Augusto Gansser

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Augusto Gansser (1936)

Augusto Gansser (* 28. Oktober 1910 in Mailand, Italien; † 9. Januar 2012 in Massagno, Schweiz), war ein Schweizer Geologe, der seine beinahe 80-jährige Forschungstätigkeit in Wort, Skizzen und Fotografien umfangreich dokumentiert hat.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und erste Expeditionen[Bearbeiten]

Augusto Gansser wurde als ältester Sohn von Auslandschweizern in Mailand geboren und besuchte Schulen in Lugano und Trogen. Ab 1929 studierte er Geologie an der Universität Zürich. Die erste Expedition führte ihn 1934 mit dem dänischen Forscher Lauge Koch auf dem Segeldampfer Gustav Holm an die Ostküste Grönlands.

Kurz vor der Promotion begab er sich mit Arnold Heim auf die erste Schweizer Himalaya-Expedition, die acht Monate dauerte. Dabei entdeckte Gansser die geologische Nahtstelle zwischen der Indischen und der Eurasischen Platte am Fuss des Kailash und war der erste Geologe, der diesen heiligen Berg in Tibet erforschte. Da das Betreten Tibets damals für Ausländer verboten war, unternahm Gansser die Umrundung des Kailash von indischem Boden aus als buddhistischer Pilger verkleidet.

Forschungs- und Lehrtätigkeit[Bearbeiten]

Nach der Rückkehr heiratete Augusto Gansser die Luganeserin Linda Biaggi, genannt «Toti». Aus der Ehe gingen zwei Söhne und vier Töchter hervor.

Die Familie lebte zuerst von 1938 bis 1946 in Kolumbien, dann bis 1949 auf der Insel Trinidad, beide Male im Auftrag des Erdölkonzerns Shell. Als Chefgeologe der staatlichen iranischen Ölgesellschaft National Iranian Oil Company suchte Gansser zwischen 1950 und 1957, zur Zeit des Schah Mohammad Reza Pahlavi, nach Öl.

1958 folgte die Berufung als Professor für Geologie an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) und die Universität Zürich. Gansser leitete die Abteilung für Geologie an der ETH. Daneben setzte er seine Forschungen in Ladakh, Nepal, Bhutan, der kanadischen Arktis, dem Ural, Afghanistan, Patagonien und der Antarktis fort. Besonders ergiebig waren fünf Expeditionen nach Bhutan zwischen 1963 und 1977. Gansser erforschte dabei die nördlichen Hochgebirge an der Grenze zu Tibet und war der Erste, der das isolierte Königreich kartographierte.

Nach der Emeritierung[Bearbeiten]

Nachdem Gansser 1977 seine Lehrtätigkeit beendete, bereiste er weiterhin die Welt und publizierte umfangreich. 1980 und 1985 lud ihn der chinesische Machthaber Deng Xiaoping zu Expeditionen durch Tibet ein.

Sein Alterswohnsitz befand sich ob Lugano, wo er nach dem Tod seiner an Alzheimer-Demenz erkrankten Frau Linda im Jahr 2000 allein lebte.

2008 hat seine älteste Tochter, die Fotografin Ursula Markus, eine Biografie (mit Texten von Ursula Eichenberger) herausgegeben, in welcher besonders Schwarz-Weiss-Fotos und Skizzen von seinen Forschungsreisen abgebildet sind.

Mitgliedschaften und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Thron der Götter: Erlebnisse der ersten Schweizer Himalaja-Expedition (mit Arnold Heim), Zürich: Morgarten-Verlag 1938.
  • Geology of the Himalayas, London/New York/Sydney: Wiley Interscience 1964.
  • Verborgene Schätze in Bhutan (mit Ursula Markus und Blanche Olschak), Bern: Hallwag 1969.
  • Geology of Bhutan Himalaya, Basel/Boston/Stuttgart: Birkhäuser 1983. ISBN 3-7643-1371-4
  • Bhutan: Königreich im Himalaja (mit Ursula Markus und Blanche Olschak), Freiburg im Breisgau: Atlantis 1983. ISBN 3-7611-0652-1
  • Schalensteine: prähistorische Kult-Objekte, München: Verlag Dr. Christian Müller-Straten 1999. ISBN 978-3-932704-66-6
  • Ursula Eichenberger (Text), Ursula Markus (Hrsg.): Augusto Gansser. Aus dem Leben eines Welt-Erkunders, Zürich: AS Verlag 2008. ISBN 978-3-909111-58-9

Weblinks[Bearbeiten]