Ausseerland

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Ausseerland
Blick vom Loser südwärts auf die Talweite des Auseerlands, vorn Altaussee, links hinten Bad Aussee

Blick vom Loser südwärts auf die Talweite des Auseerlands, vorn Altaussee, links hinten Bad Aussee

Lage Steirisches Salzkammergut
Gebirge Dachsteingebirge / Totes Gebirge
Geographische Lage 47° 37′ 53,5″ N, 13° 47′ 48,7″ O47.63152113.796874Koordinaten: 47° 37′ 53,5″ N, 13° 47′ 48,7″ O
Ausseerland (Steiermark)
Ausseerland
Typ Inneralpines Becken (Ausseer Becken)
Gestein Kalke
Länge 30 km
Gewässer Altausseer See, Augstsee, Dreibrüdersee, Elmsee, Grundlsee, Kammersee, Lahngangseen, Ostersee, Sommersbergsee, Toplitzsee, Traun, Wildensee
Nutzung bewohnt
Besonderheiten teils UNESCO-Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut

Das Ausseerland (auch Ausseer Land und Region Bad Aussee), ist eine Kleinregion im Steirischen Salzkammergut im Nordwesten der Steiermark im Grenzgebiet zu Oberösterreich. Geprägt wird es von zahlreichen Seen und den umliegenden Bergmassiven der Kalkalpen, Dachsteinmassiv, Sarsteinstock, Sandling und Totem Gebirge.

Geographie[Bearbeiten]

Raumgliederung[Bearbeiten]

Als Ausseerland wird das Gebiet der drei Gemeinden Bad Aussee, Altaussee und Grundlsee in der Obersteiermark, an den westlichen Ausläufern des Toten Gebirges bezeichnet. Das Ausseerland ist eine eigenständige Region mit ihren kulturellen Eigenheiten. Die drei Gemeinden liegen in einem Talkessel, dem Ausseer Becken, das westlich vom Pötschenpass, südlich vom Koppenpass, östlich vom Radlingpass und Rötelstein und nördlich vom Toten Gebirge begrenzt ist.[1]

Weit verbreitet ist auch die Ausdehnung des Begriffes „Ausseerland“ auf die drei Gemeinden Pichl-Kainisch, Tauplitz und Bad Mitterndorf, welche aber nicht im Ausseerland, sondern im Hinterberger Tal liegen: Gemeinsam mit dem Hinterberg bildet das Ausseerland das Steirische Salzkammergut.

Das Zentrum des Ausseerlandes ist die Stadtgemeinde Bad Aussee. Der Luftkurort Altaussee ist bekannt für seine Zweitwohnsitze von Prominenten aus dem In- und Ausland. In der Gemeinde liegen der Altausseer See und der Ausseer Hausberg Loser. Größter Betrieb Altaussees ist das Salzbergwerk am Sandling. Die dörfliche Gemeinde Grundlsee liegt am 5,7 km langen Grundlsee und ist in erster Linie im Sommer gut frequentiert.

Seen im Ausseerland[Bearbeiten]

Das Ausseerland ist, wie das gesamte Salzkammergut, besonders wegen seiner Seen bekannt. Es ist die Seenlandschaft des nordöstlichen Traunquellgebiets. Wirtschaftlich wie auch kulturell bilden die Seen und ihr Fließgewässer die Basis der Kleinregion, als wichtige Verkehrsroute, in Fischerei und historisch Holztrift für die Salinen, heute im Tourismus.

Das Quellgebiet der Traun, dem Hauptfluss des Salzkammerguts, ist umfangreich, und erstreckt sich vom Südende des Hallstätter Sees (mit ergiebigen Karstquellen) über den Quellfluss Kainischtraun im Süden an der Ostflanke des Dachsteins bis hin zu Altausseer Traun und Grundlseer Traun. Letztere beide entspringen den beiden Hauptseen des Ausseerlands, dem Altausseer See und dem Grundlsee. Deren beiden Talungen ziehen sich ostwärts in das Tote Gebirge, und bilden zwei Seenketten, die durch die unterirdischen Zu- und Abflüsse im Kalkkarst der Talungen und Hochplateaus an der Oberfläche unterbrochen sind:

Der Quellsee der Kainischtraun, der Ödensee, hydrographisch noch Alpennordrand, wird schon der Talpass-Landschaft des Hinterbergs zugerechnet, und damit eher der inneralpinen Ennstal-Region.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ausseer Land war Teil des Traungaues, die erste urkundliche Nennung des Namens aussee erfolgte im Jahr 1265. Bis ins 15. Jahrhundert war das Salzkammergut samt dem Ausseer Land direktes Eigentum des Herzogs (Kammergut). Durch einen Streit bezüglich des Salzabbaus wurde jedoch das Ausseer Land der Steiermark übergeben.

Eine Religions-Reformations-Kommission setzte im protestantisch gewordenen Ausseer Land ab 1599 die Gegenreformation durch.

Während der Zeit des Anschlusses Österreichs wurde das Ausseer Land wieder in die Verwaltungseinheit Oberdonau (Oberösterreich) ausgegliedert, dies setzte sich auch in der Besatzungszeit fort, wo das Gebiet der US-amerikanische Zone zugerechnet wurde. Erst am 1. Juli 1948[3] wurde es wieder der Steiermark angeschlossen.

Kultur und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ferdinand Lepié: Blick über den Altausseersee, 1883

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Bevölkerung eilt der Ruf voraus, dass sie am liebsten „unter sich ist“ und „Fremde“ (Nicht-Einheimische) geringschätzt oder gar ignoriert. Dieses Vorurteil trifft jedoch nur auf einen bestimmten, besonders konservativen Teil der Einheimischen zu. Nicht zu leugnen ist, dass die Bevölkerung des Ausseer Landes aus vielen unabhängigen, frei denkenden Menschen besteht, die sich nicht gerne von einer Obrigkeit führen lassen. So wurde in historischer Zeit auch einmal dem Kaiser der Gehorsam verweigert.

Da die Bevölkerung im Allgemeinen sehr überschaubar ist, kennen sich die meisten Leute und sind deshalb per Du (Im Ausseer Land gilt – wie auch in vielen anderen Orten des Salzkammerguts – das Sie-Wort eher als unhöflich). Viele Ausseer merken zudem schon auf den ersten Blick, ob es sich um einen Gast oder einen Einheimischen handelt, und siezen oder duzen die Person.

Narzissenfest[Bearbeiten]

Alle Jahre zieht es Ende Mai, Anfang Juni viele tausende Besucher zum Narzissenfest, dem bekanntesten Blumenfest in Österreich. Der Blumenkorso beginnt seine Reise in Bad Aussee und endet jedes Jahr abwechselnd an einem der nahe liegenden Seen (Altaussee oder Grundlsee).

Trachten[Bearbeiten]

Grundlseer Trachten, um 1840. Aus: Mautner-Geramb: Steirisches Trachtenbuch, 1935
Latzblumen, Werkstatt Pölzer, Aussee 1840

Augenfällig ist, dass Trachten im Ausseer Land von der einheimischen Bevölkerung – nicht nur von den Älteren – auch im Alltag getragen werden, also auch außerhalb des folkloristisch-touristischen Bereichs und auch außerhalb besonderer Anlässe. Bezeichnenderweise gibt es im gesamten Ausseer Land keinen einzigen Trachtenverein. Die Einheimischen bevorzugen, wenn ihre Tracht von den „Fremden“ nicht getragen wird. Als „Fremde“ gelten hierbei alle, die nicht aus dem Ausseerland stammen, also auch die übrigen Österreicher.

In Bad Aussee gibt es mehrere Handwerksbetriebe, die Trachtenerzeugnisse herstellen. So gibt es Hutmacher, Dirndlschneidereien, Lederhosenmacher, Federkielsticker und Schneider. Geschätzte 200 Personen leben in Bad Aussee und Umgebung direkt von der Tracht.

Fasching[Bearbeiten]

Ein gar närrisches Treiben findet man alle Jahre wieder im Ausseer Land. Zu den „heiligen 3 Foschingtog“ machen nicht nur die lauten Trommelweiber, die zauberhaften Flinserl, sondern auch viele private Maschkeragruppen die Ausseer Landgemeinden unsicher. Veranstaltungen wie „Maschkerarodeln“ blicken auf eine lange Tradition zurück und erfreuen sich hoher Beliebtheit unter der Bevölkerung.

UNESCO-Welterbe[Bearbeiten]

1997 hat die UNESCO den Dachsteinstock und Sarstein mit Umgebungsflächen im Ausseerland, dem inneren Salzkammergut – insbesondere Hallstatt – und den Gemeinden Gröbming, Haus im Ennstal und Ramsau am Dachstein sowie im Salzburgischen Filzmoos zum Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut erklärt.[4] Der Ausseer Anteil ist vergleichsweise klein.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Während der Wintermonate ist das Eisstockschießen der am häufigsten betriebene Sport der Einheimischen. Eisstockschießen ist zugleich auch ein gesellschaftliches Ereignis, was sich wiederum in den vielen Ligen und Meisterschaften widerspiegelt. So gibt es Meisterschaften auf Gasthäuser, Ortsteile, Gemeinden und auf das gesamte Ausseer Land bezogen. Zudem spielen Teams aus dem Ausseer Land in der oberösterreichischen Landesliga.

Ausseer Taubenschießen

Stahelschießen: "Stahel-Schießen" heißt im Salzkammergut die hohe Kunst, mit der Armbrust das Zentrum der Schützenscheibe zu treffen.

Plattlwerfen: Zeitvertreib bis hin zu Meisterschaften

Literatur[Bearbeiten]

  •  Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 16 – Landes- und Gemeindeentwicklung, Referat für Regionalplanung, Planungsgrundlagen und Raumordnungskataster, Fachabteilung 1C – Referat Landesstatistik (Hrsg.): Kleinregionsprofil Bad Aussee. Rauminformationssystem Steiermark. In: Regionext kopfstark. steiermark. o. D. (Statistische Daten, Zusammenfassung, pdf, raumplanung. steiermark.at, abgerufen am 7. August 2010).
  • Richard Wall: Im Ausseerland. Abseits der Via Artis", In: Richard Wall: Kleines Gepäck. Unterwegs in einem anderen Europa", Kitab Verlag, Klagenfurt 2013, ISBN 978-3-902878-06-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ausseerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 13f.
  2. Eintrag zu Dreibrüdersee in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online , Wissenssammlung: Eine Auswahl aus den schönsten Seen Österreichs, Nr. 19
  3. xsl/13772_DEU_HTML.htm Homepage > Unser Land > Landesgeschichte > Chronik > 1948
  4. 1997 Advisory Body Evaluation, UNESCO World Heritage Centre (pdf, 1 MB)