Aurubis
| Aurubis AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0006766504 |
| Gründung | 1866 (als Norddeutsche Affinerie) |
| Sitz | Hamburg, Deutschland |
|
|
| Mitarbeiter | 6372 (30. September 2012)[1] |
| Umsatz | 13,8 Mrd. EUR (2011/12)[1] |
| Gewinn | 363 Mio. EUR (2011/12)[1] |
| Bilanzsumme | 4,89 Mrd. EUR (30. September 2012)[1] |
| Branche | Rohstoffe |
| Website | www.aurubis.com |
Die börsennotierte Aurubis AG (ehemals Norddeutsche Affinerie AG) ist der zweitgrößte Produzent von Kupfer weltweit und der weltgrößte Kupferrecycler. Nach Übernahme des belgischen Kupferproduzenten Cumerio durch die Norddeutsche Affinerie AG zum 18. Februar 2008 firmiert das Unternehmen seit 1. April 2009 als Aurubis AG.
Aurubis produziert jährlich über eine Million Tonnen Kupferkathoden und daraus diverse Kupferprodukte und beschäftigt rund 6.300 Mitarbeiter (Stand: September 2011).
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Aurubis ging aus mehreren Zusammenschlüssen anderer Unternehmen hervor. Der früheste bekannte Vorläufer ist die Firma Beit, Marcus und Salomon, Gold- und Silberscheider, welche 1783 zum ersten Mal im Hamburger Kaufmannsalmanach benannt wurde. Dieses Unternehmen verhüttete zunächst Münzen und Edelmetall-Legierungen. Im Laufe der Zeit verschob sich die Produktion jedoch in Richtung der Verhüttung von Erzen. Nachdem die Hamburger Reeder ab ca. 1830 begannen, auf den Rückfahrten ihrer Auswandererschiffe von Nord- oder Südamerika Kupfererz mitzubringen, ergab sich ein lukrativer Markt. Dies führte im Jahr 1846 zum Zusammenschluss der Reederei Joh. Ces. Godeffroy & Sohn unter Johan Cesar VI. Godeffroy und der Beit, Marcus und Salomon, Gold- und Silberscheider unter Ferdinand Beit (1817–1870) – einem BASF-Mitbegründer und Onkel von Alfred Beit – zum Elbkupferwerk, welches Kupfererze verarbeitete, die eigene und fremde Schiffe aus Südamerika, hauptsächlich aus Chile, im Hamburger Hafen anlandeten.[2]
Der Konjunkturaufschwung führte 1856 zur Gründung der Elbhütten Affinier- und Handelsgesellschaft, wobei das Elbkupferwerk und das Beit‘sche Stammwerk, ein Unternehmen von Marcus Solomon Beit[3], zusammengeführt wurden. Diese produzierte ca. 3000 Tonnen Kupfer pro Jahr. Nachdem die Norddeutsche Bank das Beit‘sche Stammwerk übernommen hatte, gründete Sie am 28. April 1866 die Norddeutsche Affinerie AG.
Seit 1910 produziert die Norddeutsche Affinerie Kupfer auf der Peute, dem Industriegebiet im Hamburger Stadtteil Veddel. Ihre Produktionsanlagen nehmen einen Großteil des dortigen Industriegebietes ein.
Bis zum 18. Februar 2008 hatte die Norddeutsche Affinerie nach einer langen Auseinandersetzung mit A-TEC Industries über 91 % des belgischen Kupferbearbeiters Cumerio übernommen. Am 15. April 2008 wurde durch einen Squeeze-out die Komplettübernahme von Cumerio vollzogen.[4]
Am 26. Februar 2009 beschloss die Hauptversammlung der Norddeutschen Affinerie AG mit Wirkung vom 1. April 2009 die Umbenennung der Gesellschaft in Aurubis AG.
Aktivitäten[Bearbeiten]
Das Kerngeschäft ist die Kupferraffination zur Gewinnung von Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und Recyclingstoffen. Daran schließt sich die Weiterverarbeitung zu Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten und Kupferlegierungen an.
Edelmetalle sind ebenfalls ein wichtiger Produktbereich von Aurubis. Als weitere Spezialprodukte erzeugt und vermarktet der Aurubis-Konzern alle wichtigen Begleitelemente aus der Kupfererzeugung. Daraus werden unter anderem Schwefelsäure und Eisensilikatgestein hergestellt.
Zu den Kunden zählen Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer für die Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.
Das Unternehmen wurde 2010 in das Lexikon der deutschen Weltmarktführer aufgenommen.[5]
Aktionärsstruktur[Bearbeiten]
Die Aktie der Aurubis AG gehört dem Prime-Standard-Segment der Deutschen Börse an und ist im MDAX, dem Europäischen Stoxx 600 und dem Global Challenges Index (GCX) gelistet.
Aktionärsstruktur (Basis 29. August 2011):
- ~ 25 % Salzgitter AG
- ~ 30 % Private Anleger
- ~ 45 % Andere Institutionelle Anleger
Umweltschutz[Bearbeiten]
Aurubis gilt als der stärkste Schwermetallemittent im norddeutschen Raum.
1985 kam es in Hamburg zum Arsenskandal, als bekannt wurde, dass sich im Osten Hamburgs, besonders in den landwirtschaftlich genutzten Bereichen, Schwermetalle in den Böden angereichert hatten. Zum Skandal wurde es durch die Verheimlichung durch die Hamburger Behörden. Die Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften zeigte mit eigenen Wasser- und Bodenproben, dass sich Arsen, Cadmium, Kupfer, Zink und andere Schwermetalle im Hafenschlick vor dem Werk stark angereichert hatten und noch 2005 aus Rissen und Spalten der Kaianlage in die Elbe gelangten. Auch wurden besonders Arsen und Cadmium in den Abwassereinleitungen und in der Abluft der Essen nachgewiesen[6][7][8][9].
Im Anschluss an den Skandal schloss Aurubis mit der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt auf freiwilliger Basis fünf Verträge zur Verbesserung des Umweltschutzes und zur Steigerung der Energieeffizienz. Im Februar 2011 wurde eine sechste Emissionsminderungsvereinbarung zwischen Aurubis und der Stadt Hamburg geschlossen. Diese 6. Emissionsminderungsvereinbarung umfasst Umweltschutzmaßnahmen mit Investitionen von insgesamt rund 20 Millionen Euro und hat eine Laufzeit bis 2016.
Beteiligungen[Bearbeiten]
Stand 2010:
- Agropolychim AD, Devnya (1 %)
- Aurubis Belgium nv/sa, Brüssel (100 %)
- Aurubis Bulgaria AD, Pirdop (99,77 %)
- Aurubis Engineering EAD, Sofia (100 %)
- Aurubis Italia Srl, Avellino (100 %)
- Aurubis Slovakia s.r.o., Dolny Kubin (100 %)
- Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg (100 %)
- Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg (100 %)
- Aurubis Switzerland SA, Yverdon-les-Bains (100 %)
- Aurubis U.K. Ltd., Smethwick (100 %)
- CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin (100 %)
- CIS Solartechnik GmbH & Co. KG, Bremerhaven (50 %)
- C.M.R. International N.V., Antwerpen (50 %)
- Cumerio Austria GmbH, Wien (100 %)
- Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich am Rhein (60 %)
- E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg (70 %)
- Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg (100 %)
- JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben (33 %)
- Peute Baustoff GmbH, Hamburg (100 %)
- PHG Peute Hafen- und Industriebetriebsgesellschaft mbH, Hamburg (7 %)
- Retorte do Brasil LTDA, Joinville (51 %)
- RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach (100 %)
- Schwermetall Halbzeugwerk GmbH, Stolberg (50 %)
- Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg (50 %)
- VisioNA GmbH, Hamburg (50 %)
Stand 2008/2009:
- Berliner Kupfer-Raffinerie GmbH i. L., Hamburg, Deutschland (100 %)
- CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin, Deutschland (100 %)
- CIS Solartechnik GmbH & Co. KG, Bremerhaven, Deutschland (50 %)
- C.M.R. International N. V., Antwerpen, Belgien (50 %)
- Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich am Rhein, Deutschland (60 %)
- EIP Metals Ltd., Smethwick, Vereinigtes Königreich (100 %)
- E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg, Deutschland (70 %)
- Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg, Deutschland (100 %)
- ehem. Hüttenwerke Kayser Heute „Aurubis Lünen“ GmbH, Lünen, Deutschland (100 %)
- JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben (33 %)
- Peute Baustoff GmbH, Hamburg, Deutschland (100 %)
- PHG Peute Hafen- und Industriebetriebsgesellschaft mbH, Hamburg, Deutschland (7 %)
- Prymetall GmbH & Co. KG, Stolberg (Rhld.), Deutschland (100 %)
- RETORTE Ulrich Scharrer GmbH, Röthenbach an der Pegnitz (100 %)
- Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg (Rhld.), Deutschland (50 %)
- VisioNA GmbH, Hamburg, Deutschland (50 %)
Organe der Aurubis[Bearbeiten]
Vorstand[Bearbeiten]
- Peter Willbrandt (Vorsitz seit 1. Januar 2012, Mitglied seit 19. April 2008)
- Stefan Boel (seit 19. April 2008)
- Erwin Faust (seit 1. Oktober 2008)
- Michael Landau (seit 1. Juni 1999)
Aufsichtsrat[Bearbeiten]
- Heinz Jörg Fuhrmann (seit 5. Januar 2009, Vorsitz seit 1. Oktober 2011)
- Jan Eulen (seit 3. März 2011)
- Hans-Jürgen Grundmann
- Peter von Foerster
- Rainer Grohe
- Renate Hold (seit 29. Februar 2008)
- Wolfgang Leese (seit 1. Oktober 2009)
- Thomas Schultek (seit 29. Februar 2008)
- Rolf Schwertz
- Fritz Vahrenholt
- Helmut Wirtz
- Ernst J. Wortberg
Ehemalige Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Bernd Drouven, Vorstandsvorsitzender von 16. Januar 2008 bis 1. Januar 2012, Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2006
- Joachim Faubel, Aufsichtsratsmitglied von 1. Juli 2006 bis 29. Februar 2008
- Ulf Gänger, Aufsichtsratsmitglied bis 31. Dezember 2008
- Jürgen Haußelt, Aufsichtsratsmitglied bis 29. Februar 2008
- Gerd Körner, Aufsichtsratsmitglied bis 29. Februar 2008
- Günther Kroll, Aufsichtsratsmitglied bis 30. Juni 2006
- Bernd Langner, Vorstandsmitglied bis 31. Dezember 2008
- Thomas Leysen, Aufsichtsratsmitglied von 29. Februar 2008 bis 30. September 2009
- Werner Marnette, Vorstandsvorsitzender bis 9. November 2007
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b c d Aurubis AG: Geschäftsbericht 2011/12. Abgerufen am 4. Januar 2013 (PDF; 4,1 MB).
- ↑ Eric Zinnow: Die BeitChronik, Würzburg 1995, Handschrift Staatsarchiv Hamburg
- ↑ Norddeutsche Affinerie AG Von der Peute in alle Welt, Handelskammer Hamburg, abgerufen am 6. Januar 2012
- ↑ Cumerio verlässt die Börse, Manager Magazin vom 15. April 2008
- ↑ Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2
- ↑ Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften, Wasser in Hamburg – Giftig Salzig Dreckig Stinkig, Hamburg, 1981
- ↑ Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften, Wasser in Hamburg 2, Hamburg, 1983
- ↑ Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften: Glänzende Geschäfte, Umwelt hin – Geld her, Hamburg, 1985
- ↑ Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften: Wasser in Hamburg 3, Hamburg, 1988
53.51861111111110.040833333333Koordinaten: 53° 31′ 7″ N, 10° 2′ 27″ O
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(Stand: 18. März 2013)