Aulhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.9947222222227.8944444444444222Koordinaten: 49° 59′ 41″ N, 7° 53′ 40″ O

Aulhausen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Aulhausen
Höhe: 222 m ü. NN
Einwohner: 1192 (30. Jun. 2007)
Eingemeindung: 1. Oktober 1970
Eingemeindet nach: Aßmannshausen
Postleitzahl: 65385
Vorwahl: 06722

Aulhausen ist ein Stadtteil von Rüdesheim am Rhein im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen und ein Wein- und Lufterholungsort mit etwa 1200 Einwohnern.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Aulhausen liegt im Tal des Eichbachs oberhalb von Assmannshausen, etwa zwei Kilometer vom Rhein entfernt. Von Rüdesheim ist es durch den Niederwald getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Aulhausen entstand als Rodungssiedlung im erzbischöflichen Kammerforst. Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Husun erfolgt in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Ruthard von Mainz aus dem Jahre 1108. Die Schreibweise Ulenhausen ist seit 1210 bezeugt. Das vorangestellte Unterscheidungsmerkmal in dem sonst häufigen Ortsnamen Hausen weist auf das Töpfergewerbe hin (lat. olla = Topf). Hier siedelten sich Handwerker an, die im Bereich der örtlichen Lehmgruben Krüge und Schalen töpferten.

Seit 1189 ist das Kloster Marienhausen der Zisterzienserinnen bekannt mit der Ersterwähnung als cella sororum Clarevallensis ordinis in loco, qui Hvsen dicitur.

Friedhof und Pfarrkirche in Aulhausen

Die Gemeinde Aulhausen ist religiös katholisch geprägt. Die Pfarrkirche St. Petronilla gehört der eigenständigen Pfarrgemeinde Aulhausen.

Am 1. Oktober 1970 schloss sich die Gemeinde Aulhausen mit dem benachbarten Aßmannshausen (ab dem 16. Dezember 1970 amtlich Assmannshausen) zusammen. Am 1. Januar 1977 wurde diese Gemeinde im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Rüdesheim am Rhein eingegliedert.[1] Dort wurden die beiden Ortsteile Aulhausen und Assmannshausen gebildet. Aulhausen feierte im Jahr 2008 ihre 900-Jahr Feier.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Aulhausen wird von Assmannshausen her durch die Landesstraße L 3034 für den Straßenverkehr erschlossen. Die Straße wendet sich im Ortskern scharf nach Südwesten zu einer Schleife durch den Niederwald in Richtung Jagdschloss Niederwald, Niederwalddenkmal und Ebental, um dann steil hinab zur Kernstadt Rüdesheim zu führen. Am Ebental zweigt die Landesstraße L 3454 nach Norden ab und führt knapp östlich von Aulhausen nach Presberg. Die Anbindung des Ortes an die L 3454 erfolgt durch die kurze Kreisstraße K 624.

Die Landwirtschaft und der Weinbau beherrschten vom Ende des 19. bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts den Ortscharakter. Heute ist das St. Vincenzstift der bei weitem größte Arbeitgeber im Ort.

Das St.-Vincenz-Stift ist eine überregional bekannte Einrichtung. Die Betreuung und Förderung behinderter Kinder zeichnet diese in Aulhausen liegende Einrichtung aus.

Von Aulhausen gibt es eine große Anzahl von Wanderwegen in alle Richtungen. Einige führen in das Rheintal hinein, andere nach Norden kilometerweit durch den Kammerforst bis nach Lorch, Presberg oder Stephanshausen. Direkt vor der Haustür im Süden liegt der Landschaftspark Niederwald und das Ebental, die einen hervorragenden Blick über den unteren Rheingau bis nach Rheinhessen bieten. Viele Wege abseits überlaufener Tourismusschwerpunkte sind auch für eine Tour mit dem Mountainbike geeignet.

Seit 1989 finden jährlich im Oktober die Aufführungen des örtlichen Theaters statt. Anfangs hieß die Gruppe nur "Theatergruppe Aulhausen", aber seit 2013 trägt sie den Titel "Aulhauser Kulttheater". 2014 feiert das Ensemble ihr 25-Jähriges Bestehen mit sechs Vorstellungen an zwei Wochenenden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375 und 376.

Weblinks[Bearbeiten]