Auma Obama

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auma Obama (2012)

Rita[1] Auma Obama (* 1960 in Nairobi) ist eine kenianische Germanistin, Soziologin, Journalistin und Autorin. Sie ist die ältere Halbschwester des US-Präsidenten Barack Obama.

Leben[Bearbeiten]

Auma Obama wurde als Tochter des Regierungsbeamten Barack Obama sen. (1936–1982) und der Hausfrau Kezia Obama geboren. Sie hat zehn Geschwister und Halbgeschwister, da ihr Vater mit drei Frauen elf Kinder hatte.[2] Ihre Schulausbildung erhielt Auma Obama auf einem Mädcheninternat in Nairobi. Sie lebte zuerst bei ihrer Mutter und den Großeltern väterlicherseits, später zog sie zu ihrem Vater und einer amerikanischen Stiefmutter.

Aufgrund ihrer Faszination für deutsche Autoren wie Heinrich Böll und Wolfgang Borchert, deren Werke sie auf Englisch las, begann sie 1980 mit Hilfe eines Stipendiums des DAAD ein Studium der Germanistik und Soziologie in Deutschland. Ihr Studium führte sie nach Saarbrücken, Heidelberg und Berlin, wo sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie eingeschrieben war. 1996 wurde sie in Bayreuth promoviert.[3] In ihrer Doktorarbeit verglich sie die Konzeption von Arbeit und der Haltung zur Arbeit in Deutschland und Kenia. Anschließend war sie für die Friedrich-Ebert-Stiftung in der Erwachsenenbildung tätig. Thematisch beschäftigt sie sich – auch als freie Journalistin – mit Afrika und dem Afrika-Bild der Deutschen. Sie schreibt Drehbücher und macht Filme.[4]

1996 heiratete Obama den Briten Ian Manners; mit ihm hat sie eine Tochter. Die Ehe wurde nach kurzer Zeit geschieden. In Großbritannien leistete sie soziale Arbeit mit Jugendlichen. Zurzeit lebt sie mit ihrem Lebensgefährten in Kenia. Dort ist Auma Obama für die Hilfsorganisation CARE International tätig. Zu ihren Aufgaben gehört die Koordination der Initiative „Sports for social Change“ und Teilprojekte davon wie z. B. „Box-Girls“, einer Initiative zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen. Seit Juli 2010 ist sie Mitglied im Stiftungsrat der Jacobs Foundation.

Mit Auftritten im deutschen Fernsehen wie etwa bei Beckmann (2008 und 2010), in der NDR Talk Show (2010), bei Maybrit Illner (2011) und durch Zeitungsinterviews wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Im Herbst 2010 veröffentlichte Obama ihre Autobiografie Das Leben kommt immer dazwischen. Stationen einer Reise, ausschließlich in deutscher Sprache.

Der Werdegang Auma Obamas wurde 2011 von ihrer früheren Studienkollegin, der Regisseurin Branwen Okpako, in einem Dokumentarfilm mit dem Titel Die Geschichte der Auma Obama verarbeitet. Darin geht es unter anderem um ihre Beziehung zu ihrem Vater und zu ihrem Halbbruder Barack Obama sowie ihre Ausbildung in Deutschland.[5] Die deutsche TV-Erstausstrahlung erfolgte am 7. Februar 2012 im ZDF.

Auma Obama ist Initiatorin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sauti Kuu. Sauti Kuu ist Kiswahili und bedeutet im deutschen »Starke Stimmen«. Die Stiftung verfolgt das Ziel, Kindern in Afrika die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Leben selbst zu bestimmen.[6]

Beziehung zu Barack Obama[Bearbeiten]

Auma Obama hatte erstmals im Jahr 1984 – also im Alter von 24 Jahren – Kontakt zu ihrem Halbbruder Barack Obama, der damals als Sozialarbeiter in Chicago arbeitete. Er schrieb ihr einen Brief nach Heidelberg, ihrem damaligen Studienort. Im selben Jahr besuchte sie ihn in den USA. Über seine erste Begegnung im Jahr 1984 mit seiner älteren (Halb)schwester – in afrikanischen Familien kennt man keine Unterscheidung zwischen Geschwistern und Halbgeschwistern – schrieb Barack 1995 in seinem Buch Dreams from My Father:

„Mir war, als hätte jemand meine Welt auf den Kopf gestellt, als wäre ich aufgewacht und eine blaue Sonne stünde an einem gelben Himmel oder als hörte ich Tiere wie Menschen sprechen.“[7]

Beide reisten später gemeinsam durch Kenia und arbeiteten ihre Familiengeschichte auf. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2008 gehörte Auma Obama zum Wahlkampfteam ihres Halbbruders und fungierte als Kontaktperson zu den Unterstützern.

Autobiografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auma Obama: Das Leben kommt immer dazwischen. Stationen einer Reise. Lübbe, Köln 2010, S. 105
  2. Die große Schwester; General-Anzeiger Bonn, Boulevard-WE-Beilage, Seite 72, 27./28. November 2010
  3. Literatur van Auma Obama in der Deutschen Nationalbibliographie[1]
  4. Sister Africa, ZDF aspekte, 24. September 2010
  5. Familie kann einem viel abverlangen; Besprechung des dt. Dokumentar-Films Die Geschichte der Auma Obama
  6. Sauti Kuu Foundation - Über uns
  7. Barack litt unter den Ängsten des Außenseiters; Welt Online, 18. Oktober 2010