August von Dönhoff

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August von Dönhoff als Bonner Preuße

August Karl Graf von Dönhoff-Friedrichstein (* 26. Januar 1845 in Frankfurt am Main; † 9. September 1920 auf Schloss Friedrichstein) war ein preußischer Adliger und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

August von Dönhoff entstammte dem ostpreußischen Zweig der Dönhoffs. Sein Vater war der Diplomat und preußische Außenminister August Heinrich Hermann von Dönhoff, seine Mutter Pauline, geborene Gräfin von Lehndorff. August wuchs auf dem Familienschloss Friedrichstein unweit von Königsberg in Ostpreußen auf und ging in Königsberg auf das Kneiphöffsche Gymnasium. Im Anschluss studierte er Jura an der Bonner Universität. Dort wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn. Als preußischer Major nahm er im Alter von 21 Jahren am Deutschen Krieg von 1866 teil. Von 1868 bis 1870 war er Referendar am preußischen Kammergericht und diente dann im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erneut als Major. Wie sein Vater schlug auch August von Dönhoff die diplomatische Laufbahn ein und wirkte als Gesandtschaftssekretär im Rang eines Legationsrates für das Kaiserreich in Paris, Wien, London, Sankt Petersburg und Washington. Seine diplomatischen Ämter legte er nieder, als er nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1874 dessen erblichen Sitz im Preußischen Herrenhaus übernahm. Bei der Reichstagswahl 1881 zog er als Vertreter der Deutschkonservativen in den deutschen Reichstag ein.[1] Diesem gehörte er bis 1903 an und vertrat dabei die Interessen des ostelbischen Adels und Großgrundbesitzes. 1906 wurde er preußischer Landhofmeister. 1917 gehörte August von Dönhoff zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Vaterlandspartei, die für eine Durchhaltepolitik und einen Siegfrieden im Ersten Weltkrieg eintrat. Dönhoff starb 75-jährig auf Schloss Friedrichstein.

Familie[Bearbeiten]

1896 heiratete August von Dönhoff in Karwitz die 24 Jahre jüngere Maria von Lepel (1869–1940), mit der er acht Kinder hatte:

  • Wilhelm (geb./gest. 1897)
  • Christa (1898–1924), verh. 1922 mit Bruno Freiherrn von Dellingshausen
  • Heinrich Botho Eugen von Dönhoff (1899–1942), verh. 1938 mit Dorothea Gräfin von Hatzfeldt-Wildenburg
  • Yvonne Franziska Ilda (1901–1991), verh. 1919 mit Alexander von Kuenheim
  • Dietrich Wilfried Georg Karl (1902–1991), verh. 1933 mit Karin („Sissi“) Gräfin von Lehndorff
  • Christoph August Bernhard (1906–1992), verh. 1931 mit Vera Burkart
  • Maria Elisabeth Helene Freda (1908–1965), geb. mit dem Down-Syndrom, gest. in Bethel
  • Marion Hedda Ilse von Dönhoff (1909–2002)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Specht und Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 3

Literatur[Bearbeiten]

  • Kilian Heck und Christian Thielemann (Hrsg.): Friedrichstein. Das Schloß der Grafen von Dönhoff in Ostpreußen. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2006, ISBN 3-422-06593-8
  • Marion Gräfin Dönhoff: Namen, die keiner mehr nennt. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-62477-3
  • Dirk Hainbuch und Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Kassel University Press, Kassel, 2010, S. 34; ISBN print 978-3-86219-038-6, ISBN online 978-3-86219-039-3 (Online, PDF; 2,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]