August von Voit
August von Voit (* 17. Februar 1801 in Wassertrüdingen; † 12. Dezember 1870 in München; vollständiger Name: Richard Jakob August von Voit) war ein deutscher Architekt. Er war der Sohn des Architekten Johann Michael Voit.
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Leben [Bearbeiten]
Voit stammt aus Wassertrüdingen, im heutigen Landkreis Ansbach, Mittelfranken. Er studierte ab 1822 an der Akademie der bildenden Künste in München bei Friedrich von Gärtner Architektur und bildete sich in Italien und Frankreich weiter. 1840 wurde er Gärtners Nachfolger auf dessen Lehrstuhl, den er bis 1847 innehatte. Nach dem Tod Gärtners wechselte Oberbaurat Voit 1847 als Chef der Obersten Baubehörde in die Staatsbauverwaltung. August von Voit wandte in seinen Bauten mit Vorliebe den romanischen Stil an, den er nordgermanischen und italienischen Mustern nachbildete.
Bauten (Auswahl) [Bearbeiten]
Eine umfangreiche Werksammlung sowie zugehörige Pläne von August von Voit können beim Architekturmuseum der TU München eingesehen werden.
- Innenausstattung der klassizistischen Protestantischen Pfarrkirche in Rinnthal (1831-1834)
- Protestantische Kirche (1839-1840) in Billigheim-Ingenheim - Mühlhofen
- Evangelische Pfarrkirche (1843-46, zusammen mit F. Jodl) in Albersweiler, Am Kanal 2
- Fruchthalle (1843-1846) in Kaiserslautern
- Katholische Pfarrkirche St. Stephan (1843-46, zusammen mit F. Jodl) in Albersweiler, Kirchstraße 24
- Wiederaufbau des Hambacher Schloss (1844-1846) zur „Maxburg“ als einem „pfälzischen Hohenschwangau“ für den späteren König Maximilian II.; die Arbeiten wurden nicht beendet
- Neue Pinakothek (1846-1853) in München
- Glasmalereigebäude (1846-1853) an der Luisenstraße in München
- Rathaus (1851) von Annweiler am Trifels
- Wintergarten (1852-1853) für Maximilian II. auf der Münchner Residenz
- Chemisches Laboratorium (1852-1855) für Justus von Liebig in München
- Glaspalast (1853-1854), nach dem Vorbild des Londoner Kristallpalastes) für die erste allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung 1854 in München
- Glaspalast-Brunnen (1854), für den Glaspalast entworfen, heute auf dem Weißenburger Platz in München-Haidhausen
- Lutherkirche (1858-1864) in Ludwigshafen am Rhein
- Gartengestaltung, Gartenhäuser und Gewächshäuser (1860-1867) für den Botanischen Garten in München
- Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1865-1869) in Weißenhorn
Synagogenbauten [Bearbeiten]
1832/1833 ließ die jüdische Gemeinde in Rülzheim die neue Rülzheimer Synagoge durch August von Voit erbauen. Voit hat auch die Pläne der Ingenheimer Synagoge und der Synagogen in Herxheim, Kallstadt, Kirchheimbolanden und Speyer entworfen.
Literatur [Bearbeiten]
- Hyacinth Holland: Voit, Richard Jakob August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 220–222.
- Hans-Jürgen Kotzur: Forschungen zum Leben und Werk des Architekten August von Voit. Dissertation. Universität Heidelberg 1978.
- Nikolaus Gerhart, Walter Grasskamp, Florian Matzner (Hrsg.): „Architektur im Kreis der Künste – 200 Jahre Kunstakademie München“ (PDF; 6,7 MB). Festschrift „200 Jahre Kunstakademie München“. Verlag Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4205-1.
- „Glaspalast, München“, Historisches Lexikon Bayerns.
Weblinks [Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Voit, August von |
| ALTERNATIVNAMEN | Voit, Richard Jakob August von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1801 |
| GEBURTSORT | Wassertrüdingen |
| STERBEDATUM | 12. Dezember 1870 |
| STERBEORT | München |