannsroman von der Saar. Saarbrücken: Malstatt-Burbacher Handelsdr., 1948.
  • Lang war der Weg. Bochum: Verlag der Gesellsch. der IG Bergbau, 1958.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Haunfelder: Nordrhein-Westfalen. Land und Leute 1946-2006. Ein biographisches Handbuch. Münster, 2006 S. 413.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. 1228. Kabinettsitzung am 12. November 1974 (http://protokolle.archive.nrw.de/)