Auleben

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51.42694444444410.929722222222170Koordinaten: 51° 25′ 37″ N, 10° 55′ 47″ O

Auleben
Landgemeinde Heringen/Helme
Wappen von Auleben
Höhe: 170 m ü. NN
Fläche: 19,45 km²
Einwohner: 1025 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Dezember 2010
Postleitzahl: 99765
Vorwahl: 036333
Auleben (Thüringen)
Auleben

Lage von Auleben in Thüringen

Auleben ist ein Ortsteil der Landgemeinde Heringen/Helme im thüringischen Landkreis Nordhausen.

Lage[Bearbeiten]

Auleben befindet sich östlich der Stadt Nordhausen in der Goldenen Aue an dem Fuß der Nordabdachung der Windleite westlich der Talsperre Kelbra. Die Landesstraße 2079 erfasst das Dorf verkehrsmäßig.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche in Auleben
Humboldt-Schloss Auleben

Auleben liegt in der Goldenen Aue und gehörte früher zum Kreis Sangerhausen des 1816 gebildeten Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen und zuvor zum schwarzburg-stolbergischen Amt Heringen.

Urkundlich wurde Auleben 802–817 erstmals erwähnt.[1] Seit 1216 sind Adlige nach dem Ort benannt, die aber bereits ab dem 1300 Jahrhundert nicht mehr im Ort nachgewiesen sind. Eine wallartige Erhebung von zwölf Meter Durchmesser weist auf eine ehemalige Burgmotte hin. Neben diesem Gelände steht das schlichte Humboldtsche Schloss, das 1600 auf einem Vorgängerbau errichtet wurde.[2]

An den Hängen oberhalb des Dorfes befindet sich ein Feld von bronze- und jungsteinzeitlichen Grabhügeln, die auf eine lange Siedlungsgeschichte hinweisen. Dieses Gräberfeld besitzt eine Sonderstellung wegen seiner Ausdehnung und Belegungsdauer in Thüringen.[3] Funde belegen bronzezeitlichen Salzhandel mit Handelskontakten bis ins heutige Niedersachsen.

Im Ort, der von fruchtbaren Böden umgeben ist, existierten seit dem Mittelalter fünf Rittergüter.

Ein im Ort als das Humboldt-Schloss bekanntes Landgut war im Besitz der vermögenden Familie von Dacheröden und wurde durch einen Pächter Kleemann bewirtschaftet. Wilhelm von Humboldt hatte 1791 Caroline von Dacheröden, Tochter des Erfurter Stadthauptmanns, geehelicht und lebte mit dieser bis März 1793 völlig zurückgezogen in diesem Gutshaus in Auleben in einer Art selbstgewähltem Exil. Für die junge Familie, die in den Städten Berlin und Erfurt aufgewachsen waren, bildete das Landleben einen starken Kontrast und besonders Karoline fügte sich nur schwer in die biedere Gesellschaft der Landadeligen ein.[4]

Eines der bedeutendsten dieser Güter besaß bis 1574 Hans Stockhausen. Dann übernahmen Vertreter der Familie Bila dieses Gut und unterteilten es in einen Ober- und einen Unterhof. Am 30. Juni 1813 erfolgte der Verkauf an Johann August Fleck, einen Kaufmann und Tabakfabrikanten in Nordhausen, der das Gut jedoch nur bis zum 24. März 1814 besaß und es an Christoph Gottfried Schneidewind, der schwarzburgischer Kommissionsrat in Heringen war, weiterverkaufte. Als Schneidewind Anfang 1819 oder kurz davor starb, verwaltete seine Erbengemeinschaft das Gut. Die Erben verkauften das Rittergut am 6. Januar 1844 an Friedrich August Karl Stockmann, Justizkommissar, später Rechtsanwalt in Nordhausen. Am 24. April 1846 erfolgte die Ablösung der Lehnspflicht von preußischer Seite, die andere Hälfte des Besitzes war ein Lehen der Grafen zu Stolberg. Stockmanns Nachlass wurde 1878 reguliert und die Familie von Eberstein gelangte in den Besitz des Gutes, die es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts besaß und dann an die Familie von Schlotheim verkaufte.

Ein weiteres Rittergut in Auleben war die Abgunst im Besitz der Familie von Rüxleben.

Zum 1. Dezember 2010 schlossen sich die Stadt Heringen/Helme sowie die Gemeinden Auleben, Hamma, Uthleben und Windehausen zur Landgemeinde Heringen/Helme zusammen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Geographin Gudrun Höhl wurde 2008 zur Ehrenbürgerin von Auleben ernannt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auleben ist verschwistert mit den Orten

Am 19. November 1993 wurde im Humboldschen Schloss der Förderverein Europadorf Auleben gegründet. Die Vorbereitung der 1175-Jahr-Feier war ein erster Höhepunkt des Vereins, der sich nun um Kunst und Kultur, Landschafts- und Denkmalschutz in der Region bemüht.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dorfclub Auleben (Hrsg.): Festschrift zur 1150-Jahr-Feier in Auleben (819-1969). Auleben 1969, S. 56.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Auleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer bis 1300 Verlag Rockstuhl Bad Langensalza 2001 S. 13 ISBN 3-934748-58-9
  2. Thomas Bienert Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000 S. 175 ISBN 3-86134-631-1
  3. Michael Köhler: Heidnische Heilgtümer Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 234
  4.  Elfriede Losche: Wilhelm von Humboldt in Auleben. In: Meyenburg-Museum Nordhausen (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 11, Nordhausen 1986, S. 63–72.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. Neue Nordhäuser Zeitung 27.März 2008
  7.  N.N.: 1175-Jahrfeier im Europa-Dorf Auleben. In: Heimatbund Thüringen (Hrsg.): Heimat Thüringen. Heft 1, Elgersburg 1994, S. 48.