Australia First Party

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Australia First Party
Partei­vorsitzende Diane Teasdale
Gründung Juni 1996
Haupt­sitz PO Box 6358
Shepparton, Vic 3632
Aus­richtung Nationalistisch

The Australia First Party (AFP) ist eine politische Kleinpartei in Australien. Die Politik der Partei war nationalistisch und richtete sich gegen Migration und Multikulturalismus.[1] Momentan ist die AFP nicht bei der australischen Wahlkommission eingetragen und hat seit 1998 an keiner Bundeswahl teilgenommen. Zudem gelang es ihr nie, in ein Parlament einzuziehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Australia First Party wurde im Juni 1996 von Graeme Campbell gegründet, einem ehemaligen Mitglied der Australian Labor Party im Repräsentantenhaus. Dort war er bis zu seinem Rauswurf 1995 für seine Partei tätig. Campbell kritisierte mehr und mehr die Labor-Regierung von Paul Keating, wobei er nicht mit der Wirtschaftspolitik, dem Recht auf Grundbesitz der Aborigines und der anhaltenden Migration einverstanden war.

Campbell gründete die AFP in der Hoffnung, dass sie in naher Zukunft eine ernstzunehmende Rolle im australischen Parteiensystem spielen würde. Mit populistischen Versprechungen versuchte man sich von der Liberal Party of Australia und der Australian Labor Party abzugrenzen. Viele der AFP-Mitglieder waren zuvor in der aufgelösten Australian Conservative Party. Die AFP wurde jedoch 1997 von One Nation, der Partei von Pauline Hanson, in den Schatten gestellt.

Nach Campbells Rücktritt im Juni 2001 wurde Diane Teasdale Präsidentin der Australia First Party, jedoch trat die Partei seitdem nicht mehr national in Erscheinung und nahm an den Bundeswahlen 2001 nicht teil.

Im Jahr 2002 wurde eine neue Gruppe der Partei in Sydney gegründet. Die Partei nahm sich vor, eine neue nationale Jugendorganisation, die Patriotic Youth League, zu schaffen. Unter der neuen Führung rückte die Partei nach ganz rechts außen und somit deutlich weiter, als es unter Campbell je der Fall war. Der Sekretär des Ablegers in Sydney ist Jim Saleam, der beschuldigt wurde, Mitte der 1980er Jahre einen bewaffneten Angriff auf einen Repräsentanten des African National Congress eingefädelt zu haben.[2]. Jim Saleam sieht sich jedoch selbst als unschuldig an und gibt dies auch auf seiner Homepage preis.[3]

Im April 2007 musste Darrin Hodges (Zweigstelle in Sutherland Shire) Australia First verlassen.

Im August 2007 wurden auch Jim Saleam und weitere prominente Organisatoren wegen ihrer rechten Parolen aus Australia First ausgeschlossen. Jim Saleam übernahm schließlich die Kontrolle über "Australia First Party (NSW)" und weitere Partei-Ableger in Australien, was die Partei in zwei Gruppen gespaltet hat, zum einen kontrolliert von Diane Teasdale, zum anderen von Jim Saleam.[4]

Ideologie[Bearbeiten]

Die AFP möchte nach eigenen Angaben[5]

  • die vollständige Unabhängigkeit Australiens sichern,
  • fremdes Eigentum kontrollieren lassen,
  • die Einwanderung reduzieren und limitieren,
  • den Multikulturalismus nicht aufkommen lassen und
  • Bürgerreferenden einrichten.

Als Antwort auf eine mögliche Siedlung sudanesischer Einwanderer in der Stadt Tamworth verteilte die Partei Flugblätter mit der Warnung, dass die Migranten Gewalt, Verbrechen und Krankheiten in die Stadt bringen würden.[6]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Bei den Bundeswahlen 1998 verlor Campbell, da er nur 22 % der Stimmen seines Wahlbezirks bekam, seinen Sitz, obwohl er ihn 18 Jahre lang verteidigt hatte. Die AFP scheiterte auf ganzer Linie und wurde von One Nation ausgebootet. Im Juni 2001 verließ Campbell die AFP, um für One Nation für einen Senatssitz in Western Australia zu kandidieren - doch auch hier scheiterte er.

An den Bundeswahlen 2001 nahm die AFP nach den schwachen Ergebnissen der Vorjahre gar nicht erst teil.

In den letzten Jahren traten diverse Kandidaten in verschiedenen Gebieten bei Wahlen nur noch auf regionaler Ebene an, ohne dabei jedoch zu überzeugen und Stimmen gut zu machen.

Rassismus[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde durch einen verdeckt in die Partei eingetretenen Reporter des The Australian bekannt, dass es in der Partei einen großen Anteil von Mitgliedern mit rechtsextremer Gesinnung gibt. So sollen mehrere Mitglieder u. a. einem jüdischen Rabbi "Sieg-Heil"-Rufe entgegengebracht haben.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Eight Core Policies of the Australia First Party. Australia First Party. Abgerufen am 16. Februar 2006.
  2. Andrew West: White separatist takes on Marrickville, The Sydney Morning Herald. 29. Februar 2004. Abgerufen am 14. Juli 2006. 
  3. James Saleam: Pardon Me: The Anatomy of an Australian Political Trial. Australian Nationalist Ideological, Historical and Legal Archive. 27. Januar 1999. Abgerufen am 20. Oktober 2006.
  4. Slackbastard.anarchobase.com
  5. ausfirst. alphalink.com.au: The Programme Of The Australia First Party, in englischer Sprache, abgerufen am 19. Juni 2013
  6. Val Colic-Peisker und Farida Tilbury: Being black in Australia: a case study of intergroup relations. In: Race & Class. 49, Nr. 4, 2008, S. 38–56. doi:10.1177/0306396808089286
  7. Dan Box: White supremacy in our backyard (Reprint), Fight Dem Back. 4. März 2006. Abgerufen am 13. Juli 2006. 

Weblinks[Bearbeiten]